Magisterarbeit, 2005
72 Seiten, Note: 2.0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Fragestellung
3. Der Begriff der Korruption
3.1 Tauschvorgang/Vertrag
3.2 Gesetzeswidrigkeit
3.3 Geheimhaltung
3.4 Freiwilligkeit
3.5 Missbrauch einer Machtposition (zum eigenen Vorteil)/ Prinzipal-Agent Verhältnis
3.6 Verursachung negativer externe Effekte
4. Sektorspezifische Korruption
5. Ursachen der Korruption – Die Korruptionsgleichung
6. Theorie der Korruptionsbekämpfung -
Einflussnahme auf die Korruptionsgleichung
7. Praxis der Korruptionsbekämpfung
8. Aufgabenverteilung der Korruptionsbekämpfung
8.1 Rolle des Staates
8.2 Rolle der Zivilgesellschaft
8.3 Rolle der Unternehmen
9. Thesen
10. Initiativen und Branchenvereinbarungen
10.1 ICC Extortion and Bribery in Business Transactions
10.2 BDI - Korruption verhindern - Empfehlungen des BDI
10.3 Fidic Policy Statement on Corruption
10.4 Wolfsberg Principles
11. Vergleich der Initiativen
12. Umsetzung
13. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Korruptionsbekämpfung durch privatwirtschaftliche Unternehmen, wobei der Fokus darauf liegt, wie Unternehmen durch rationale Anreizstrukturen und Selbstregulierung Korruption vorbeugen können, anstatt lediglich nachträglich auf Schadensfälle zu reagieren.
3.2 Gesetzeswidrigkeit
Zweitens ist festzuhalten, dass der Tausch der Güter/Leistungen/Geld illegal ist16. In der öffentlichen Diskussion besteht kein Zweifel daran, das Korruption illegal ist. In dieser Arbeit soll auch nicht grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass der institutionell rechtliche Rahmen zu weit gesteckt ist. Es werden zwar im entsprechenden Kapitel Anregungen diskutiert, an welchen Stellen Nachbesserungen und Konkretisierungen im rechtlichen Bereich möglich und sinnvoll wären, aber die Hauptzielrichtung der vorliegenden Arbeit soll die Regeldurchsetzung durch Unternehmen sein. Es wird in der öffentlichen Meinung kaum Diskussionsbedarf geben, welche Handlungen in das weite Feld der Korruption eingeordnet werden können. Die Beurteilung der Handlung kann demgegenüber sehr unterschiedlich ausfallen. Es kann vorkommen, dass korrupte Handlungen mit ‚guten’ Absichten, wie z.B. den Erhalt von Arbeitsplätzen, anders bewertet werden als eigennutzenmaximierende Motive. Nichtsdestotrotz bleibt der Tatbestand der Korruption bestehen und der gesamtgesellschaftliche Schaden bleibt durch die divergierende Beurteilung unbeeinflusst.
In einer weitergefassten Definition kann auch davon ausgegangen werden, dass sich die Korruptionsbeziehungen nicht nur außerhalb der gesetzlichen Normen bewegen, sondern auch oder stattdessen gegen öffentlich akzeptierte Normen verstoßen. In diesen Bereich könnten dann rechtlich schwierig zu bewertende Grenzfälle fallen, die trotzdem gegen erwartete Verhaltensstandards verstoßen. Dies würde einen Ansatzpunkt außerhalb der rechtlichen Grundlagen für Korruptionsbekämpfungsmaßnahmen bieten und soll später noch weitere Beachtung finden.
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert Korruption als allgegenwärtiges Phänomen und legt den Fokus auf die privatwirtschaftliche Perspektive sowie die Notwendigkeit, Korruption konzeptionell statt lediglich skandalorientiert zu betrachten.
2. Fragestellung: Das Kapitel thematisiert die Möglichkeiten und Grenzen der Korruptionsbekämpfung durch Unternehmen und führt die These ein, dass komplexe, situationsabhängige Ansätze notwendig sind, um Korruption wirksam zu verhindern.
3. Der Begriff der Korruption: Hier werden abstrakte Gemeinsamkeiten und Kategorien von Korruption aus ökonomischer und juristischer Sicht isoliert, um ein Gesamtbild für eine Arbeitsdefinition zu schaffen.
4. Sektorspezifische Korruption: Das Kapitel differenziert Korruptionsformen anhand ihrer Größenordnung (grand vs. petty corruption) sowie der beteiligten Sektoren (privat, öffentlich, sektorenübergreifend).
