Bachelorarbeit, 2018
53 Seiten
I. Einleitung
a. Ursachen
1. Indirekte Steuern, administrierte Preise und HVPI
1.1 Kompositionseffekt
1.2 Administrierte Preise
1.3 Indirekte Steuern
2. Asymmetrische Wirkungsweise von Schocks und Wechselkursänderungen
2.1 Ölpreisschock
2.2 Wechselkursänderungen
2.3 Nachfrageschock
3. Konjunkturzyklen (die Rolle der Produktionslücke)
3.1 Die Produktionslücke
3.2 Konjunkturzyklen in der Eurozone
4. Fiskal- und Geldpolitik
4.1 Fiskalpolitik und Staatsverschuldung
4.2 Geldpolitik
5. Löhne
5.1 Der Zusammenhang zwischen Löhnen und Inflation
5.2 Heterogene Lohnregime
5.3 Eine politökonomische Perspektive auf die Lohnfindung
6. Inflationspersistenz
6.1 Erwartungsbildung
6.2 Preis- und Lohnrigiditäten
7. Inflationsdruck durch nicht-handelbare Güter
7.1 Nachholende Entwicklung (Samuelson-Balassa-Effekt)
7.2 Fehlallokation freien Kapitals (der umgekehrte Samuelsson-Balassa-Effekt)
b. Auswirkungen
1. Lohnstückkostendifferenzen als Korrekturmechanismus
1.1 Einstiegswechselkurse
1.2 Reaktion auf wirtschaftliche Über- und Unterauslastung
1.3 Vergleich mit den USA
2. Realzinsen und Realer Wechselkurs
2.1 Realzinskanal
2.2 Wechselkurskanal
3. Leistungsbilanz und Verschuldung
3.1 Die Leistungsbilanz
3.2 Der reale effektive Wechselkurs
3.3 Die Leistungsbilanzsalden der GIPSZ-Staaten
3.4 Kritik an der internen Abwertung
3.5 Sektorale Strukturen und die Überwindung der Krise
3.6 Deutsche Leistungsbilanzüberschüsse
3.7 Ein alternatives Szenario
II. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für persistente Inflationsdifferenzen innerhalb der Europäischen Währungsunion sowie deren ökonomische und soziale Auswirkungen, insbesondere im Kontext der Finanzkrise 2008 und der Situation in den sogenannten GIPSZ-Staaten und Deutschland.
1.1 Kompositionseffekt
Unterschiedliche Entwicklungen der harmonisierten Verbraucherpreisindizes zwischen den Ländern der Eurozone können sich schlicht durch unterschiedliche Gewichte der einzelnen Ausgabenkategorien erklären. So wäre denkbar, dass obwohl sich die Teuerung aller Güter und Dienstleistungen innerhalb der Eurozone gleich entwickelt, es dennoch zu Unterschieden in den Inflationsraten kommt (Fendel 2008, 366).
Dies scheint besonders vor dem Hintergrund unterschiedlicher Einkommensniveaus der einzelnen Staaten plausibel. Der HVPI dient der Darstellung eines repräsentativen Warenkorbes eines Landes gemäß nationaler Konsumgewohnheiten. Diese können sich jedoch nicht nur aus kulturellen Gründen erheblich unterscheiden. So wird beispielsweise in Ländern mit geringerem Einkommensniveau ein größerer Anteil der Einkommen für Lebensmittel ausgegeben, als dies in reicheren Volkswirtschaften der Fall ist (Fritsche, et al. 2005, 24). Generell bestehen Güter, deren Nachfrage unterproportional zum Einkommen (inferior) und Güter, deren Nachfrage überproportional zum Einkommen wächst (superior) (Schumann, Meyer und Ströbele 2011, 65 ff.). Somit wirkt, in Anbetracht unterschiedlicher Einkommensniveaus, eine einheitliche Preisentwicklung durch unterschiedliche Produktgewichte an den nationalen HVPIs, asymmetrisch auf die Inflationsraten und Inflationsdifferenzen wären demnach eine statistische Größe. Um diesen Einfluss zu quantifizieren wurde nach der Jahrtausendwende der Kompositionseffekt ermittelt – die Differenz zwischen dem HVPI mit nationalen Gewichten und einem hypothetischen HVPI mit durchschnittlichen europäischen Gewichten. Die Europäische Zentralbank (EZB) und der Sachverständigenrat (SVR) kommen jedoch in ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der Einfluss des Effektes auf die Inflationsdifferenzen zu vernachlässigen ist (ECB 2003, 23 f., SVR 2001, 268).
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik von Inflationsdifferenzen in einer Währungsunion und legt die Struktur der Untersuchung sowie das methodische Vorgehen fest.
a. Ursachen: Dieser Teil analysiert die verschiedenen Faktoren, die zu Inflationsdifferenzen führen, von steuerlichen Einflüssen über Schocks bis hin zu Lohnstrukturen und sektoralen Effekten.
b. Auswirkungen: Hier werden die ökonomischen Folgen der Inflationsdifferenzen beleuchtet, insbesondere die Rolle als Korrekturmechanismus und die Problematik von Leistungsbilanzungleichgewichten.
II. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Ursachen der Inflationsdivergenz zusammen und diskutiert mögliche zukünftige Reformansätze für die Eurozone.
Inflationsdifferenzen, Eurozone, Lohnstückkosten, Währungsunion, Leistungsbilanz, Preisrigiditäten, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Samuelson-Balassa-Effekt, interne Abwertung, Produktivitätsentwicklung, Konjunkturzyklen, Finanzkrise, Lohnerigiditäten.
Die Arbeit befasst sich mit den Gründen für die teils erheblichen Inflationsunterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion und analysiert, welche ökonomischen Konsequenzen diese Divergenzen nach sich ziehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Ursachen von Inflationsdifferenzen, der Rolle der Lohnstückkosten, der Bedeutung der Fiskal- und Geldpolitik sowie der Analyse von Leistungsbilanzsalden in der Eurozone.
Ziel ist es, zu verstehen, wie hohe und persistente Inflationsdifferenzen entstehen konnten, warum diese während der Eurokrise zu ökonomischen Verwerfungen führten und wie eine konvergente Entwicklung der Eurozone unterstützt werden kann.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, die auf der Auswertung bestehender ökonomischer Literatur, empirischer Daten (z.B. Eurostat, EZB-Studien) und mathematischer Modelle (z.B. Phillipskurve) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (Schocks, Politik, Lohnregime, Persistenz, sektorale Faktoren) und eine Folgenanalyse (Lohnstückkosten als Korrekturmechanismus, Realzins- und Wechselkurskanäle, Leistungsbilanzproblematik).
Die zentralen Begriffe umfassen Inflationsdifferenzen, Eurozone, Lohnstückkosten, Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsbilanzsalden.
Die GIPSZ-Staaten (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Zypern) dienen als Fallbeispiele für die ökonomischen Extreme der Entwicklung innerhalb der Eurozone und verdeutlichen die Probleme der internen Abwertung.
Deutschland wird als Referenz für ein Überschussland herangezogen, dessen Lohnmoderation und Handelsüberschüsse maßgeblich zur Analyse der Leistungsbilanzungleichgewichte und des Aufwertungsdrucks des Euros beitragen.
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