Masterarbeit, 2018
98 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zielgruppe: Menschen mit Komplexer Behinderung
3. Entwicklung der Behindertenhilfe
3.1 Historische Entwicklung
3.2 Das Paradigma der Selbstbestimmung
3.3 Das Paradigma der Personenzentrierung
4. Das Schema der emotionalen Entwicklung (SEO)
4.1 Grundlagen des SEOs
4.2 Aufbau des SEOs
4.3 Anwendung des SEOs
4.4 Weiterentwicklung des SEOs
5. SEO in der Behindertenhilfe
6. Überlegungen zur praktischen Anwendung: Ein exemplarischer Einzelfall
6.1 Rahmenbedingungen
6.2 Durchführung und Auswertung
7. Konsequenzen
7.1 Konkrete Maßnahmen für die Praxis
7.2 Umsetzung von Personenzentrierung und Selbstbestimmung
8. Diskussion
8.1 Exemplarischer Einzelfall: Kritik am Vorgehen
8.2 Bedeutung der Kommunikation
8.3 Umgebungsveränderungen unter gegebenen Rahmenbedingungen
8.4 Altersangemessenheit und Gefahr der Überpädagogisierung
8.5 Anerkennung von Behinderung und Bedürfnissen
8.6 SEO und Personenzentrierung
8.7 SEO und Selbstbestimmung
9. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie das Schema der emotionalen Entwicklung (SEO) genutzt werden kann, um bei Menschen mit Komplexer Behinderung die Paradigmen der Selbstbestimmung und Personenzentrierung in der Praxis wirksam umzusetzen.
3.2 Das Paradigma der Selbstbestimmung
Durch die beschriebene Verbreitung des humanistischen Menschenbildes und entwicklungs-orientierter Ansätze, rücken Persönlichkeitsentwicklung, gelingende Sozialisation, die Verbesserung von Lebenssituationen und eine Erhöhung der Lebensqualität (vgl. Boller, 2003) als Ziele der Behindertenhilfe in den Fokus. Selbstbestimmung und Personenzentrierung werden zu neuen Leitbildern, die auch die Praxis der Behindertenhilfe verändern sollen (vgl. Theunissen, 2001). Die Idee der Selbstbestimmung findet sich bereits in der Normalisierungsbewegung und dem Empowerment-Gedanken wieder. Normalisierung fordert Selbstbestimmung in Form von Kontrolle über die eigenen Lebensumstände (vgl. Lingg&Theunissen, 1993) und auch Empowerment hat als Ziel einen Zugewinn an Autonomie, indem Selbstbestimmungsfähigkeiten entdeckt und gestärkt werden (vgl. Herriger, 2014). In den späten 60er Jahren entstand in den USA die Independent-Living-Bewegung, welche die Forderung nach Selbstbestimmung in der Behindertenhilfe verbreitete (vgl. Hähner, 2013a).
Die Bewegung ging in erster Linie von Menschen mit körperlicher Behinderung aus, welche sich gegen Unterdrückung und Fremdbestimmung, für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben einsetzten. Anfangs gab es kaum Berührungspunkte mit Menschen mit geistiger Behinderung (vgl. Rock, 2001), doch mit Gründung der People-First-Bewegung, forderten auch Menschen mit geistiger Behinderung mehr Selbstbestimmung (vgl. Hähner, 2013a). Selbstbestimmung, oft synonym verwendet mit Autonomie oder Unabhängigkeit (vgl. Welti, 2012), hat sich zu einer der wichtigsten Leitideen der modernen Behindertenhilfe entwickelt (vgl. Fornefeld, 2008; Dederich, 2013). Sie findet sich nicht nur in den Leitbildern behindertenpädagogischer Einrichtungen und in den Forderungen von Menschen mit Behinderung selbst, sondern ist auch in den sozialrechtlichen Grundlagen (SGB IX) fest verankert. Eine universelle Definition von Selbstbestimmung gibt es nicht, aber das Wort an sich verrät, dass es darum geht etwas selbst zu bestimmen. Selbstbestimmung bedeutet Entscheidungs- und Handlungsautonomie (vgl. Theunissen, 1999). Es geht darum, selbst über Dinge entscheiden zu können und selbst tätig zu werden.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der Behindertenhilfe hin zu Inklusion und Selbstbestimmung sowie die Problematik, dass Menschen mit Komplexer Behinderung oft von diesen Entwicklungen ausgeschlossen bleiben.
