Fachbuch, 2019
51 Seiten
1 Abstract
2 Theaterpädagogik oder Theatertherapie? – Theaterarbeit!
3 Das Trauma - Die Posttraumatische Belastungsstörung
3.1 Das autobiographische Gedächtnis
3.2 Posttraumatische Belastungsstörung – Folgen und Symptome
3.3 Erfahrungsbericht eines in der Kindheit misshandelten Mädchens
4 Wie kann Theater helfen?
4.1 Gruppenzugehörigkeit
4.2 Freiwilligkeit
4.3 Grundlegendes zur Wirkung des Theaters - Heilkraft per se
4.4 Das Theater der Unterdrückten – Augusto Boal
4.4.1 Grundhypothese - Die Bühne als dichotomischer Raum
4.4.2 Methode „Polizisten im Kopf“
4.5 Arbeitsansatz von Ingrid Lutz mit Opfern von sexueller Gewalt
5 Interdisziplinäre Anforderungen an den Pädagogen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial theaterpädagogischer Methoden in der Unterstützung schwer traumatisierter Kinder und Jugendlicher, insbesondere bei Vorliegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern Theaterarbeit als unterstützender Prozess helfen kann, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und die Lebensqualität sowie das Selbstbild der Betroffenen zu stabilisieren.
3.3 Erfahrungsbericht eines in der Kindheit misshandelten Mädchens
Im Anschluss an die Symptome und Folgeerscheinungen ist es mir gelungen einen Erfahrungsbericht einer Freundin zu erlangen. Ich denke, dass wir den besten Einblick darüber, wie sich sexuell misshandelte Kinder und Jugendliche fühlen, erhalten, wenn wir ihre persönliche Sicht auf die Dinge uns vor Augen führen können.
Bewusst möchte die Verfasserin des Textes mit ihrem richtigen und vollen Namen genannt werden, um einen Schritt gegen ihre jahrelange Scham und die Tabuisierung dieser Thematik zu tun. Aus Datenschutzgründen wurden jedoch der Nachname und alle genaueren Ortsangaben unkenntlich gemacht.
„Es fing an wo ich ca. acht Jahre alt war, mein Vater hatte mich verlassen wo ich vier war, bzw. sind wir vor ihm geflüchtet, er fehlte mir so unheimlich, zu Hause bekam ich kaum Liebe und spürte umso mehr das Loch, welches er in mir hinterlassen hatte.
Wir sind so drei bis vier Mal im Jahr nach Polen zu meiner Oma auf den Bauernhof gefahren, dort wohnten meine Großeltern und meine beiden Onkels im Haus mit. Zu Anfang war der böse Onkel mein Lieblingsonkel und den anderen beachtete ich kaum. Wenn wir dort waren, habe ich es genutzt so viel Zeit wie möglich mit ihm zu verbringen, um meine Liebe, meine kindlichen Bedürfnisse zu stillen.
Er war morgens immer ein Langschläfer und wollte nicht aus dem Bett kommen. Oma hatte immer gesagt: „Geh zu ihm und hole ihn aus dem Bett.“ Dies tat ich natürlich immer. Ich habe mich zu ihm gelegt und ihn geweckt, er unterhielt sich immer mit mir. Er war immer sehr liebevoll, streichelte mich viel, bis er immer langsam weiter und weiter mit der Hand ging.“
1 Abstract: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, aufzuzeigen, wie schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche durch Theaterarbeit unterstützt werden können.
2 Theaterpädagogik oder Theatertherapie? – Theaterarbeit!: Das Kapitel beleuchtet die Begriffsdefinitionen und die wissenschaftliche Einordnung der Theaterarbeit im Spannungsfeld zwischen Pädagogik und Therapie.
3 Das Trauma - Die Posttraumatische Belastungsstörung: Hier werden psychologische Grundlagen der PTBS, die Funktionsweise des Traumagedächtnisses und ein persönlicher Erfahrungsbericht zur Veranschaulichung der Symptomatik dargelegt.
4 Wie kann Theater helfen?: Dieses zentrale Kapitel analysiert die heilende Wirkung des Theaters anhand der Aspekte Gruppenzugehörigkeit, Freiwilligkeit und der Methoden von Augusto Boal und Ingrid Lutz.
5 Interdisziplinäre Anforderungen an den Pädagogen: Es wird die Notwendigkeit einer interdisziplinären Qualifikation betont, die Theaterwissen, Psychologie und Pädagogik miteinander verbindet.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Theaterarbeit einen heilsamen Raum bietet, um Traumafolgen abzumildern, auch wenn sie keine psychotherapeutische Behandlung ersetzt.
Theaterpädagogik, Theatertherapie, Theaterarbeit, Trauma, PTBS, Posttraumatische Belastungsstörung, sexueller Missbrauch, Kindheit, Jugendliche, Katharsis, Augusto Boal, Ingrid Lutz, Traumapädagogik, Selbstbild, Resilienz.
Die Arbeit untersucht, wie gezielte Theaterarbeit eingesetzt werden kann, um schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen und der Linderung von PTBS-Symptomen zu helfen.
Die Arbeit behandelt die psychologischen Grundlagen der Traumatisierung, theaterpädagogische Methoden als therapeutisches Werkzeug sowie die notwendigen Kompetenzen für Pädagogen in diesem Bereich.
Das Ziel ist es, den Nutzen theaterpädagogischer Prozesse für traumatisierte Kinder und Jugendliche wissenschaftlich und praxisorientiert aufzuzeigen.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf die Vorstellung spezifischer Arbeitsansätze, wie das „Theater der Unterdrückten“ von Augusto Boal und traumatherapeutische Projekte von Ingrid Lutz.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Traumas sowie in die detaillierte Darstellung, wie Theaterspielen durch Schutzräume und Rollenarbeit Heilungsprozesse anstoßen kann.
Kernbegriffe sind Theaterarbeit, PTBS, Traumapädagogik, Selbstwirksamkeit, Gruppenzugehörigkeit und emotionale Verarbeitung.
Die Theaterarbeit wird als unterstützender Prozess verstanden, der nicht die Therapie ersetzt, sondern Raum für den Ausdruck von Emotionen schafft und Ressourcen stärkt, die im Alltag durch Traumafolgen blockiert sind.
Das Verständnis der fragmentierten Speicherung von traumatischen Erinnerungen ist entscheidend, um zu begreifen, warum traumatisierte Kinder ihr Erlebtes oft nicht chronologisch wiedergeben können und wie Theater helfen kann, diese Fragmente neu zu integrieren.
Die Rolle bietet Schutz und Distanz („Nicht-Ich“), was es den Betroffenen ermöglicht, sich den schmerzhaften Erlebnissen zu stellen, ohne von diesen erneut überwältigt zu werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

