Masterarbeit, 2019
128 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Thematische Annäherung
3. Die Kompetenz Sprechen
3.1. Was ist die Kompetenz Sprechen?
3.2. Was sind die Besonderheiten?
3.3. Rahmenbedingungen und Zielsetzungen
4. Mündliche Prüfungen als Vorgabe für den Fachunterricht
4.1. Projekte als Klassenarbeits-/Klausurersatzleistung
4.1.1. Vorstellung des Konzepts
4.1.2. Reflexion der Umsetzbarkeit
4.2. Mündliche Leistungsfeststellung in der Qualifikationsphase
4.2.1. Vorstellung des Konzepts
4.2.2. Reflexion der Umsetzbarkeit
4.3. Exkurs: Mündliche Prüfungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen
5. Mündliche Prüfungen in der gymnasialen Oberstufe in der Diskussion
5.1. Methodisches Vorgehen
5.2. Zusammenfassung der Interviews
5.2.1. Interview I, Lehrkraft, seit 16 Jahren im Schuldienst
5.2.2. Interview 2, Lehrkraft, seit 12 Jahren im Schuldienst
5.2.3. Interview 3, Referendarin
5.2.4. Interview 4, Lehrkraft, seit 15 Jahren an der Schule, Ausbildung zur Lehrkraft im Laufe dieser Zeit
5.2.5. Interview 5, Lehrkraft, seit 16 Jahren im Schuldienst tätig
5.2.6. Interview 6/7, Lehrkräfte, seit einem/vier Jahren im Schuldienst
5.2.7. Interview 8/9, Lehrkräfte, tätig im Schuldienst: keine Angabe
5.3. Auswertung der Interviews
6. Bewertung
6.1. Die Gütekriterien in der Bewertung
6.2. Bewertungsschwerpunkte, Bewertungsskalen, Bewertungsraster
6.3. Zeugnisnote: Mündlich vs. Schriftlich
7. Formen von mündlichen Prüfungen
7.1. Interrogazioni
7.2. Wichtige Aspekte und Forderungen für mündliche Klassenarbeiten
7.3. Einzelprüfungen vs. Paar- und Gruppenprüfungen
7.4. Das Sprachendorf
8. Organisation und Voraussetzungen
8.1 Vorbereitung
8.2. Organisation und Durchführung
9. Zeitpunkt von mündlichen Klassenarbeiten: Klassenstufe und Rang der Fremdsprache
9.1 Mündliche Klassenarbeiten in der Sek II
9.2. Mündliche Klassenarbeiten in der Sek I
9.3 Mündliche Klassenarbeiten ab der 3. Fremdsprache
9.3.1. Exkurs: Forschungsstand Mehr- und Tertiärsprachendidaktik
10. Vernachlässigung der Schriftlichkeit
11. Überwindung und Sprechhemmungen
12. Fazit und Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht die Einführung mündlicher Klassenarbeiten im Italienischunterricht, indem sie fachdidaktische Anforderungen mit der aktuellen Schulpraxis und den Erfahrungen von Lehrkräften verknüpft, um Lösungsansätze für eine modernere, kompetenzorientierte Leistungsbewertung zu entwickeln.
3.1. Was ist die Kompetenz Sprechen?
Die Kompetenz Sprechen ist eine der Kompetenzen, die nach dem Rahmenlehrplan unter die „funktionale kommunikative Kompetenz“ fällt. Neben Sprechen gehören auch das „Hör-/Hörsehverstehen, Leseverstehen, Schreiben und die Sprachmittlung“ zu diesem Kompetenzbereich.
Nach Teschs Definition ist das fremdsprachliche Sprechen eine besondere Form des Sprechens, denn: „Fremdsprachliches Sprechen ist meist verbunden mit Hör- und Hörsehverstehen und gilt daher auch als Integrationskompetenz aus rezeptiven (Hören) und produktiven Teilkompetenzen. Es greift in komplexer Weise auf verschiedene Wissens- und Handlungsressourcen zurück.“
Die Kompetenz Sprechen zu fördern gilt als das „übergeordnete Ziel“ des Fremdsprachenunterrichts. „Die Förderung dieser Kompetenz mit dem Ziel der Flüssigkeit, der semantischen und funktionalen Akzeptanz beziehungsweise der Korrektheit ist komplex und langwierig“ und damit das „spontane fremdsprachliche Sprechen in interaktiven Kommunikationssituationen“ die Herausforderung, die SuS durch erfolgreichen Fremdsprachenunterricht lernen sollen.
Die Wichtigkeit der Kompetenz lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: „Sprache wird in erster Linie gesprochen und in geringerem Umfang geschrieben“. In Zahlen bedeutet das für die Kommunikation im Alltag ein Verhältnis von „8:7:4:2 = Hören: Sprechen: Lesen: Schreiben“. An anderer Stelle werden die Zahlen noch deutlicher: „Das Verhältnis vom Mündlichen zum Schriftlichen im gesamten alltäglichen Sprachgebrauch beträgt durchschnittlich 95 Prozent zu fünf Prozent.“ Fest steht: Die Mündlichkeit überwiegt.
