Bachelorarbeit, 2012
24 Seiten, Note: Sehr gut
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Kybernetik
1.1 Kybernetik und Kommunikation
1.2 Nachricht und Information
2. Die Schwierigkeiten mit der Information
2.1 Information
2.2 Zur Information und ihrem Wert
3. Kybernetische Ausführungen zur biologischen Evolution
3.1 Rückkoppelung
3.2 Biologische und Technologische Evolution im Vergleich
3.2.1 Rückkoppelung in der biologischen Evolution
3.3 Biologische und Technologische Evolution – Ähnlichkeiten
3.4 Biologische und Technologische Evolution – Unterschiede
4. Moral zwischen Mensch und Technik
5. Kybernetische Realisierungsmöglichkeiten
5.1 „Ultrastabiler Homöostat“
5.2 Die Blackbox
Die vorliegende Arbeit untersucht die Grenzen und Möglichkeiten kybernetisch-philosophischer Betrachtungen im Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Technologie, wobei insbesondere die Schriften von Stanislaw Lem als analytische Grundlage dienen.
5.2 Die Blackbox
Unter Blackbox versteht man einen kybernetischen Apparat der in seinen Regelungsvorgängen derart komplex ist, dass seine Strukturen nicht mehr nachvollziehbar sind. Das menschliche Gehirn stellt beispielsweise so eine Blackbox dar. Wir können unseren Körper steuern, denken, reden und sind in der Lage noch viel größere Leistungen zu vollbringen, die genauen Strukturen der Vorgänge in unserem Gehirn lassen sich jedoch nicht bestimmen.
Lem (1981 [1964]) zieht zur besseren Verständlichkeit das Beispiel des Tausendfüßlers heran. Demnach stellt so ein Tausendfüßler im Prinzip schon eine Blackbox dar. Er bewegt sich mit all seinen Beinen vorwärts, ohne zu wissen, wie er das macht. In der Anekdote wird er fataler Weise gefragt welches Bein er nach einem bestimmten anderen Bein heben muss, was zur völligen Überforderung führt. Die Tatsache, dass es für ihn nicht möglich ist diese Frage zu beantworten, kostete ihm am Ende das Leben. (ebd., 165)
An diesem Beispiel sollte das Wirkungsprinzip einer Blackbox deutlich gemacht werden. Es handelt sich also um Prozesse, die als ein „inneres Programm des Handelns, dem ihre einzelnen Akte untergeordnet sind“ (ebd., 166) ablaufen.
1. Kybernetik: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Kybernetik als Wissenschaft von den Schemata und der Kommunikation ein und thematisiert Norbert Wieners Forderung nach einer menschenwürdigen Technik.
2. Die Schwierigkeiten mit der Information: Hier wird die Rolle der Information als Maß der Ordnung diskutiert und dargelegt, dass sie einen Adressaten sowie einen passenden Bezugsrahmen benötigt, um Bedeutung zu entfalten.
3. Kybernetische Ausführungen zur biologischen Evolution: Dieses Kapitel vergleicht die biologische mit der technologischen Evolution anhand von Rückkopplungsmechanismen und untersucht deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
4. Moral zwischen Mensch und Technik: Hier wird kritisch beleuchtet, dass moralische Werturteile nicht absolut sind, sondern sich als abhängige Variablen im gesellschaftlichen und technologischen Kontext entwickeln.
5. Kybernetische Realisierungsmöglichkeiten: Das abschließende Hauptkapitel hinterfragt die Vision, Gesellschaften durch kybernetische Automaten ("Ultrastabiler Homöostat" oder "Blackbox") zu steuern, und betont die Notwendigkeit menschlicher Freiheit.
Kybernetik, Stanislaw Lem, Mensch-Technik-Verhältnis, Information, Evolution, Rückkoppelung, Moral, Blackbox, Homöostat, Kommunikation, Systemtheorie, Technikfolgenabschätzung, gesellschaftliche Steuerung, Fortschrittsstreben, Ethik.
Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und moderner Technologie durch eine kybernetisch-philosophische Brille, unter Rückgriff auf die Werke von Stanislaw Lem.
Die zentralen Felder umfassen die Natur von Information, die Parallelen zwischen biologischer und technologischer Evolution sowie die ethische Dimension technischer Entwicklungen.
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen kybernetischer Steuerung von Gesellschaften kritisch zu hinterfragen und die moralische Verantwortung des Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.
Die Autorin nutzt eine kybernetisch-philosophische Analyse, bei der sie Theorien von Norbert Wiener und Stanislaw Lem heranzieht, um moderne technologische Phänomene in ein System einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Kybernetik, die Problematik der Information, den Vergleich von biologischer und technologischer Evolution, die Rolle der Moral sowie kybernetische Realisierungsmöglichkeiten wie Blackboxen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kybernetik, Rückkoppelung, Information, Evolution und das Konzept der Blackbox im gesellschaftlichen Kontext charakterisiert.
Es illustriert, dass die Analyse hochkomplexer, "innerer" Prozesse zu einer Überforderung führen kann, wenn versucht wird, diese in explizite Anweisungen oder Algorithmen zu zwingen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass eine solche Steuerung zwar theoretisch möglich, aber aufgrund der menschlichen Freiheit und der sich ständig wandelnden moralischen Bezugsrahmen wenig sinnvoll ist.
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