Bachelorarbeit, 2018
77 Seiten
1. Hochstrittige Elternsysteme im Kontext von Trennung
1.1 Auslöser für hochkonflikthaftes Verhalten
1.2 Auswirkungen hochstrittiger Elternkonflikte auf Kinder/Jugendliche
Konsequenzen für die Praxis
Zusammenfassung
2. Rechtliche Grundlagen bei Trennung/Scheidung
2.1 Die elterliche Sorge bei Trennung
Konsequenzen für die Praxis
2.3 Das Umgangsrecht im Trennungskontext
2.4 Die Rolle des Jugendamtes im Kontext von Trennung/Scheidung
3. Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Jugendamt
3.1 Theoretische Begründungen
3.2 Formen von Partizipation
4. Gelingensbedingungen der Partizipation von Kindern/Jugendlichen im Jugendamt bei hochstrittigen Trennungskonflikten
4.1 Orientierung am Begriff Kindeswohl
Diagnostik von Bindungen
Konsequenzen für die Praxis
Konsequenzen für die Praxis
4.2 Orientierung am Kindeswillen
4.2.1 Willensbildung im Kindesalter
Konsequenzen für die Praxis
4.2.2 Partizipation im Spannungsfeld von Kindeswille und Kindeswohl
4.2.3 Partizipation im Spannungsfeld von Kindeswille, Kindeswohl und Elternrecht
4.3 Freiwilligkeit
4.4 Kompetenzen des Sozialarbeiters/der Sozialarbeiterin im Jugendamt
4.4.1 Menschenbild/Kinderbild
4.4.3 Rahmenbedingungen für die Kindesanhörung
4.4.4 Fachkompetenz
4.5 Kooperation
Zusammenfassung
Ausblick
Die Arbeit befasst sich mit den Gelingensbedingungen für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in hochstrittigen Trennungskonflikten innerhalb der institutionellen Praxis des Jugendamtes. Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie trotz der elterlichen Dominanz und der damit verbundenen emotionalen Belastungen eine echte Teilhabe am Hilfeprozess sichergestellt werden kann.
1. Hochstrittige Elternsysteme im Kontext von Trennung
Zunächst sei angemerkt, dass der Verlust von Lebensperspektiven, z. B. hervorgerufen durch eine Trennung vom ehemals geliebten Partner, die psychische Stabilität und den Selbstwert der Betroffenen negativ beeinflusst sowie Ängste, somatische und psychische Beeinträchtigungen hervorruft (vgl. Dietrich/Paul 2006, 16). Allerdings schafft der größte Teil der Paare trotz dieser Beeinträchtigungen die Trennung so zu gestalten, dass sie weiterhin ihre Elternverantwortung zum Wohle der Kinder ausüben können und Gerichte nur für den Akt der Scheidung bemüht werden (vgl. ebd. 13).
Die Gruppe der Eltern, die sich über kaum einen der regelungsbedürftigen Angelegenheiten wie Unterhalt, Aufenthalt der Kinder, Sorge- und Umgangsrechtsgestaltung einigen kann, macht gerade mal fünf Prozent der Trennungs- und Scheidungsfamilien aus. Diese geringe Zahl sollte jedoch nicht darüber täuschen, welche personellen und finanziellen Ressourcen diese Gruppe durch oft jahrelange Rechtsstreitigkeiten binden kann und welche Langzeitfolgen das destruktive Verhalten der Eltern untereinander zum Teil auf die betroffenen Kinder hat (vgl. ebd. 13).
Was aber genau bedeutet nun „hochstrittig“? In Deutschland wurde diese Thematik bisher von Seiten der Forschung und Wissenschaft nur wenig angenommen (vgl. ebd.13). So gibt es bisher keine eindeutige Definition.
Die folgende Merkmalsaufzählung als Charakteristika hochstrittiger Elternsysteme stammt von der US-Amerikanerin Johnston (1999):
1. Hochstrittige Elternsysteme im Kontext von Trennung: Das Kapitel beschreibt Dynamiken und Merkmale eskalierter Elternkonflikte sowie deren tiefgreifende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und Entwicklung der Kinder.
2. Rechtliche Grundlagen bei Trennung/Scheidung: Hier werden die relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Sorgerecht und die Aufgaben des Jugendamtes im familiengerichtlichen Kontext, erläutert.
3. Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Jugendamt: Dieses Kapitel verankert das Konzept der Partizipation theoretisch und diskutiert die Diskrepanz zwischen rechtlichem Anspruch und praktischer Umsetzung.
4. Gelingensbedingungen der Partizipation von Kindern/Jugendlichen im Jugendamt bei hochstrittigen Trennungskonflikten: Der Hauptteil analysiert, wie Kindeswohl und Kindeswille in Einklang gebracht werden können und welche Fachkompetenzen Sozialarbeiter für eine gelingende Partizipation benötigen.
Partizipation, Hochstrittigkeit, Kindeswohl, Kindeswille, Jugendamt, Trennung, Scheidung, Sorgerecht, Umgangsrecht, Elternkonflikt, Sozialarbeit, Bindung, Loyalitätskonflikt, Kindesanhörung, Kindesrechte
Die Arbeit untersucht die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche in hochstrittigen Trennungskonflikten effektiv an Entscheidungen des Jugendamtes beteiligt werden können.
Die zentralen Themen umfassen die Dynamik hochstrittiger Familiensysteme, das Spannungsfeld zwischen Kindeswohl und Kindeswille, rechtliche Vorgaben für die soziale Arbeit sowie die notwendigen Kompetenzen des Fachpersonals.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder trotz massiver elterlicher Konflikte eine eigene Stimme im Hilfeprozess erhalten können, ohne dabei instrumentalisiert zu werden.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Sichtung fachwissenschaftlicher Studien, gesetzlicher Normen und psychologischer Theorien basiert.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Begriffe Kindeswohl und Kindeswille, die diagnostischen Herausforderungen bei Bindungsfragen und die Anforderungen an die Gesprächsführung und Haltung von Sozialarbeitern.
Neben der Partizipation stehen Begriffe wie Loyalitätskonflikt, Kindesanhörung, Elternverantwortung und Interventionsmöglichkeiten im Fokus.
Sie schränken den Freiraum der Kinder oft ein, indem sie diese in Loyalitätskonflikte bringen oder als "Sprachrohr" für ihre eigenen Ziele instrumentalisieren, was eine unabhängige Äußerung des Kindes erschwert.
Das Jugendamt muss eine professionelle Neutralität wahren, gleichzeitig das Kindeswohl (auch gegen den Willen der Eltern) sichern und eine vermittelnde Rolle in einem hochaufgeladenen Konfliktfeld einnehmen.
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