Diplomarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung
2. Investitionsstandort Volksrepublik China
2.1 Politischer Transformationsprozess
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Ökonomische Situation
2.3.1. Bruttoinlandsprodukt
2.3.2. Außenhandel
2.3.3. Ausländische Direktinvestitionen
2.4 Kulturelle Aspekte: „Guanxi“ und „Mianzi“
2.5 Zwischenfazit
3. Strategien des Managements internationaler Unternehmen – Darstellung des Untersuchungsgegenstandes
3.1 Internationale Unternehmensstrategie
3.2 Internationale Markteintrittsstrategie
4. Die Transaktionskostentheorie
4.1 Grundlagen der Transaktionskostentheorie
4.1.1. Transaktion
4.1.2. Transaktionskosten
4.2 Einflussgrößen auf die Höhe der Transaktionskosten
4.2.1. Verhaltensannahmen
4.2.2. Umweltmerkmale
4.3 Koordinationsformen der Transaktion: Markt und Hierarchie
4.4 Zwischenfazit
5. Equity Joint Ventures (EJV) in der VR China
5.1 Grundlagen: Abgrenzung EJV von CJV
5.2 Voraussetzungen
5.3 Motive
5.3.1. Seitens der chinesischen Unternehmen
5.3.2. Seitens der internationalen Unternehmen
5.4 Der Prozess eines EJV in der VR China
5.4.1. Ex ante: Initiierungsphase
5.4.2. Ex ante: Verhandlungs- bzw. Gründungsphase
5.4.3. Ex post: Betriebs- und Kontrollphase
5.4.4. Ex post: Beendigungsphase
5.5 Zwischenfazit
6. Wholly Foreign-Owned Enterprises (WFOE) in der VR China
6.1 Grundlagen
6.2 Voraussetzungen
6.3 Motive
6.4 Der Prozess eines WFOE in der VR China
6.4.1. Ex ante: Initiierungsphase
6.4.2. Ex ante: Verhandlungs- und Gründungsphase
6.4.3. Ex post: Betriebs- und Kontrollphase
6.4.4. Ex post: Beendigungsphase
6.5 Zwischenfazit
7. Gegenüberstellung: EJV versus WFOE
7.1 Vorteile: EJV versus WFOE
7.2 Nachteile: EJV versus WFOE
7.3 Strategiealternativen
7.3.1. Vom EJV zum WFOE
7.3.2. EJV und WFOE
7.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die beiden gängigsten Markteintrittsstrategien mit Direktinvestitionen in der Volksrepublik China – das Equity Joint Venture (EJV) und das Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE) – auf Basis der Transaktionskostentheorie zu vergleichen. Dabei wird analysiert, welche Form der Koordination von Transaktionen unter Berücksichtigung der spezifischen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen in China am effizientesten ist, um langfristig Wettbewerbsvorteile zu generieren.
4.2.1. Verhaltensannahmen
Zu den Verhaltensannahmen, bezüglich der Charakterisierung der menschlichen Natur, den so genannten „human factors“ bzw. der „behavioral uncertainty“, zählen die begrenzte Rationalität und das opportunistische Verhalten.
Die Verhaltensannahme der begrenzten Rationalität („bounded rationality“) nimmt einen zentralen Stellenwert in der Transaktionskostentheorie ein und findet ihren Ursprung in der Integration von verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen in der Organisationstheorie (Osterheld, 2001: 116). Unter der Annahme der begrenzten Rationalität versteht man die Tatsache, dass sich Individuen zwar um vollständig ökonomisch rationales Verhalten bemühen. Im Gegensatz zum neoklassischen Akteur, an den weit überspannte Rationalitätsanforderungen gestellt werden, sind Individuen aufgrund ihrer begrenzten kognitiven Fähigkeiten nur eingeschränkt dazu in der Lage, Informationen aufzunehmen, weiterzuverarbeiten und zu speichern. Der Begriff der begrenzten Rationalität kann deshalb auch als natürlich menschliche, tatsächlich erzielbare Rationalität beschrieben werden. „Decision makers are intentionally rational, but only limitedly so“(Simon, 1976: XXVIII). Demzufolge handeln Transaktionspartner zwar effizienzorientiert und bemühen sich um rationales Verhalten, „(...) jedoch verhindern kognitive Grenzen der Informationsbeschaffung und -verarbeitung sowie der Kommunikationsfähigkeit, dass das Individuum objektiv rationale Entscheidungen treffen kann“ (Fu, 2005: 94). Von daher sind Verträge immer unvollkommen. Die Suche nach zusätzlichen Informationen und die Überbrückung des Kommunikationsdefizits (hierunter sind ebenso Sprachbarrieren zu verstehen) zur Verringerung dieser Unvollkommenheit verursacht dabei Transaktionskosten (vgl. Weiss, 1996: 54; Osterheld, 2001: 117). Diese Transaktionskosten nimmt das Individuum nur auf, wenn der daraus erwartbare Nutzen höher ist. Folglich ist die Frage die, welche Koordinationsform den Nutzen maximieren kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des chinesischen Marktes ein und definiert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit, Markteintrittsstrategien mittels Transaktionskostentheorie zu bewerten.