5. Ursachen der Korruption – Die Korruptionsgleichung: Mit Hilfe der Neuen Politischen Ökonomie wird das Verhalten von Akteuren als Eigennutzenmaximierung modelliert, wobei Korruption als Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse dargestellt wird.
6. Theorie der Korruptionsbekämpfung - Einflussnahme auf die Korruptionsgleichung: Hier werden theoretische Ansatzpunkte diskutiert, um die Faktoren der Korruptionsgleichung zu beeinflussen, etwa durch Erhöhung der Aufdeckungswahrscheinlichkeit oder die Induktion moralischer Bedenken.
7. Praxis der Korruptionsbekämpfung: Dieses Kapitel erläutert, warum Korruptionsbekämpfung ein komplexes Unterfangen ist, das einen Mentalitätswandel und eine umfassende Präventionspolitik anstelle von rein punktueller Strafverfolgung erfordert.
8. Aufgabenverteilung der Korruptionsbekämpfung: Es wird analysiert, wie sich Staat, Zivilgesellschaft und Unternehmen in der Korruptionsbekämpfung ergänzen, wobei Unternehmenskodizes als wichtiges präventives Element hervorgehoben werden.
9. Thesen: Das Kapitel fasst zentrale Annahmen zusammen, insbesondere zur Motivation von Unternehmen, Korruption zu vermeiden, und zur Bedeutung der konkreten Umsetzbarkeit von Verhaltenskodizes.
10. Initiativen und Branchenvereinbarungen: Hier werden beispielhaft die ICC-Richtlinien, BDI-Empfehlungen, FIDIC-Kodizes und die Wolfsberg Principles als Instrumente der Selbstregulierung vorgestellt.
11. Vergleich der Initiativen: Eine tabellarische Gegenüberstellung analysiert die verschiedenen Initiativen hinsichtlich regulierter Branche, Implementierung, Sanktionen und zugrunde liegender Motivation.
12. Umsetzung: Dieses Kapitel verknüpft theoretische Grundlagen mit der Praxis, indem es die Synthese von Individualethik und Institutionenethik im Rahmen eines Ethik-Managements analysiert.
13. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit von Koordinationsebene und Anreizsystemen zur Auflösung der Dilemmasituation für Unternehmen, während der Ausblick die Bedeutung der Regelbefolgung betont.
Korruptionsbekämpfung, Unternehmensethik, Compliance, Selbstregulierung, Gefangenendilemma, Prävention, Korruptionsgleichung, Transaktionskosten, Reputation, Wirtschaftskriminalität, Integrität, Wolfsberg Principles, ICC, BDI, FIDIC.
Die Arbeit untersucht, wie privatwirtschaftliche Unternehmen Korruption durch Selbstregulierung und ethische Anreizsysteme bekämpfen können, um sowohl ihre Reputation zu schützen als auch langfristige wirtschaftliche Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
Im Mittelpunkt stehen die Ursachenforschung für Korruption, die Analyse von Anreizstrukturen, die Rolle von Unternehmenskodizes sowie der Vergleich internationaler Brancheninitiativen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Möglichkeiten und Grenzen der Korruptionsbekämpfung durch Unternehmen zu identifizieren und aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen integres Verhalten zu einem Marktvorteil wird.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ), der Spieltheorie (Gefangenendilemma) sowie der Unternehmensethik, um das Handeln der Unternehmen theoretisch zu fundieren und in Beziehung zur Praxis zu setzen.
Der Hauptteil analysiert die theoretische Korruptionsgleichung, die Praxis der Bekämpfung durch diverse Branchenkodizes sowie die konkrete Implementierung eines Ethik-Management-Systems in Unternehmen.
Korruptionsbekämpfung, Unternehmensethik, Compliance, Selbstregulierung, Gefangenendilemma und Korruptionsprävention bilden den fachlichen Kern.
Dies ist ein Ansatz der Zivilgesellschaft, bei dem durch private Selbstverpflichtungen abgegrenzte, weitgehend korruptionsfreie Bereiche geschaffen werden, um in diesen Zonen Marktvorteile für integre Akteure zu generieren.
Der BDI warnt vor zu hohem Verwaltungsaufwand, Missbrauchsrisiken durch internationale Kontrollen sowie der Gefahr einer pauschalen Kollektivschuld und plädiert stattdessen für eine nationale Festsetzung von Präventionsmaßnahmen.
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