Diplomarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung, themenbezogene Definitionen und Untersuchungsplan
1.1 Hinführung zur Thematik und Begriffsklärungen
1.2 Untersuchungsplan
1.2.1 Grundlagen der Dokumentenanalyse
1.2.2 Untersuchungsvorgehen
1.2.3 Kriterien zur berufspädagogischen Würdigung der Gesetzesmaßnahmen
2 Der Rechtsrahmen der beruflichen Bildung in Deutschland
2.1 Das Berufsbildungsgesetz von 1969
2.1.1 Ursachen der Notwendigkeit einer rechtlichen Neuordnung der beruflichen Bildung in Deutschland vor 1969
2.1.2 Rechtliche Situation der Berufsbildung in Deutschland vor 1969
2.1.3 Gesetzgebungsprozess
2.1.4 Geltungs- und Regelungsbereich
2.2 Reformansätze von 1970 bis heute
2.2.1 Das Ausbildungsplatzförderungsgesetz von 1976
2.2.2 Das Berufsbildungsförderungsgesetz von 1981
2.2.3 Anpassungen des Berufsbildungsgesetzes von 1982 bis 1998
2.2.4 Reformbemühungen von 1998 bis heute
2.2.5 Die Entstehung des Berufsbildungsreformgesetzes 2005
3 Geplante Gesetzesänderungen, Stellungnahmen der an der Berufsbildungspolitik beteiligten politischen Parteien und Interessengruppen, endgültige Gesetzesfassung und berufspädagogische Würdigung
3.1 Zulassung vollzeitschulischer Ausbildungsgänge zur Kammerprüfung
3.1.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.1.2 Gesetzentwürfe der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP
3.1.3 Stellungnahmen der Lehrerinnen- und Lehrerverbände
3.1.4 Stellungnahmen der Gewerkschaften
3.1.5 Stellungnahmen der Arbeitgeberverbände
3.1.6 Endgültige Gesetzesfassung
3.1.7 Berufspädagogische Würdigung
3.2 Gesetzliche Verankerung der Stufenausbildung
3.2.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.2.2 Gesetzentwürfe der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP
3.2.3 Stellungnahmen der Lehrerinnen- und Lehrerverbände
3.2.4 Stellungnahmen der Gewerkschaften
3.2.5 Stellungnahmen der Arbeitgeberverbände
3.2.6 Endgültige Gesetzesfassung
3.2.7 Berufspädagogische Würdigung
3.3 Veränderungen beim Bundesinstitut für Berufsbildung
3.3.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.3.2 Stellungnahmen der Lehrerinnen- und Lehrerverbände
3.3.3 Stellungnahmen der Gewerkschaften
3.3.4 Stellungnahmen der Arbeitgeberverbände
3.3.5 Endgültige Gesetzesfassung
3.3.6 Berufspädagogische Würdigung
3.4 Reform des Prüfungswesens
3.4.1 Modell der gestreckten Abschlussprüfung
3.4.1.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.4.1.2 Gesetzentwürfe der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP, Stellungnahmen der Interessengruppen sowie endgültige Gesetzesfassung
3.4.1.3 Berufspädagogische Würdigung
3.4.2 Stellungnahme Dritter zur Bewertung von Prüfungsleistungen
3.4.2.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.4.2.2 Stellungnahmen der Interessengruppen sowie endgültige Gesetzesfassung
3.4.2.3 Berufspädagogische Würdigung
3.4.3 Delegation von Aufgaben bei der Bewertung von Abschlussprüfungen
3.4.4 Anrechnung von Zusatzqualifikationen
3.4.5 Zulassung zur Abschlussprüfung in besonderen Fällen
3.4.6 Neuausrichtung der Prüfungsgegenstands zur beruflichen Handlungsfähigkeit
3.5 Internationalisierung der Berufsausbildung
3.5.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.5.2 Gesetzentwürfe der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP, Stellungnahmen der Interessengruppen sowie endgültige Gesetzesfassung
3.5.3 Berufspädagogische Würdigung
3.6 Stärkung der Verbundausbildung
3.6.1 Gesetzentwürfe der Bundesregierung und der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP sowie Stellungnahmen der Interessengruppen
3.6.2 Endgültige Gesetzesfassung
3.6.3 Berufspädagogische Würdigung
3.7 Schaffung regionaler Berufsbildungskonferenzen
3.7.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.7.2 Gesetzentwürfe der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP sowie Stellungnahmen der Interessengruppen
3.7.3 Endgültige Gesetzesfassung
3.7.4 Berufspädagogische Würdigung
3.8 Verbesserung der Lernortkooperation
3.8.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung und Stellungnahmen der Interessengruppen
3.8.2 Endgültige Gesetzesfassung
3.8.3 Berufspädagogische Würdigung
3.9 Stimmrechte der Lehrerinnen und Lehrer in den Berufsbildungsausschüssen
3.9.1 Gesetzentwurf der Bundesregierung
3.9.2 Gesetzentwürfe der Fraktionen der CDU/ CSU und FDP sowie Stellungnahmen der Interessengruppen
3.9.3 Endgültige Gesetzesfassung und berufspädagogische Würdigung
3.10 Weitere Neuerungen im Berufsbildungsgesetz
3.10.1 Verlängerung der Probezeit
3.10.2 Abschlusszeugnis
3.10.3 Erweiterung der Ermächtigungsgrundlage für Erprobungsverordnungen
3.10.4 Statistische Grundlagen
3.10.5 Qualitätssicherung der beruflichen Bildung
4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Hintergründe und den Inhalt des Berufsbildungsreformgesetzes 2005. Ziel ist es, zu analysieren, welchen Beitrag die Gesetzesnovellierung zur Bewältigung aktueller Probleme der beruflichen Bildung in Deutschland leisten kann, insbesondere im Hinblick auf das duale System.
