Bachelorarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 2,1
EINLEITUNG
1. FORSCHUNGSÜBERBLICK ZUR KINDER- UND JUGENDLITERATUR – ANSÄTZE & GRENZEN
2. EIN KRITERIENKATALOG DER KINDER- UND JUGENDLITERATUR
3. METHODIK: ANALYSERASTER
4. NARRATIVE ANALYSE VON WALTER MOERS’ „DIE STADT DER TRÄUMENDEN BÜCHER“
4.1 PARATEXT
4.2 SPRACHLICHE & STILISTISCHE MITTEL
4.3 FORMALE & STRUKTURELLE ERZÄHLSTRUKTUREN
4.4 INTERTEXTUALITÄT & PARODIE
5. ZUSAMMENFASSUNG & CROSSOVER-MODELLE
6. FAZIT
7. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit sich auf der strukturellen Textebene von Walter Moers' Roman "Die Stadt der Träumenden Bücher" eine eindeutige Zielgruppenadressierung an Kinder oder Erwachsene ableiten lässt. Dabei wird die These hinterfragt, dass Kinder- und Erwachsenenliteratur zwei separate Systeme bilden, und stattdessen ein hybrides, crossover-orientiertes Modell vorgeschlagen, das literarische Texte als per se mehrdeutig betrachtet.
4.1. PARATEXT
Der Roman ist in einer durchschnittlichen Textgröße (12 pt) verfasst und als Blocksatz formatiert. Die Kapitelüberschriften sind fettgedruckt und ein wenig größer. Sie sind mit Ziffern der „Buchimistischen Zahlenmystik“ überschrieben, einem Zahlensystem der Buchimisten, die im Mittelalter nach zamonischer Zeitrechnung eine Art Alchimisten-Zunft gründeten (vgl. STB 98). Auf die typographischen Besonderheiten des Kursiv- und Fettdrucks oder auf die unterschiedlichen Schriftarten wird nicht gesondert eingegangen, auch wenn sie ein spannendes Gebiet des Paratextes bilden. Der Abschnitt wird sich auf die Fußnoten, die Umschlagsgestaltung sowie die Illustrationen fokussieren.
Über den Roman verteilt gibt es Fußnoten, die wissenschaftlich anmutend in einer kleineren Schriftgröße und enger abgedruckt sind (z.B. STB 12). In den Fußnoten finden sich Anmerkungen des Übersetzers, d.h. Anmerkungen des sich als Übersetzer der Werke Hildegunst von Mythenmetz inszenierenden Walter Moers. Bereits in der ersten Fußnote des Romans verweist die Erzählinstanz des Übersetzers auf weitere Werke aus dem Oeuvre von Walter Moers alias Hildegunst von Mythenmetz. Diese Praktik entspricht dem herkömmlichen wissenschaftlichen Vorgehen – in dieser ersten Fußnote werden sogar Seitenzahlen für eine bestimmte Passage aus „Rumo und die Wunder im Dunkeln“ (2003) angegeben. Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Fußnote erläutert die Übersetzerfigur Walter Moers den Begriff der „Lindfestebewohner“ nicht sachlich-neutral, sondern ironisch-parodierend. So kürzt er die Entstehungsgeschichte der Lindwurmfeste mit den Worten „wie es dazu kam, mögen Unwissende bitte an anderer Stelle nachlesen“ (ebd.) ab, gibt zuerst die Leseempfehlung „[d]ie halbe Biographie des Hildegunst von Mythenmetz“ an und wirbt damit gleichzeitig für einen weiteren Roman aus der Feder der Autorfiktion Hildegunst von Mythenmetz, nämlich „Ensel und Krete“ (2000). Damit wirbt er, wie Walter Moers-Leser*innen wissen, für eine wissenschaftliche Abhandlung, die wiederum mit komischen, erfundenen Quellenangaben aufwartet:
EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Zielgruppenadressierung in Walter Moers' Werk und führt in die Problematik der literarischen Systemtrennung zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur ein.
