Masterarbeit, 2018
57 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Mathematische Textaufgaben
2.1.1 Definition und Anwendung
2.1.2 Textaufgaben als Problemlöseprozess
2.1.3 Schwierigkeiten bei der Bearbeitung
2.2 Numerisch-räumliches Vorstellungsvermögen
2.2.1 Begriffsklärung und Erscheinungsformen
2.2.2 Mentale Repräsentation von Zahlen
2.2.3 Berührungspunkte zwischen Raumvorstellung und Textaufgaben
3. Forschungsziel
4. Methode
4.1 Stichprobe
4.2 Material
4.2.1 Textaufgaben
4.2.2 Numerisch-räumlicher Vorstellungstest
4.3 Durchführung
4.4 Datenanalyse
5. Ergebnisse
6. Diskussion
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, ob erwachsene, mathematisch geübte Personen bei der Bearbeitung von Textaufgaben ähnliche Schwierigkeiten zeigen wie Kinder und inwieweit die Leistung bei solchen Aufgaben mit dem numerisch-räumlichen Vorstellungsvermögen korreliert.
2.1.2 Textaufgaben als Problemlöseprozess
Das Lösen von Textaufgaben stellt einen anspruchsvollen Problemlöseprozess dar, sofern es sich nicht um sehr simple Aufgaben handelt. Kern dieses Prozesses ist die Bildung eines mentalen Modells der Aufgabensituation (Schneeberger, 2009). Innerhalb dieser Modellbildung kommt es zu einem Wechselspiel zwischen verschiedenen „bottom-up“- bzw. „top-down“-Phasen, in dem gegebene Informationen entschlüsselt und neue Informationen generiert und weiterverarbeitet werden (Wilhelm, 2016). Häufig wird dies in Form von idealtypischen Modellierungskreisläufen dargestellt. Durch vereinfachte Schemata soll der Versuch unternommen werden die komplexe Beziehung zwischen Mathematik und realer Welt abzubilden (Schneeberger, 2009). Ein vielzitierter Modellierungskreislauf stammt von Blum & Leiß (2005) und ist in Abbildung 1 zu sehen.
Zu Beginn werden die Lernenden mit der Textaufgabe in einer realen Situation, z.B. im Unterricht konfrontiert (Realsituation). Der erste Schritt besteht darin, die gegebene Aufgabe zu lesen und zu verstehen, wofür es entsprechende Sprachkenntnisse und Lesetechniken bedarf. Neben dem Lesen von separaten Wörtern und einzelnen Sätzen muss eine globale, kohärente Repräsentation der Bedeutung des Textes generiert werden (Richter & Christmann, 2009). Dabei ist Lesen als aktiver, konstruktiver Informationsprozess aufzufassen, bei dem der Text in Wechselwirkung mit dem Vorwissen des Lesers eine sinnhafte Bedeutung erfährt (Hohm, 2005; Reusser, 1997).
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Textaufgaben im Mathematikunterricht sowie Darlegung des Forschungsbedarfs hinsichtlich der Verbindung von Textaufgabenleistung und räumlichen Fähigkeiten bei Erwachsenen.
2. Theoretischer Hintergrund: Umfassende Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zu mathematischen Textaufgaben als Problemlöseprozess und zu den Grundlagen des numerisch-räumlichen Vorstellungsvermögens.
3. Forschungsziel: Ableitung der drei zentralen Hypothesen, die sich auf den Zusammenhang zwischen Raumvorstellung und Textaufgabenleistung sowie den Einfluss von Aufgabenkomplexität und Kontextualisierung beziehen.
4. Methode: Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten Textaufgaben und des eigens entwickelten numerisch-räumlichen Vorstellungstests sowie der durchgeführten statistischen Datenanalyse.
5. Ergebnisse: Darstellung der statistischen Auswertung, die zeigt, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen Raumvorstellung und Textaufgabenleistung besteht, jedoch signifikante Leistungsunterschiede zwischen den Aufgabenbedingungen.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Limitationen der Studie und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der mentalen Repräsentation bei Erwachsenen.
Textaufgaben, Raumvorstellung, mentale Repräsentationen, numerisch-räumliches Vorstellungsvermögen, Problemlöseprozess, Mathematikleistung, kognitive Modellierung, Vergleichsaufgaben, Schulleistung, Psychologie, räumliches Denken, Fehleranalyse, kognitive Belastung, empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht, wie Erwachsene mathematische Textaufgaben bearbeiten und ob ein Zusammenhang zwischen dieser Fähigkeit und ihrem numerisch-räumlichen Vorstellungsvermögen besteht.
Zentrale Themen sind die kognitiven Prozesse beim Lösen von Textaufgaben, die Bedeutung der Raumvorstellung für mathematische Leistungen sowie der Einfluss von realen versus künstlichen Kontexten auf die Aufgabenbearbeitung.
Es soll geklärt werden, ob geübte erwachsene Rechner bei Textaufgaben ähnliche Fehler begehen wie Kinder und ob bessere Leistungen in Textaufgaben mit einer höheren Ausprägung des numerisch-räumlichen Vorstellungsvermögens einhergehen.
Die Studie nutzte ein experimentelles Design, bei dem 31 Studierende 32 verschiedene Textaufgaben bearbeiteten, kombiniert mit einem speziell entwickelten numerisch-räumlichen Vorstellungstest. Die Analyse der Daten erfolgte mittels Pearson-Korrelation und ANOVA mit Messwiederholung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur, die Darstellung des methodischen Aufbaus der Untersuchung sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der gewonnenen empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Textaufgaben, Raumvorstellung, mentale Repräsentationen und numerisch-räumliches Vorstellungsvermögen klassifizieren.
Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Zusammenhang. Dies könnte darauf hindeuten, dass die verwendeten Aufgaben für die erwachsene Stichprobe zu simpel waren oder dass die Probanden primär algorithmische Strategien statt räumlicher Repräsentationen anwendeten.
Die Ergebnisse ergaben, dass Aufgaben, die den Ausdruck „mehr“ enthielten, signifikant häufiger zu Fehlern führten, was darauf hindeutet, dass dieser Aufgabentyp einen anspruchsvolleren Vergleichsprozess erfordert.
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