Bachelorarbeit, 2017
93 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Stand der Technik
2.1 Nudging
2.1.1 Definition Nudging
2.1.2 Einordnung von Nudging in verwandte Themengebiete
2.1.3 Grundlagen des menschlichen Verhaltens
2.1.4 Relevante Heuristiken im Hinblick auf Nudging
2.1.5 Anwendung und Auslegung von Nudges
2.2 Produktion
2.2.1 Auftragsabwicklung
2.2.2 Shop-Floor
3 Nudging als produktivitätssteigernde Maßnahme in der Produktion
3.1 Use Case 1 – ERP-Systemanwender
3.2 Use Case 2 – Verhaltensregulierung durch Haptik
3.3 Use Case 3 – Produktivitätssteigerung durch Visualisierung
3.4 Use Case 4 – Performancesteigerung durch auditive Reize
3.5 Use Case 5 – Aufbau einer motivierenden Führungskultur
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht die Anwendbarkeit und das Potenzial von Nudging als verhaltensökonomische Methode zur Steigerung der Produktivität in produzierenden Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie verhaltensbasierte Regulierungen in die Auftragsabwicklung und in die Shop-Floor-Ebene integriert werden können, um menschliche Fehlentscheidungen durch gezielte Reize zu minimieren und effizientere Prozesse zu fördern, ohne die Wahlfreiheit einzuschränken.
3.1 Use Case 1 – ERP-Systemanwender
Der im folgenden geschilderte Anwendungsfall behandelt den Umgang und die Problematiken mit Datenmengen, die im Rahmen einer Auftragsabwicklung auszuwerten und zu verarbeiten sind. Insbesondere mit Blick auf die vierte industrielle Revolution stellt die Handhabung mit Big Data eines der zentralen Herausforderungen dar. Es müssen große Datenmengen aufbereitet und dem End-User zur Verfügung gestellt werden. Der Anwendungsfall bezieht sich auf die Auswertung von Daten aus einem ERP-System. Ausgangssituation ist, dass der Benutzer des User-Interfaces mit den Daten aus dem Anwendungssystem visuell in Kontakt kommt. Potenzielle Fehlerquellen sind hierbei eine unzureichende Aufnahme und unvollständige Erfassung der Daten seitens der Mitarbeiter. Diese sind permanenter Datenbelieferung ausgesetzt, was große mentale Ressourcen beansprucht, damit diese Daten verarbeitet werden können. In Anbetracht der Tatsache, dass die Konzentrationsfähigkeit bereits nach zwanzig Minuten intensiver Arbeit anfängt abzunehmen, stellt sich die Frage, ob die dauerhafte Informationsbereitstellung für Mitarbeiter tatsächlich von Nöten ist (s. GROLL 2012, S. 1).
Eine mögliche Konsequenz könnte sich anhand einer selektiven Wahrnehmung äußern. Auf sie würde der Entscheider zurückgreifen, um auf der einen Seite die Komplexität des Dateninputs für sich zu reduzieren, da er nur eine begrenzte Aufmerksamkeit hat und auf der anderen Seite seine angenommenen Hypothesen einfacher zu bestätigen. Die selektive Wahrnehmung und der confirmation bias sind, wie in Kapitel 2.1.4 beschrieben, Heuristiken, nach dem der Entscheider Informationen, die seine Entscheidung befürworten, bevorzugt aufnimmt. Da er in der Regel ein hohes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Produktionsplanung besitzt, strebt er eine positive Darstellung seiner Leistungen an, die auch möglichst von anderen Leuten wahrgenommen werden sollen. So können jedoch wichtige Informationen für die Planung, die den Entscheider in ein schlechtes Bild rücken könnten, ignoriert bzw. weniger beachtet werden. Folglich bestünde die Gefahr, fatale Fehler, beispielsweise bei der Einhaltung der Liefertermine oder bei der Menge der zu beschaffenden Teilen, zu begehen.
1 Einleitung: Einführung in die Herausforderungen produzierender Unternehmen im Kontext der vierten industriellen Revolution und Vorstellung des Nudging-Ansatzes als Lösungsmethode.
2 Stand der Technik: Theoretische Fundierung von Nudging, menschlichem Entscheidungsverhalten und Produktionssystemen, inklusive einer Einordnung der Begriffe in den psychologischen und betriebswirtschaftlichen Kontext.
3 Nudging als produktivitätssteigernde Maßnahme in der Produktion: Konkrete Anwendungsszenarien (Use Cases), die Nudging-Methoden nutzen, um die Leistung in der Auftragsabwicklung und auf der Shop-Floor-Ebene zu verbessern.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse der Arbeit und Diskussion über den zukünftigen Forschungsbedarf sowie die Notwendigkeit empirischer Validierungen der vorgeschlagenen Nudges.
Nudging, Produktion, Auftragsabwicklung, Entscheidungspsychologie, Kognitive Verzerrung, Lean Management, Shop-Floor, Heuristiken, Produktivitätssteigerung, Verhaltensökonomie, Bestandsmanagement, Prozessoptimierung, Informationsverarbeitung, Behavioral Economics, Mitarbeiterführung.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Nudging – einer verhaltensökonomischen Methode zur subtilen Beeinflussung menschlicher Entscheidungen – im industriellen Umfeld der Produktion und Auftragsabwicklung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verhaltensökonomie, der Entscheidungstheorie, dem Lean Management, dem Shop-Floor-Management sowie der Integration von IT-Systemen in die Auftragsplanung.
Ziel ist es, Anwendungsfälle zu entwickeln, wie Nudging-Methoden dazu beitragen können, die Produktivität in produzierenden Unternehmen durch eine verbesserte Entscheidungsqualität der Mitarbeiter zu steigern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um das Konzept des Nudgings auf die spezifischen Herausforderungen und Arbeitsabläufe in der industriellen Produktion zu übertragen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der kognitiven Grundlagen (Heuristiken, Verzerrungen) und eine praktische Anwendung durch fünf spezifische Use Cases, die von der ERP-Systembedienung bis zur Führungskultur reichen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nudging, Produktivitätssteigerung, kognitive Verzerrung, Shop-Floor-Management und verhaltensbasierte Regulierung geprägt.
In Use Case 1 wird erläutert, dass eine visuelle Hervorhebung kritischer Kennzahlen (KPIs) durch Kontrast-Effekte dazu beitragen kann, die Aufmerksamkeit der Planer gezielter zu lenken und fatale Fehler bei der Auftragsdisposition zu vermeiden.
Der Fokus liegt stärker auf der direkten, wertschätzenden Führung vor Ort und der Einbindung der Mitarbeiter in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung, anstatt nur von oben herab Anweisungen zu erteilen.
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