Bachelorarbeit, 2018
76 Seiten, Note: 2,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zur Inszenierung städtischer Räume
2.1 Städtischer Raum
2.2 Inszenierung
2.2.1 Begriff
2.2.2 Verhältnis zum städtischen Raum
2.2.3 Hintergründe
2.2.4 Merkmale
3. Methodik der geographischen Untersuchung
3.1 Räumliche Analyse zur Inszenierung des Kölner Rheinauhafens
3.2 Medienanalyse
3.2.1 Zeitungsartikel aus dem Kölner Stadtanzeiger
3.2.2 Internetpräsenz der Rheinauhafenverwaltungsgesellschaft
4. Das Untersuchungsgebiet: Der Kölner Rheinauhafen
4.1 Lage und Eckdaten
4.2 Historischer Abriss
4.3 Umstrukturierung
5. Räumliche Analyse des Kölner Rheinauhafens als Beispiel für die Inszenierung städtischer Räume
5.1 Analyse
5.2 Ergebnis
6. Medienanalyse zur Inszenierung des Kölner Rheinauhafens
6.1 Untersuchung der Zeitungsartikel aus dem Kölner Stadtanzeiger
6.2 Untersuchung der Internetpräsenz der Rheinauhafenverwaltungsgesellschaft
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Kölner Rheinauhafen als Beispiel für die Inszenierung städtischer Räume fungiert und wie er medial vermittelt wird. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie der Transformationsprozess vom Industriehafen zum Dienstleistungszentrum architektonisch und medial zur Imagebildung genutzt wird.
2.2.1 Begriff
Das alltagssprachliche Verständnis des Begriffs ‚Inszenierung‘, wovon sich auch das Verb ‚inszenieren‘ ableitet, wird oft verwendet, um auszudrücken, dass etwas ‚in einer bestimmen Weise‘ passiert (vgl. DUDENREDAKTION o. J. a). Dabei ist er auch oft negativ konnotiert (vgl. ebd.), beispielsweise in der Aussage ‚Das ist doch alles nur inszeniert.‘, im Zusammenhang mit einem Skandal oder im Sinne von ‚Das ist doch extra so dargestellt (worden).‘
Neben dieser Verwendung im Alltag wird der Begriff vor allem im Bereich des Theaters verwendet, wo die ‚Inszenierung‘ auch ihren Ursprung hat (vgl. FISCHER-LICHTE 1998: 82). Der Begriff wurde im frühen 19. Jahrhundert ins Deutsche übernommen (vgl. ebd.). Er stammt aus dem Französischen von ‚la mise en scène‘, zu Deutsch ‚Setzung in die Szene‘ (vgl. LEWALD 1837: 251 f. nach FISCHER-LICHTE 1998: 82). LEWALD (1837: 307 nach FISCHER-LICHTE 1998: 82) definiert: „‚In die Szene setzen‘ heißt, ein dramatisches Werk vollständig zur Anschauung zu bringen, um durch äußere Mittel die Intention des Dichters zu ergänzen und die Wirkung des Dramas zu verstärken.“ Diese Aufgabe wird im Theater vom Regisseur übernommen und stellt seit dem frühen 20. Jahrhundert eine eigene Kunstform dar (vgl. FISCHER-LICHTE 1998: 83 f.).
‚Inszenierung‘ ist aber nicht nur ein Begriff des Theaters, sondern stellt auch einen ästhetischen Begriff für „die Bereiche Stadt- und Landschaftsplanung, Design, Mode, Kosmetik, Werbung etc.“ (ebd.: 87) dar. Dabei nimmt in diesem Zusammenhang die Wahrnehmung der ‚Inszenierung‘ eine zentrale Rolle ein.
1. Einleitung: Vorstellung des Kölner Rheinauhafens als transformiertes Stadtviertel und Hinführung zur Forschungsfrage der Inszenierung städtischer Räume.
2. Theoretische Grundlagen zur Inszenierung städtischer Räume: Erläuterung der Begriffe Stadt und Urbanität sowie Herleitung der Leitthemen der Inszenierung (Festivalisierung, Historisierung, Kulturalisierung, Globalisierung).
3. Methodik der geographischen Untersuchung: Darlegung des Forschungsdesigns, unterteilt in räumliche Analyse und Medienanalyse anhand von Zeitungsartikeln und Internetpräsenz.
4. Das Untersuchungsgebiet: Der Kölner Rheinauhafen: Überblick über Lage, historische Entwicklung und den Umstrukturierungsprozess vom Hafen zum modernen Dienstleistungsareal.
5. Räumliche Analyse des Kölner Rheinauhafens als Beispiel für die Inszenierung städtischer Räume: Anwendung der theoretischen Kriterien auf den Kölner Rheinauhafen und Diskussion der baulichen Umsetzung.
6. Medienanalyse zur Inszenierung des Kölner Rheinauhafens: Untersuchung der medialen Wahrnehmung des Viertels in Zeitungen und auf der offiziellen Website der Betreibergesellschaft.
7. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfragen zur Inszenierung des Rheinauhafens.
Kölner Rheinauhafen, Stadtgeographie, Inszenierung, Stadtplanung, Urbanität, Transformation, Revitalisierung, Medienanalyse, Kranhäuser, Architektur, Imagebildung, Standortwettbewerb, Postmoderne, Hafenkonzept, Stadtentwicklung.
Die Arbeit analysiert den Kölner Rheinauhafen als ein Beispiel für die gezielte Inszenierung städtischer Räume im Rahmen der modernen Stadtentwicklung.
Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretischen Hintergründe der Stadtinszenierung, die stadtgeographische Transformation des Rheinauhafens sowie dessen mediale Repräsentation.
Das Ziel ist es zu klären, inwiefern der Rheinauhafen Inszenierungsmerkmale aufweist und wie diese durch Medien (Zeitungen und Internetauftritt) kommuniziert werden, um ein bestimmtes Image zu erzeugen.
Es wird eine räumliche Analyse mit Literaturbezug durchgeführt, kombiniert mit einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln und der offiziellen Internetpräsenz.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einbettung, die detaillierte Geschichte des Untersuchungsgebiets sowie die konkrete räumliche und mediale Untersuchung des Standorts.
Wichtige Begriffe sind Inszenierung, Stadtgeographie, Transformation, mediale Vermittlung, Kranhäuser und Standortwettbewerb.
Die Kranhäuser dienen als spektakuläre "Flagship-Gebäude" und architektonische Wahrzeichen, die maßgeblich zur internationalen Aufmerksamkeit und zum modernen Image des Areals beitragen.
Während die offizielle Website den Rheinauhafen durchweg positiv als lebendiges Quartier inszeniert, zeigen Zeitungsartikel ein differenzierteres Bild, das auch Kritik an der Infrastruktur und Zweifel an der Lebendigkeit des Viertels thematisiert.
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