3.1.7 Berufspädagogische Würdigung
Noch 1994 äußerte sich Reinisch zum Thema berufliche Vollzeitschulen folgendermaßen: „Wenn es eine Hitliste der aktuellen berufsbildungspolitischen Themen gäbe, dann würden die beruflichen Vollzeitschulen mit Sicherheit auf einem der letzten Plätze rangieren, falls sie auf dieser Liste überhaupt auftauchen würden.“ Dagegen kann man beispielsweise in Österreich bereits seit den 70er Jahren einen Aufwärtstrend bei den berufsbildenden Vollzeitschulen beobachten. Die Zulassung vollzeitschulisch ausgebildeter Jugendlicher zur Kammerprüfung in Deutschland ist eine mutige, innovative Entscheidung der Politik. Mutig vor allem deshalb, weil die Bundesregierung die neue Regelung gegen den Willen der Kammern und Gewerkschaften durchsetzte, die in der deutschen Berufsbildungspolitik traditionsgemäß eine sehr starke Stellung einnehmen. Diese Entscheidung ist daher als großes Zugeständnis des Gesetzgebers für eine Öffnung des dualen Systems in Richtung schulische Berufsausbildung zu betrachten.
Eine verstärkte vollzeitschulische Ausbildung ist allerdings auch kritisch zu hinterfragen. Derzeit ist es so, dass Jugendliche, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten, häufig eine Ausbildung in vollzeitschulischer Form beginnen und diese als Art Warteschleife ausnutzen. Falls sich dieser Trend weiter verstärken sollte, stellt dies eine Verschwendung von Ressourcen dar und hat eine Verlängerung der Ausbildungszeit zur Folge. Die neue Regelung birgt außerdem die Gefahr in sich, dass sich eine Zweiklassengesellschaft bei den Auszubildenden bildet. Auf der einen Seite stehen die Jugendlichen, die einen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten haben und auf der anderen diejenigen, die mit einem schulischen Ausbildungsplatz vorlieb nehmen mussten.
1 Problemstellung, themenbezogene Definitionen und Untersuchungsplan: Einleitung in die Thematik der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand einer Dokumentenanalyse.
2 Der Rechtsrahmen der beruflichen Bildung in Deutschland: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Berufsbildungsgesetzes von 1969 sowie die verschiedenen Reformansätze und bildungspolitischen Debatten der folgenden Jahrzehnte.
3 Geplante Gesetzesänderungen, Stellungnahmen der an der Berufsbildungspolitik beteiligten politischen Parteien und Interessengruppen, endgültige Gesetzesfassung und berufspädagogische Würdigung: Zentrale Analyse der spezifischen Reformbereiche, wie Stufenausbildung, Prüfungsreformen und Lernortkooperation, inklusive der Positionen der Interessengruppen und der pädagogischen Bewertung.
4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Reformerfolgs sowie Einschätzung der Zukunftsfähigkeit des deutschen Berufsbildungssystems vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen.
Berufsbildungsgesetz, Berufsbildungsreformgesetz 2005, Duales System, Berufliche Bildung, Stufenausbildung, Prüfungswesen, Lernortkooperation, Berufsbildungspolitik, Ausbildungsplatzmangel, Handlungsfähigkeit, Dokumentenanalyse, Interessengruppen, Qualifizierung, Internationalisierung, Qualitätssicherung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Berufsbildungsreformgesetz von 2005 und analysiert, wie dieses Gesetz auf aktuelle Herausforderungen der beruflichen Bildung in Deutschland reagiert.
Die Arbeit beleuchtet unter anderem die Zulassung schulischer Ausbildungsgänge, die Stufenausbildung, die Reform des Prüfungswesens, die Internationalisierung der Berufsbildung sowie die Stärkung der Lernortkooperation.
Ziel ist es, die Gesetzesmaßnahmen zu evaluieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit sie zur Flexibilisierung, Individualisierung und Differenzierung des Berufsbildungssystems beitragen können.
Die Verfasserin nutzt eine Dokumentenanalyse, um gesetzliche Texte, Begründungen, Stellungnahmen von Interessenverbänden und politische Dokumente systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Reformaspekte, indem er Regierungsentwürfe den Stellungnahmen von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Lehrerverbänden gegenüberstellt und diese anschließend berufspädagogisch würdigt.
Berufsbildungsreform, duales System, Gesetzgebungsprozess, bildungspolitische Interessen und pädagogische Qualitätssicherung sind die tragenden Säulen der Arbeit.
Die Autorin stuft diesen Schritt als mutig und innovativ ein, warnt jedoch vor möglichen Risiken, wie etwa der Entstehung einer "Zweiklassengesellschaft" bei den Auszubildenden.
Aufgrund des Widerstands der Interessengruppen wurde auf eine verpflichtende gesetzliche Einführung verzichtet, da man keinen Mehrwert gegenüber bestehenden freiwilligen Kooperationsformen sah.
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