Bachelorarbeit, 2017
44 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Solvency II
2.1 Ziele
2.2 Die 3-Säulen-Struktur
3 Kapitalanlagevorschriften
3.1 Anlagegrundsätze
3.1.1 Solvency I
3.1.2 Solvency II
4 Kapitalanlageentscheidungen unter Solvency II
4.1 Auswirkung von Solvency II auf die Attraktivität von Kapitalanlagen
4.1.1 Wechselwirkung von Aktiva und Passiva
4.1.2 Zinsrisiko
4.1.3 Aktienrisiko
4.1.4 Spreadrisiko
4.2 Umstrukturierung des Anlageportfolios
4.3 Kritische Würdigung
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Solvency II-Regulierung auf die Kapitalanlagepolitik deutscher Lebensversicherungsunternehmen. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die geänderten Kapitalanforderungen zu einer veränderten Anlagestrategie führen und wie sich Versicherer im Niedrigzinsumfeld positionieren.
4.1.1 Wechselwirkung von Aktiva und Passiva
Lebensversicherer erhalten für abgeschlossene Versicherungsgeschäfte Prämienzahlungen. Aufgrund der typischerweise im Voraus gezahlten Prämienzahlungen und dem tatsächlichen Schadenseintritt zu einem späteren Zeitpunkt, entsteht Kapital, welches angelegt werden muss. Die Kapitalanlagen bestehen im Wesentlichen aus Immobilien, Anleihen, Aktien, Fonds etc. und stehen auf der Aktivseite der Bilanz eines Versicherungsunternehmens. Auf der Passivseite stehen ihnen versicherungstechnischen Rückstellungen und die Eigenmittel gegenüber. Risiken, denen Versicherungsunternehmen unterliegen, können zu potentiellen Verlusten führen und die eigene Solvenz gefährden. Die mit Solvency II eingeführte Solvenzkapitalanforderung fordert von den Versicherungen eine Unterlegung ihrer versicherungstechnischen Risiken sowie ihrer Kapitalanlagerisiken und bewirkt eine Wechselwirkung zwischen Aktiva und Passiva im Versicherungssektor. Unter Solvency II werden sechs Risikoklassen mit mehreren Teilmodulen in die Berechnung der quantitativen SCR einbezogen. So hat der Betrag der Basis-Solvenzkapitalanforderung (Basic Solvency Capital Requirement - BSCR) mindestens die folgenden Risiken abzudecken: das nicht-lebensversicherungstechnische, das lebensversicherungstechnische, das krankenversicherungstechnische Risiko sowie das Markt- und Gegenparteiausfallrisiko, wie in Abbildung 2 dargestellt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die volkswirtschaftliche Bedeutung der Lebensversicherer ein und skizziert die Problematik des Übergangs von Solvency I zu Solvency II.
2 Solvency II: Das Kapitel beschreibt die Ziele des neuen Aufsichtssystems und erläutert detailliert die dreigliedrige Struktur von Solvency II.
3 Kapitalanlagevorschriften: Hier werden die regulatorischen Rahmenbedingungen unter Solvency I und Solvency II gegenübergestellt, um den Wandel in den Anlagegrundsätzen aufzuzeigen.
4 Kapitalanlageentscheidungen unter Solvency II: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen auf verschiedene Risikoarten sowie die daraus resultierende Umschichtung des Anlageportfolios unter kritischer Würdigung.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Forschungsergebnisse und einer Diskussion über die Wirksamkeit der regulatorischen Anreize auf die Kapitalanlagen.
Solvency II, Lebensversicherungsunternehmen, Kapitalanlage, Kapitalanforderungen, Marktrisiko, Zinsrisiko, Aktienrisiko, Spreadrisiko, Solvenzkapitalanforderung, SCR, Anlageportfolio, Aktiva, Passiva, Aufsichtsrecht, Versicherungsregulierung
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Solvency II-Regulierung auf die Kapitalanlagen von Lebensversicherungsunternehmen in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Anforderungen von Solvency II, der Vergleich zu Solvency I, die Berechnung quantitativer Risiken wie Zins- und Spreadrisiken sowie die Analyse der tatsächlichen Portfoliostruktur der Versicherer.
Ziel ist es, zu untersuchen, ob die verschärften Kapitalanforderungen unter Solvency II die Anlagepolitik von Lebensversicherern maßgeblich beeinflussen und zu einer Umschichtung der Portfolios führen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie die Auswertung von Jahreszahlen und Statistiken der BaFin und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, ergänzt durch mathematische Rechenbeispiele zur Veranschaulichung der Risikomodelle.
Im Hauptteil werden die Kapitalanlagevorschriften und die spezifischen Auswirkungen der Solvenzkapitalanforderungen (SCR) auf die Attraktivität einzelner Anlageklassen wie Anleihen und Aktien detailliert dargestellt.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Solvency II, Kapitalanforderungen, Lebensversicherungsunternehmen, Marktrisiken und Anlageportfolio charakterisiert.
Das Zinsrisiko entsteht durch das Auseinanderfallen der Laufzeiten von Aktiva und Passiva (Durationslücke) und erfordert eine entsprechende Kapitalunterlegung, um die dauerhafte Erfüllbarkeit von Garantiezusagen zu gewährleisten.
Obwohl regulatorische Anreize bestehen, zeigt die Arbeit, dass in der Praxis Renditeaussichten oft die Kapitalanlageentscheidungen dominieren und nicht zwingend eine unmittelbare Portfolioumschichtung im Sinne des Modells stattfindet.
Die Arbeit erläutert, dass die Berechnung des Spreadrisikos einen wesentlichen Einfluss auf die Attraktivität von Anleihen hat und Versicherer motivieren kann, ihre Investitionen in kurzfristige oder bonitätsstarke Titel anzupassen.
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