Fachbuch, 2019
44 Seiten
1 Einleitung
2 Psychisches Trauma
2.1 Definition und Verlauf
2.2 Folgen
2.3 Kriegstraumata
2.4 Kriegstrauma und Gesellschaft
3 Biografiearbeit im Alter
3.1 Begriffsklärung
3.2 Methoden des biografischen Arbeitens
3.3 Rahmenbedingungen
3.4 Ziele des biografischen Arbeitens
3.5 Gefahren und Grenzen der Biografiearbeit
4 Kriegserfahrungen im Kontext Pflege
4.1 Trauma im Alter
4.2 Trauma-Reaktivierung und Retraumatisierung im Alter
4.3 vollstationäre Pflegeeinrichtung
4.4 Biografiearbeit als Methode der Sozialen Arbeit mit kriegstraumatisierten alten Menschen
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Notwendigkeit von Biografiearbeit in vollstationären Pflegeeinrichtungen, um kriegstraumatisierten alten Menschen eine angemessene Unterstützung zu bieten und retraumatisierende Erlebnisse im Pflegealltag zu vermeiden.
4.4.1 biografisch narrative Gesprächsführung
Die biografisch narrative Gesprächsführung findet ihren Ursprung in der von Schütz 1983 entwickelten narrativen Interviewmethode. Ergänzend sind die von Rogers nondirekten Nachfragentechniken charakteristisch für narrative Interviews. Es handelt sich hierbei um eine offene Gesprächsform zwischen Erzähler*in und Zuhörer*in und nicht wie üblich, um eine reine Abfragung biografischer Daten. Diese Methode eignet sich gut für Gespräche in vollstationären Pflegeeinrichtungen da sie keiner großen Erklärung für den/die Erzähler*in bedarf.
Die eigentlichen Aufgaben bei der biografisch narrativen Gesprächsführung liegen wie im Punkt 3.4 angedeutet beim Zuhörer, der den Erzählprozess ohne große Nachfrage in eine zusammenhängende Geschichte mit Anfang und Ende lenkt (vgl.Specht-Tomann, 2018, S. 101f.). Die narrative Gesprächsführung bedient sich der Alltagssprache des Erzählers. Welches das erzählen der eigenen Lebensgeschichte enorm erleichtert, weil auf fachsprachliche Kenntnisse keine Rücksicht genommen werden muss. Bei dieser Gesprächsführung wird bewusst auf vorgefertigte Fragen verzichtet, damit die Lebensgeschichte in ihrer individuellen Wahrnehmung vom Erzählenden präsentiert werden kann. Es wird davon ausgegangen, dass durch diese Erzählweise mehr Biografie zu erfahren ist als im gezielten Nachfragen.
Zudem kann die narrative Erzählweise eine heilende Wirkung für Betroffenen erzeugen, weil sie dem Erzählenden Raum bietet prekäre Lebensereignisse neu zu deuten, Zusammenhänge zu erkennen und unterdrückt Erinnerungen wieder bewusst zu machen. Auch wenn der/die Zuhörer*in bei dieser Erzählweise in den Hintergrund rückt sollte er/sie doch ständig das Gefühl von Interesse an der Lebensgeschichte des Erzählenden vermitteln. Das vertiefende Nachfragen sollte erst nach Beendigung der Erzählung angewendet werden. Da in Pflegeeinrichtungen oft nicht die Zeit für ausführlich erzählte Lebensgeschichten besteht, gibt es bei der biografisch narrativen Gesprächsführung auch Nachfragetechniken, die während des Erzählens angewendet werden dürfen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Biografiearbeit bei kriegstraumatisierten alten Menschen und definiert die Zielsetzung der Bachelorarbeit.
2 Psychisches Trauma: Dieses Kapitel erläutert die Definitionen, Verlaufsformen und Folgen von psychischen Traumata, mit einem spezifischen Fokus auf Kriegstraumata bei der betroffenen Kohorte.
3 Biografiearbeit im Alter: Es werden der Begriff, die Methoden, Rahmenbedingungen sowie Ziele und Grenzen der Biografiearbeit im Kontext der Altenpflege dargestellt.
4 Kriegserfahrungen im Kontext Pflege: Dieses Kapitel verknüpft die Thematik der Kriegstraumata mit dem Alltag in vollstationären Pflegeeinrichtungen und stellt konkrete Interventionsmethoden vor.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Pflicht der Sozialen Arbeit, auf die Auswirkungen von Kriegsereignissen bei alten Menschen aufmerksam zu machen.
Biografiearbeit, Kriegstrauma, Altenpflege, Trauma-Reaktivierung, Retraumatisierung, vollstationäre Pflege, Kriegskinder, narrative Gesprächsführung, Vertellekes, Soziale Arbeit, Lebensgeschichte, Alter, Pflegeprozess, Psychische Gesundheit, Traumapädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Biografiearbeit bei kriegstraumatisierten alten Menschen in vollstationären Pflegeeinrichtungen.
Zentrale Themen sind psychische Traumata, die Identifizierung von Kriegstraumata im Alter, die Durchführung und Herausforderungen der Biografiearbeit in Heimen sowie die Vermeidung von Retraumatisierung.
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die lebensgeschichtlichen Hintergründe von Pflegebedürftigen der Kriegskinder-Generation zu schaffen, um Pflegeabläufe traumasensibel zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Verknüpfung theoretischer Konzepte der Traumaarbeit mit der praktischen Arbeit in Pflegeeinrichtungen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Aspekte von Traumata, die Rahmenbedingungen für Biografiearbeit sowie die spezifischen Anforderungen an Personal in stationären Pflegeeinrichtungen im Umgang mit kriegstraumatisierten Bewohnern.
Wichtige Begriffe sind Biografiearbeit, Kriegstrauma, Retraumatisierung, Altenpflege, Trauma-Reaktivierung und Soziale Arbeit.
Sie dient als Methode des Einzelsettings, um durch eine offene Erzählweise ohne vorgefertigte Fragen ein tieferes Verständnis für die Lebensgeschichte und die emotionale Wahrnehmung von Betroffenen zu erlangen.
Es handelt sich um ein biografisches Frage- und Antwortspiel für Gruppen, das speziell für ältere Menschen entwickelt wurde, um spielerisch positive Erinnerungen zu wecken und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
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