Lizentiatsarbeit, 2004
71 Seiten, Note: CH: 4.8 -> D: 2.2
Einleitung
A. Grundlagen zu Realoptionen
I. Wesensmerkmale der Realoptionen
a) Unsicherheit und Flexibilität als Determinanten der Realoptionen
b) Von der Finanzoption zur Realoption
c) Klassifizierung von Realoptionen
1) Aktivische Realoptionen
2) Passivische Realoptionen
II. Bewertungsansätze von Realoptionen
a) Grundprinzipien der Optionspreisbewertung
1) Replikationsportfolioansatz
2) Prinzip der risikoneutralen Wahrscheinlichkeiten
b) Binomialmodell
c) Black-Scholes-Bewertungsmodell
III. Bewertung von Realoptionen
a) Bewertung einfacher Optionen
1) Abbruchoption
2) Einschränkungsoption
3) Erweiterungsoption
b) Bewertung zusammengesetzter Optionen
1) Zusammengesetzte Optionen paralleler Art
2) Zusammengesetzte Optionen sequentieller Art
c) Bewertung von Wechseloptionen
B. Integration der Realoptionen in die DCF-Unternehmensbewertung
I. Von den DCF-Bewertungsverfahren zum Realoptionsansatz
a) DCF-Ansätze zur Unternehmensbewertung
b) Grenzen der Behandlung von Flexibilität durch Entscheidungsbäume
c) Lösung durch den Realoptionsansatz
1) Additiver Realoptionsansatz
2) Equity Realoptionsansatz
II. Bewertungsprozess unter Einbezug von Realoptionen
a) Struktur des Bewertungsprozesses
b) Besonderheiten bei der Modellierung der Volatilität
1) Bündelung der Unsicherheiten mittels Monte-Carlo-Analyse
2) Berechnung der Volatilität der Unsicherheiten
c) Bestimmung der weiteren Werttreiber
III. Unternehmensbewertung anhand eines Beispiels
a) Ausgangslage der Unternehmung
b) Berechnung des Unternehmenswertes
C. Kritische Würdigung des Realoptionsansatzes in der Unternehmensbewertung
I. Stärken und Schwächen des Realoptionsansatzes
a) Stärken des Realoptionsansatzes in der Unternehmensbewertung
b) Schwächen des Realoptionsansatzes
1) Theoretische Grenzen des Ansatzes
2) Schwierigkeiten der Implementierung in der Praxis
II. Kritische Analyse am Beispiel von „amazon.com“
a) Ausgangslage für die Berechnung
b) Berechnung des Unternehmenswertes
c) Kritische Würdigung der Ergebnisse
III. Möglichkeiten zur Erweiterung des Realoptionsmodells
a) Lockerung der restriktiven Annahmen
b) Einbezug der Spieltheorie in den Realoptionsansatz
Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Konzept der Realoptionen umfassend darzustellen und ein praxisnahes Modell zu entwickeln, welches die Integration von Realoptionen in die Unternehmensbewertung ermöglicht. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Überbrückung der Defizite klassischer Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) durch die Einbeziehung unternehmerischer Handlungsflexibilitäten.
a) Unsicherheit und Flexibilität als Determinanten der Realoptionen
Investitionen sind für die erfolgreiche Zukunft eines Unternehmens von zentraler Bedeutung. In jedem Unternehmen lässt sich eine Vielzahl von Investitionsprojekten identifizieren, welche den Wert der Unternehmung erheblich beeinflussen. Der Erfolg des Unternehmens und dadurch auch der UW hängen stark von der Qualität der Investitionsentscheidungen ab. Die Qualität dieser Entscheidungen wird wesentlich von der Möglichkeit des Unternehmensmanagements auf sich wandelnde äussere Einflüsse zu reagieren beeinflusst. Obwohl es am Anfang unklar sein mag, wie sich diese Flexibilität numerisch auswirken könnte, ist es offensichtlich, dass sie bewertungsrelevant ist. Trotzdem wurde dieser Wert lange Zeit nicht berücksichtigt. Erst im Jahre 1977 prägte Steward C. Meyers im „Journal of Financial Economics“ den Begriff „real options“ als Wahlmöglichkeit, ein Objekt zu einem späteren Zeitpunkt unter günstigeren Konditionen zu erwerben.