2. Zielgruppe: Menschen mit Komplexer Behinderung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Menschen mit Komplexer Behinderung und beleuchtet die medizinischen sowie sozialen Kriterien, die diese heterogene Gruppe charakterisieren.
3. Entwicklung der Behindertenhilfe: Es werden die historischen Etappen und zentralen Paradigmen, insbesondere Normalisierung, Empowerment, Inklusion, Selbstbestimmung und Personenzentrierung, dargestellt.
4. Das Schema der emotionalen Entwicklung (SEO): Das Kapitel führt in das von Anton Došen entwickelte Schema ein, erklärt dessen theoretische Basis und die einzelnen Phasen der emotionalen Entwicklung.
5. SEO in der Behindertenhilfe: Hier wird erläutert, wie das SEO als Grundlage für die pädagogische Betreuung und zur Verringerung herausfordernder Verhaltensweisen in der Praxis genutzt werden kann.
6. Überlegungen zur praktischen Anwendung: Ein exemplarischer Einzelfall: Anhand eines Fallbeispiels wird konkret aufgezeigt, wie der emotionale Entwicklungsstand eines Bewohners erhoben und ausgewertet wird.
7. Konsequenzen: Das Kapitel leitet aus dem Fallbeispiel konkrete praxisnahe Maßnahmen ab, um Selbstbestimmung und Personenzentrierung für den Klienten zu fördern.
8. Diskussion: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Vorgehen im Fallbeispiel sowie eine Reflexion über Gefahren wie Infantilisierung und die Bedeutung von Kommunikation.
9. Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Berücksichtigung der emotionalen Entwicklung zwar förderlich ist, aber einen ganzheitlichen Ansatz sowie eine kritische Reflexion erfordert.
Emotionale Entwicklung, SEO, Behindertenhilfe, Personenzentrierung, Selbstbestimmung, Komplexe Behinderung, Inklusion, Empowerment, Herausforderndes Verhalten, Diagnostik, Bedürfnisorientierung, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung, Normalisierungsprinzip, Teilhabe
Die Arbeit untersucht, inwiefern das „Schema der emotionalen Entwicklung“ (SEO) dazu beitragen kann, die in der Behindertenhilfe zentralen Leitbilder der Selbstbestimmung und Personenzentrierung speziell für Menschen mit Komplexer Behinderung umzusetzen.
Die Arbeit verknüpft entwicklungspsychologische Grundlagen (SEO) mit den aktuellen rechtlichen und ethischen Anforderungen der Behindertenhilfe sowie der konkreten Arbeitspraxis in Einrichtungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Orientierung am emotionalen Entwicklungsstand dabei helfen kann, Maßnahmen passgenauer zu gestalten und somit die Lebensqualität sowie Teilhabemöglichkeiten der Klienten zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und kombiniert diese mit einer qualitativen Einzelfallanalyse in einer Einrichtung der Diakonie Michaelshoven.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des SEO und der Paradigmen sowie in einen Praxisteil, in dem die Anwendung des SEO-Verfahrens bei einem Bewohner exemplarisch dokumentiert und reflektiert wird.
Die zentralen Begriffe sind emotionale Entwicklung, Personenzentrierung, Selbstbestimmung und Komplexe Behinderung.
Da sich die Hilfeangebote oft am kognitiven Niveau orientieren, kommt es häufig zu einer Überforderung. Das SEO ermöglicht eine differenziertere Sicht auf die emotionalen Bedürfnisse und das Verhalten der Klienten.
Die Arbeit warnt kritisch vor der Gefahr einer „Überpädagogisierung“ und einer möglichen Infantilisierung der Klienten, wenn emotionale Bedürfnisse fälschlicherweise ausschließlich als kindlich und nicht als menschlich interpretiert werden.
Kommunikation wird als fundamentale Voraussetzung für emotionale Entwicklung und Teilhabe identifiziert, wobei die Arbeit kritisiert, dass das SEO-Instrument den Fokus zu stark auf verbale Fähigkeiten legt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das SEO zwar ein wertvolles Werkzeug zur Bedarfsermittlung ist, eine echte Personenzentrierung jedoch zwingend die aktive Beteiligung und Einbeziehung der betroffenen Menschen selbst erfordert.
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