2. Investitionsstandort Volksrepublik China: Das Kapitel beleuchtet die politischen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen Chinas sowie die kulturelle Relevanz von „Guanxi“ und „Mianzi“.
3. Strategien des Managements internationaler Unternehmen – Darstellung des Untersuchungsgegenstandes: Hier werden die Grundlagen internationaler Unternehmens- und Markteintrittsstrategien dargestellt, die den Rahmen für die Analyse bilden.
4. Die Transaktionskostentheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Transaktionskostentheorie, einschließlich relevanter Kostenarten, Einflussgrößen und Koordinationsformen.
5. Equity Joint Ventures (EJV) in der VR China: Eine detaillierte Analyse der EJV als Markteintrittsstrategie, inklusive Prozessphasen und spezifischer Chancen und Risiken im chinesischen Kontext.
6. Wholly Foreign-Owned Enterprises (WFOE) in der VR China: Untersuchung der WFOE-Strategie als Alternative zum EJV, unter besonderer Betrachtung der Aspekte Kontrolle und Flexibilität.
7. Gegenüberstellung: EJV versus WFOE: Ein zusammenfassender Vergleich beider Strategien hinsichtlich Vor- und Nachteilen, gefolgt von einer Erörterung möglicher Strategiealternativen.
Volksrepublik China, Equity Joint Venture, Wholly Foreign-Owned Enterprise, Transaktionskostentheorie, Markteintrittsstrategie, Direktinvestitionen, Guanxi, Mianzi, Koordination, Kontrollkosten, Opportunismus, begrenzte Rationalität, Institutionenökonomik, Technologietransfer, Unternehmensstrategie.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich von Markteintrittsstrategien internationaler Unternehmen in der Volksrepublik China, wobei der Fokus auf den zwei wichtigsten Formen der Direktinvestition liegt: dem Equity Joint Venture (EJV) und dem Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE).
Die Arbeit verknüpft die betriebswirtschaftliche Theorie der Transaktionskosten mit den spezifischen Gegebenheiten des chinesischen Marktes, einschließlich politischer Reformen, rechtlicher Rahmenbedingungen und kultureller Besonderheiten wie „Guanxi“.
Das Ziel ist es, eine Entscheidungshilfe für das Management internationaler Unternehmen zu entwickeln, um zu bestimmen, welche Markteintrittsform im chinesischen Umfeld effizienter ist, um Transaktionskosten zu minimieren und Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Die Arbeit nutzt die Transaktionskostentheorie der Neuen Institutionenökonomik als theoretisches Modell, ergänzt durch eine prozessuale Analyse der Markteintrittsphasen und Fallbeispiele wie die Volkswagen AG.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung, Durchführung und Kontrolle von EJVs und WFOEs in den verschiedenen Phasen des Markteintritts, bewertet die Rolle von lokalen Partnern und beleuchtet die Herausforderungen bei der Kontrolle und dem Schutz von Know-how.
Die zentralen Konzepte umfassen Markteintrittsstrategien, Transaktionskostentheorie, Equity Joint Venture (EJV), Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE), „Guanxi“ und die Dynamik von Kooperation versus Hierarchie.
„Guanxi“ fungiert als informelles Netzwerk, das in einem formell unzureichend entwickelten Rechtssystem Unsicherheiten reduziert. Investitionen in diese Beziehungen können dazu beitragen, Such- und Verhandlungskosten zu senken, bergen jedoch auch Risiken für opportunistisches Verhalten.
Die Erfahrungen der Volkswagen AG dienen dazu, die komplexen Anforderungen und die langen Verhandlungsprozesse bei der Gründung eines EJVs in China sowie die praktischen Herausforderungen des Technologietransfers und der Führung eines deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmens zu veranschaulichen.
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