Unter einer Realoption versteht man das Recht, aber nicht die Pflicht (Flexibilität), innerhalb eines vereinbarten Zeitraums (Laufzeit der Option) zu festgelegten Kosten (Basis- oder Ausübungspreis) in bestimmter Weise tätig zu werden (z.B. das Projekt zu verschieben, erweitern, reduzieren oder aufzuheben). Nicht jedes Investitionsprojekt erhält jedoch einen Realoptionswert, es muss vielmehr Eigenschaften der Irreversibilität, Unsicherheit und Handlungsflexibilität erfüllen. Ein Projekt wird als irreversibel bezeichnet, wenn die Kosten, welche zur Durchführung aufgewendet wurden, nicht mehr oder nur teilweise zurückgewonnen werden können. Man spricht dann auch von so genannten „sunk costs“. Die Irreversibilität von Entscheidungen stellt ein grundlegendes Element der Unsicherheit dar. Sollten die Kosten einer Entscheidung nicht ohne weiteres zurückgewonnen werden können, besteht für das Unternehmen ein Risiko.
A. Grundlagen zu Realoptionen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, inklusive der Definition, Klassifizierung und der wesentlichen Bewertungsmodelle wie dem Binomialmodell.
B. Integration der Realoptionen in die DCF-Unternehmensbewertung: Hier wird der Prozess der praktischen Anwendung des Realoptionsansatzes zur Bewertung von Unternehmen sowie dessen Vorteile gegenüber starren DCF-Methoden detailliert aufgezeigt.
C. Kritische Würdigung des Realoptionsansatzes in der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel hinterfragt die theoretischen Grenzen und praktischen Implementierungsschwierigkeiten des Modells und analysiert ein Anwendungsbeispiel.
Realoptionen, Unternehmensbewertung, Flexibilitätswert, DCF-Methode, Binomialmodell, Black-Scholes-Modell, Investitionsentscheidungen, Handlungsspielraum, Volatilität, Optionspreisbewertung, Strategische Optionen, Monte-Carlo-Analyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unternehmensbewertung unter Verwendung von Realoptionen, um den Wert unternehmerischer Handlungsflexibilität in unsicheren Marktumfeldern präziser zu erfassen.
Im Mittelpunkt stehen die theoretische Herleitung von Realoptionen, deren mathematische Bewertung sowie die Integration dieser Optionen in die klassische DCF-Unternehmensbewertung.
Ziel ist es, ein praxisnahes Modell aufzuzeigen, mit dem Manager strategische Flexibilitäten quantifizieren können, um eine fundiertere Entscheidungsgrundlage als bei klassischen Bewertungsverfahren zu erhalten.
Es werden insbesondere der Replikationsportfolioansatz, das Binomialmodell, das Black-Scholes-Modell sowie die Monte-Carlo-Simulation zur Modellierung von Unsicherheiten genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung, die Integration in DCF-Verfahren durch einen sechsstufigen Bewertungsprozess und die praktische Anwendung an Fallbeispielen.
Wesentliche Begriffe sind Realoptionen, Flexibilitätswert, Volatilität, Handlungsspielraum, DCF-Unternehmensbewertung und stochastische Prozesse.
Während klassische DCF-Methoden von starren Planungen ausgehen, berücksichtigt der Realoptionsansatz, dass das Management auf neue Informationen reagieren kann, was den Wert des Unternehmens steigert.
Amazon.com dient als praktisches Fallbeispiel, um die Anwendung des Equity-Realoptionsansatzes auf ein börsenkotiertes Unternehmen und die Herausforderungen bei der Datenbeschaffung zu illustrieren.
Die siebte Hürde beschreibt die psychologische Herausforderung des Managements, die Balance zwischen einer exzessiven „Optionsgläubigkeit“ und einer zu großen Scheu vor der Ausübung der Optionen zu finden.
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