Bachelorarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Unzuverlässiges Erzählen im Film
2.2 Abgrenzung der Begriffe: Plot Point und (Final-) Plot Twist
2.3 Bestimmung eines Protagonisten und Antagonisten
3 Die unzuverlässigen Erzählstile von Fincher und Nolan
3.1 David Fincher
3.1.1 Ausweglosigkeit der Protagonisten
3.1.2 Informationsexzess
3.2 Das unzuverlässige Erzählen bei Nolan
3.2.1 Ambivalenz der Protagonisten und Antagonisten
3.2.2 Informationsdefizit
4 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Mechanismen und Ausprägungen des unzuverlässigen Erzählens in ausgewählten Spielfilmen der Regisseure David Fincher und Christopher Nolan. Dabei wird analysiert, wie diese Regisseure durch narrative Strukturen, Inszenierungstechniken und Informationsmanipulation die Wahrnehmung des Zuschauers beeinflussen und gezielt steuern.
3.1.1 Ausweglosigkeit der Protagonisten
In David Finchers Filmen widerfährt den Protagonisten oftmals das Grauen, obwohl sie damit überhaupt nicht rechnen. Doch diesem finsteren Schicksal können sie sich entweder entsagen oder beugen. So ist beispielsweise in Alien³ Ellen Ripley, gespielt von Sigourney Weaver, wie in den ersten zwei Filmen der Alien-Reihe, die Protagonistin. Als der Prototyp einer Einzelkämpferin vollzieht sich in diesem dritten Teil eine Veränderung ihrer Persönlichkeit. Dieser Prozess endet, als die personifizierte Widerstandskämpferin feststellen muss, dass sie in sich einen Teil einer außerirdischen Lebensform beherbergt, was schlussendlich im Selbstmord ihrerseits und gleichzeitig im Mord des ungeborenen Embryos mündet (vgl. Schnelle 2002: 20-23). Anders verhält es sich in The Curious Case of Benjamin Button. Hier ist die Ausweglosigkeit des Protagonisten Benjamin Buttons im Prozess des Altwerdens zu finden, da er als physischer Greis geboren wurde. Anstatt körperlich älter zu werden, wird dieser mit zunehmenden Alter immer jünger, was ihn letztendlich als Säugling sterben lässt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des unzuverlässigen Erzählens im Film ein und erläutert die Forschungsansätze sowie die Relevanz der Analyse der Regisseure David Fincher und Christopher Nolan.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert das unzuverlässige Erzählen, grenzt zentrale Begriffe wie Plot Point und Plot Twist ab und erarbeitet Kriterien zur Bestimmung von Protagonisten und Antagonisten.
3 Die unzuverlässigen Erzählstile von Fincher und Nolan: Hier werden anhand konkreter Filmbeispiele die spezifischen Erzählstrategien von Fincher, insbesondere Ausweglosigkeit und Informationsexzess, sowie von Nolan, vor allem Ambivalenz und Informationsdefizit, untersucht.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Inszenierung des unzuverlässigen Erzählens bei beiden Regisseuren zusammen und zieht ein abschließendes Resümee.
Unzuverlässiges Erzählen, David Fincher, Christopher Nolan, Filmwissenschaft, Narratologie, Plot Twist, Figurenkonstellation, Informationsdefizit, Informationsexzess, Diegese, Film, Analyse, Zuschauersteuerung, Ambivalenz, Ausweglosigkeit
Die Arbeit befasst sich mit der filmwissenschaftlichen Analyse des unzuverlässigen Erzählens in den Werken von David Fincher und Christopher Nolan.
Zentrale Themen sind die narrativen Strukturen, die Manipulation der Zuschauerwahrnehmung durch Informationen sowie die Ausgestaltung von Figurenkonstellationen im Kontext von Unzuverlässigkeit.
Das Ziel ist der systematische Vergleich der unzuverlässigen Erzählstile der beiden Regisseure und die Untersuchung der eingesetzten technischen und narrativen Mittel.
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich auf ein theoretisches Grundgerüst zur Narratologie und Figurenkonstellation stützt.
Der Hauptteil analysiert spezifische Merkmale wie Ausweglosigkeit und Informationsexzess bei Fincher sowie Ambivalenz und Informationsdefizit bei Nolan anhand zahlreicher Filmbeispiele.
Wichtige Begriffe sind unter anderem unzuverlässiges Erzählen, Plot Twist, Diegese, Narratologie und Zuschauersteuerung.
Fincher arbeitet häufig mit einem Informationsexzess, der den Zuschauer bei der ersten Sichtung überfordert, während Nolan vermehrt auf gezielte Informationsdefizite und komplexe Zeitstrukturen setzt.
Der Plot Twist dient bei beiden als zentrales Instrument, um die bisherige Handlung rückwirkend neu zu bewerten, wobei Fincher oft psychologische Ausweglosigkeit thematisiert und Nolan häufig die Faktenbasis und Wahrnehmung destabilisiert.
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