Examensarbeit, 2013
18 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Erste Annäherung an Joh 6,1-15
3 Situationsanalyse
4 Homiletischer Kommentar
5 Exegetischer Kommentar
5.1 Arbeitsübersetzung von Joh 6,1-15
5.2 1. Szene (Verse 1-4)
5.3 2. Szene (Verse 5-13)
5.4 3. Szene (Verse 14 und 15)
6 Predigt
7 Reflexion zum Arbeitsprozess
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine praktisch-theologische Ausarbeitung in Form einer Predigt über den Text Johannes 6,1-15 zu entwickeln, wobei exegetische Analysen mit homiletischen Konzepten verknüpft werden, um eine zeitgemäße Botschaft für die Wicherngemeinde in Hamburg-Hamm zu formulieren.
2 Erste Annäherung an Joh 6,1-15
Aufgrund der Dialoge habe ich zunächst den Eindruck, Zuschauer eines Theaterstücks zu sein: Jesus, seine Jünger, das Kind befinden sich auf der „Bühne des Lebens“. Dabei bleiben die 5000 Menschen für mich unsichtbar. Sie stellen für mich eine anonyme Masse dar, die schon aufgrund der Größe den Rahmen meiner Wahrnehmung sprengt. Darüber hinaus wird mir klar, dass mir das Thema „Hunger“ und der Zugang zu ihm fremd sind. Lebensmittel sind für mich jederzeit verfügbar, sodass ich zeitweise kaum unterscheiden kann, ob ich nun wirklich Hunger habe oder nur einfach Appetit verspüre. Hunger bzw. das Hungrigsein erschließt sich mir erst durch das Verhalten meiner Kinder.
Vor mir sitzt mein zweijähriger Sohn, dem ich seinen Brei reiche. Plötzlich wird das Bild von einem blubbernden Brei präsent, der wie im Schlaraffenland nie enden wird. Mein zweiter Sohn, drei Monate alt, fängt an vor Hunger zu schreien. Hier wird der Zusammenhang von Schreien vor Hunger und Stillen und Stillsein deutlich. Nahezu bedrohlich wirkt die Forderung meiner Kinder nach Nahrung. Im Einfordern von Nahrung wird gerade bei ihnen eine große Angst sichtbar. Eine Angst davor, „zu wenig“ zu bekommen, eine Angst, „nicht gesehen zu werden“, „allein gelassen zu werden“. Erst wenn Sättigung eintritt, ist die Angst weg. Ich denke an Martin Heidegger und ein Zitat aus seinem Buch „Sein und Zeit“: „Wenn die Angst sich gelegt hat, dann pflegt die alltägliche Rede zu sagen: ‚es war eigentlich nichts’.“ Ich sehe, dass Hunger und Angst zum Leben gehören und wir zeitlebens mit ihnen konfrontiert sind.
Ich sehe die Angst der zwei Jünger: Der eine rechnet und der andere verweist verlegen auf das Kind. In mir schreit es: „Fünf Gerstenbrote und zwei Fische sind Peanuts!“ Ich denke noch: „Wir haben immer zu wenig und sind nicht satt zu kriegen.“ Und noch dazu die paradoxe Ansage von Jesus: „soviel sie wollten“. Ich frage mich: „Wie viele Brote und Fische müssten es logistisch gesehen sein?“ Unsere Rechnung geht nicht auf. Aus einem Mangel an Nahrung wird ein Vermehrungswunder – sogar ein Verteilungswunder! Es steht wohl kein Zaubertrick dahinter, sondern ein Dankgebet und dabei denke ich an „Unser tägliches Brot gib uns heute“.
1 Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihr methodisches Vorgehen bei der Predigtvorbereitung, das von einer Situationsanalyse der Gemeinde bis hin zur historisch-kritischen Exegese reicht.
2 Erste Annäherung an Joh 6,1-15: Eine erste, subjektiv geprägte Auseinandersetzung mit dem Text, die das Thema Hunger mit existenziellen Ängsten und kindlichem Erleben verknüpft.
3 Situationsanalyse: Eine Untersuchung des Hamburger Stadtteils Hamm, der sozialen Struktur der Wicherngemeinde und der dortigen „homiletischen Großwetterlage“.
4 Homiletischer Kommentar: Reflexion über das Predigtkonzept „Predigt als Unterhaltung“ nach Albrecht Grözinger und die Überlegungen zur „politischen Predigt“.
5 Exegetischer Kommentar: Eine detaillierte historisch-kritische Analyse des Johannesevangeliums (Kapitel 6, 1-15) unterteilt in Arbeitsübersetzung und drei Szenen.
6 Predigt: Die ausgearbeitete Predigt, die biblische Erzählung und heutige Lebenswelt (Alltag, Abendmahl, soziale Realität) in Verbindung bringt.
7 Reflexion zum Arbeitsprozess: Kritische Würdigung des gesamten Erarbeitungsprozesses, inklusive der Herausforderungen bei der wissenschaftlichen und kreativen Synthese.
Johannesevangelium, Brotvermehrung, Predigt, Homiletik, Wichernkirche, Hamburg-Hamm, Hunger, Angst, Politische Predigt, Exegese, Zeichen Jesu, Dankgebet, Abendmahl, Glaubensdokument, Biblische Hermeneutik.
Die Arbeit dokumentiert den Prozess einer praktisch-theologischen Ausarbeitung, die in eine konkrete Predigt zum Text der Brotvermehrung (Johannes 6,1-15) mündet.
Die Arbeit behandelt die exegetische Auslegung biblischer Texte, die Analyse sozialer Bedingungen im Stadtteil Hamburg-Hamm sowie homiletische Fragen zur Gestaltung moderner Predigten.
Das Ziel ist die Erstellung einer Predigt, die wissenschaftliche Exegese mit einer lebensnahen Sprache verbindet und die Gemeinde als Ort der Reflexion und Gemeinschaft anspricht.
Die Verfasserin verwendet primär die historisch-kritische Methode zur Exegese sowie homiletische Ansätze nach Albrecht Grözinger.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsanalyse der Wicherngemeinde, einen homiletischen Kommentar, die exegetische Analyse der drei Szenen von Johannes 6,1-15 sowie den Volltext der Predigt.
Wesentliche Begriffe sind Brotvermehrung, Predigtkonzept, Existenzielle Ängste, Gemeindearbeit und die Verknüpfung von alttestamentlichen Motiven mit dem Johannesevangelium.
Die Autorin nutzt eigene Erfahrungen mit der Erziehung ihrer Kinder, um das Thema Hunger und Angst im Predigttext lebensnah zu illustrieren.
Die Autorin reflektiert die Schwierigkeit einer politischen Predigt und versucht, diese nicht durch Belehrung, sondern durch die Aufzeigung verschiedener Perspektiven zur gegenseitigen Verantwortung umzusetzen.
Das Buch dient als erzählerisches Bild für den unstillbaren Hunger und die Verwandlung, um die komplexe biblische Thematik des Wunders anschaulich und zugänglich zu machen.
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