Aber: „Die Beherrschung der mündlichen Sprache“ stellt „weitaus höhere Ansprüche an den Sprecher […], als dies das Schriftliche vom Schreiber verlangt“, da sie so komplex ist. Trotz der neuen Kommunikationswege über Messenger wie Whats App und Co ist die vorherrschende Kommunikationsstruktur in der Gesellschaft nach wie vor das Mündliche.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und Umsetzung mündlicher Klassenarbeiten im Italienischunterricht, da dieser Bereich im fachdidaktischen Diskurs bisher kaum beleuchtet wurde.
2. Thematische Annäherung: Der Autor erläutert die persönliche Motivation hinter der Arbeit und kritisiert den überwiegend grammatiklastigen Unterricht an Berliner Schulen trotz des PISA-bedingten Paradigmenwechsels.
3. Die Kompetenz Sprechen: Es wird fachdidaktisch definiert, was die Kompetenz Sprechen umfasst, welche Bedeutung sie in modernen Fremdsprachen einnimmt und welche besonderen Herausforderungen sie in der Unterrichtspraxis darstellt.
4. Mündliche Prüfungen als Vorgabe für den Fachunterricht: Dieses Kapitel analysiert aktuelle Vorgaben für mündliche Leistungsfeststellungen und beleuchtet sowohl Projektarbeiten als auch offizielle mündliche Prüfungen in der Qualifikationsphase, inklusive eines Exkurses zu anderen Bundesländern.
5. Mündliche Prüfungen in der gymnasialen Oberstufe in der Diskussion: Auf Basis von neun Experteninterviews mit Lehrkräften wird das aktuelle Verständnis und die Einstellung zu mündlichen Klassenarbeiten im Italienischunterricht ausgewertet.
6. Bewertung: Der Fokus liegt hier auf den Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) und den Schwierigkeiten bei der Bewertung mündlicher Leistungen im Vergleich zur Schriftlichkeit.
7. Formen von mündlichen Prüfungen: Es werden verschiedene Prüfungsformate wie die Interrogazioni, Paar-/Gruppenprüfungen und das Sprachendorf hinsichtlich ihrer Eignung für den Unterricht kritisch diskutiert.
8. Organisation und Voraussetzungen: Das Kapitel behandelt den notwendigen organisatorischen Aufwand sowie die Bedeutung einer transparenten Vorbereitung für Lehrkräfte und Schüler.
9. Zeitpunkt von mündlichen Klassenarbeiten: Klassenstufe und Rang der Fremdsprache: Die Sinnhaftigkeit und der richtige Zeitpunkt für die Einführung mündlicher Prüfungen (Sek I vs. Sek II) sowie die Rolle der Italienisch-Sprachfolge werden erörtert.
10. Vernachlässigung der Schriftlichkeit: Es wird analysiert, ob ein verstärkter Fokus auf Mündlichkeit zwangsläufig zu einer Vernachlässigung der schriftlichen Fähigkeiten führt und wie beide Kompetenzen verknüpft werden können.
11. Überwindung und Sprechhemmungen: Hier werden Strategien besprochen, wie Schülerängste abgebaut und Sprechhemmungen im Unterricht durch einen positiven Umgang mit Fehlern überwunden werden können.
12. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einem Plädoyer für die verbindliche Einführung mündlicher Klassenarbeiten im Italienischunterricht zur Förderung einer authentischen kommunikativen Handlungsfähigkeit.
Mündliche Klassenarbeit, Italienischunterricht, Kompetenz Sprechen, Mündlichkeit, Fremdsprachendidaktik, Leistungsbewertung, Sprachproduktion, Kommunikationsfähigkeit, Pädagogik, Sekundarstufe, Schulalltag, Sprachendorf, Unterrichtspraxis, Sprachkompetenz.
Die Arbeit untersucht das bisher kaum behandelte Thema mündlicher Klassenarbeiten im Italienischunterricht und bewertet deren Bedeutung sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung.
Die zentralen Felder umfassen die fachdidaktische Bedeutung der Kompetenz Sprechen, die Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen, qualitative Interviews mit Lehrkräften sowie Bewertungskriterien und -formate.
Das Ziel ist es, die umstrittene Forderung nach mündlichen Klassenarbeiten aus unterrichtspraktischer Perspektive zu analysieren und Impulse für eine veränderte, modernere Unterrichtspraxis zu geben.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der eine fundierte Literaturanalyse mit der Auswertung von Experteninterviews mit neun Italienischlehrkräften an Berliner Schulen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Auswertung der Lehrerinterviews, die Diskussion von Bewertungskriterien sowie die Untersuchung spezifischer Prüfungsformate wie das "Sprachendorf".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mündlichkeit, Kompetenz Sprechen, Italienischunterricht, Leistungsbewertung und Unterrichtspraxis geprägt.
Lehrkräfte empfinden die Bewertung oft als subjektiv und befürchten Schwierigkeiten bei der Nachweisbarkeit der Noten gegenüber Eltern und Schülern aufgrund fehlender verbindlicher Kriterienkataloge.
Das "Sprachendorf" wird als ein besonders positiv wahrgenommenes, spielerisches Format hervorgehoben, das die Sprechkompetenz fördert und von den befragten Lehrkräften als umsetzbare Alternative bzw. Ergänzung angesehen wird.
Einige Lehrkräfte ziehen Vergleiche zu den in Italien üblichen "Interrogazioni", wobei die Arbeit kritisch feststellt, dass diese Form des reinen Abfragens nicht den modernen kommunikativen Zielen des Fremdsprachenunterrichts entspricht.
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