1. FORSCHUNGSÜBERBLICK ZUR KINDER- UND JUGENDLITERATUR – ANSÄTZE & GRENZEN: Das Kapitel bietet einen Abriss über die heterogene Definitionslandschaft der Kinder- und Jugendliteraturforschung und kritisiert deren teils vorurteilsbehaftete, normative Ansätze.
2. EIN KRITERIENKATALOG DER KINDER- UND JUGENDLITERATUR: Hier werden die gängigen Kriterien für Kinder- und Jugendliteratur, insbesondere das Konzept der Akkommodation, vorgestellt und kritisch auf ihre Validität und Problematik hin geprüft.
3. METHODIK: ANALYSERASTER: In diesem Kapitel wird ein auf Gérard Genette basierendes, erzähltheoretisches Analyseraster entwickelt, um eine unvoreingenommene, deskriptive Analyse des Textes zu ermöglichen.
4. NARRATIVE ANALYSE VON WALTER MOERS’ „DIE STADT DER TRÄUMENDEN BÜCHER“: Das Kernstück der Arbeit wendet das Analyseraster auf Moers' Roman an, unterteilt in die Aspekte Paratext, Sprache, Erzählstrukturen sowie Intertextualität und Parodie.
5. ZUSAMMENFASSUNG & CROSSOVER-MODELLE: Die Analyseergebnisse werden zusammengeführt, um die Eignung bestehender crossover-Modelle zu diskutieren und einen theoretischen Gegenvorschlag zu formulieren.
6. FAZIT: Das Fazit resümiert die Arbeit und bekräftigt die These, dass eine textzentrierte Analyse ohne starre Zielgruppenzuschreibungen einen gewinnbringenderen wissenschaftlichen Umgang mit crossover-Literatur ermöglicht.
7. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie die herangezogenen Quellen auf.
Walter Moers, Die Stadt der Träumenden Bücher, Kinder- und Jugendliteratur, Erwachsenenliteratur, crossover, Mehrfachadressierung, Akkommodation, Narratologie, Gérard Genette, Intertextualität, Parodie, Zielgruppenorientierung, Erzählstrukturen, Zamonien, Literaturwissenschaft
Die Arbeit untersucht die Frage, ob eine klare Differenzierung zwischen Kinder- und Jugendliteratur sowie Erwachsenenliteratur auf Basis der textimmanenten Merkmale von Walter Moers' Roman "Die Stadt der Träumenden Bücher" gerechtfertigt ist.
Die zentralen Themen umfassen die Theorie der Kinder- und Jugendliteratur, die Konzepte der Mehrfachadressierung und des Crossover, sowie narratologische Untersuchungen von Erzählstrukturen, Paratexten und intertextuellen Bezügen.
Ziel ist es zu zeigen, dass die Trennung zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur auf Textebene kaum haltbar ist, und ein hybrides, transgenerationales Modell zur Interpretation von crossover-Literatur zu etablieren.
Die Autorin nutzt eine rein narrative, erzähltheoretische Analyse, die maßgeblich auf Gérard Genettes Modell basiert, um den Text deskriptiv und unabhängig von institutionellen Zuschreibungen zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen und Kriterienkatalog) sowie eine detaillierte Analyse der paratextuellen, sprachlichen, strukturellen und intertextuellen Merkmale des Romans.
Wichtige Begriffe sind Crossover, Mehrfachadressierung, Narratologie, Zielgruppenorientierung, Akkommodation, Intertextualität und Parodie.
Sie hinterfragt den Begriff kritisch und zeigt auf, dass viele als "kindgemäß" eingestufte Merkmale in Moers' Roman eine weit breitere, altersübergreifende Funktion haben, die weit über eine simple Adressierung hinausgeht.
Die Arbeit betont, dass Moers Intertextualität auf eine innovative und unterhaltsame Weise nutzt, die zwar für literarisch Gebildete reizvoll ist, aber für das Verständnis des Romans selbst keine zwingende Voraussetzung darstellt.
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