Examensarbeit, 2005
66 Seiten, Note: 1 (sehr gut)
1. Einleitung
2. Religionsunterricht in der Grundschule
3. Bedeutung von Festen für Christen
4. Das Kirchenjahr
4.1 Über die Entwicklung des Kirchenjahres
4.2 Der Weihnachtsfestkreis
4.2.1 Advent
4.2.2 Weihnachten
4.2.3 Epiphanias
4.3 Der Osterfestkreis
4.3.1 Die Passionszeit
4.3.2 Palmsonntag
4.3.3 Karfreitag
4.3.4 Ostern
4.3.5 Himmelfahrt
4.3.6 Pfingsten
4.4 Die Trinitatiszeit
4.4.1 Trinitatis
4.4.2 Erntedank
4.4.3 Reformationstag
4.4.4 Buß- und Bettag
4.4.5 Ewigkeitssonntag
4.5 Religionspädagogische Überlegungen zum Kirchenjahr
5. Das Erntedankfest
5.1 Historischer Ursprung und Entwicklung des Erntedankfestes
5.2 Biblischer Hintergrund
5.3 Besinnung auf eine Bibelstelle: 5. Mose 26
5.3.1 Begründung der Perikopenwahl
5.3.2 Besinnung auf den Text und besondere Fragestellung
5.3.3 Semantische Analyse der Perikope
6. Das Erntedankfest in der Grundschule
6.1 Ausführliche Ausarbeitung einer Doppelstunde zum Thema „Erntedank“: „Das Erntedankfest steht bevor“
6.1.1 Übersicht über die geplante Unterrichtseinheit
6.1.2 Sachanalyse
6.1.3 Didaktischer Kommentar
6.1.4 Methodischer Kommentar
6.1.5 Stundenverlaufsplan
6.1.6 Lernziele
6.2 Weitere Ideen zur Gestaltung des Erntedankfestes in der Grundschule
7. Fazit
Ziel der Arbeit ist es, den Beitrag des Religionsunterrichts zum Feiern christlicher Feste in der Grundschule zu untersuchen und aufzuzeigen, wie das Erntedankfest als eines der wenigen im Schulalltag gefeierten Feste didaktisch sinnvoll gestaltet werden kann.
5.3.3 Semantische Analyse der Perikope
Im Folgenden soll das Bedeutungsspektrum der Perikope „Die Darbringung der Erstlingsfrüchte“ analysiert werden. Um die Aussagen besser nachvollziehen zu können, sollen die Verse schrittweise interpretiert und die Oppositionen innerhalb der Perikope aufgeführt und analysiert werden. Außerdem werden die Bedeutungen der wichtigsten Begriffe geklärt.
Wie bereits erwähnt lässt sich die Perikope in drei Hauptteile gliedern. Die Verse 1 bis 11 erläutern den Ritus der Darbringung der Erstlingsfrüchte. Innerhalb dieses Sinnabschnitts lässt sich die Perikope in weitere Handlungsschemata gliedern, die bei der Analyse zu berücksichtigen sind.
„1 Wenn du in das Land kommst, das die der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, und es einnimmst und darin wohnst, 2 so sollst du nehmen die Erstlinge aller Feldfrüchte, die du von deinem Lande einbringst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, und sollst es in einen Korb legen und hingehen an die Stätte, die der HERR, dein Gott erwählen wird, dass sein Name daselbst wohne, 3a und sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit sein wird, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute dem HERRN, deinem Gott, dass ich gekommen bin in das Land, das der HERR, wie er unsern Vätern geschworen hat, uns geben wollte. 4 Und der Priester soll den Korb aus deiner Hand nehmen und ihn vor dem Altar des HERRN, deines Gottes, niedersetzen. 5a Dann sollst du anheben und sagen vor dem HERRN, deinem Gott:“
Die Verse 1 – 5a erläutern, wie man sich als Gläubiger verhalten soll, um Gott für das Land, das er zum Erbe gegeben hat, zu danken. Die Erstlingsfrüchte stellen eine Opfergabe an Gott dar, um den Dank für das Land – das den Menschen von Gott geschenkt wurde – und die Ernte zum Ausdruck zu bringen. Mit der „Stätte, die der HERR, dein Gott erwählen wird“ ist der Tempel Jerusalems (das Zentralheiligtum) gemeint, da dort Opfer dargebracht werden. Somit wird deutlich, dass die Darbringung der Erstlingsfrüchte mit einer Wallfahrt zu dem Tempel einhergeht.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung handlungs- und produktionsorientierter Unterrichtsmethoden für ganzheitliches Lernen im Religionsunterricht und stellt das Erntedankfest als einen zentralen, in der Schule erlebbaren Inhalt vor.
2. Religionsunterricht in der Grundschule: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert des Religionsunterrichts gemäß des hessischen Rahmenplans, wobei biblische Traditionen als Lebenshilfe und der Einbezug der Vorerfahrungen der Kinder im Fokus stehen.
3. Bedeutung von Festen für Christen: Es wird die allgemeine Bedeutung von Festen als strukturierende Elemente des Lebens sowie die spezifische Funktion christlicher Feste zur Gemeinschaftsbildung und Alltagsbewältigung dargelegt.
4. Das Kirchenjahr: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung und Struktur des christlichen Kirchenjahres, einschließlich seiner historischen Wurzeln und der spezifischen Festkreise sowie deren Symbolik.
5. Das Erntedankfest: Hier werden die historischen Ursprünge und der biblische Hintergrund des Erntedankfestes detailliert analysiert, mit besonderem Fokus auf die Bedeutung der Darbringung von Erstlingsfrüchten.
6. Das Erntedankfest in der Grundschule: Dieser Abschnitt überträgt die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis und präsentiert eine detaillierte Unterrichtsplanung für eine Doppelstunde zum Thema sowie weiterführende Gestaltungsideen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont, dass der Religionsunterricht durch die Thematisierung der Hauptfeste einen wesentlichen Beitrag zur Strukturierung des Schuljahres und zum ganzheitlichen Erleben leistet.
Religionsunterricht, Grundschule, Kirchenjahr, Erntedankfest, Festgestaltung, ganzheitliches Lernen, 5. Mose 26, Erstlingsfrüchte, biblische Perikope, Religionspädagogik, Unterrichtsplanung, Schöpfung, Nächstenliebe, Tradition, Rituale
Die Arbeit untersucht den Beitrag des Religionsunterrichts zum „Feste feiern“ in der Grundschule, wobei der Fokus auf dem Erntedankfest als einem der wenigen religiösen Feste liegt, die tatsächlich gemeinsam in der Schulgemeinschaft begangen werden.
Die Themenfelder umfassen die Rolle des Religionsunterrichts in hessischen Grundschulen, die Bedeutung von christlichen Festen im Jahreslauf, die exegetische Analyse der biblischen Perikope über Erstlingsfrüchte (5. Mose 26) sowie die didaktische Planung von Unterrichtseinheiten.
Das primäre Ziel ist es, den historischen und biblischen Hintergrund des Erntedankfestes aufzuarbeiten und konkret aufzuzeigen, wie dieses Fest Grundschülern im Religionsunterricht altersgemäß, ganzheitlich und unter Berücksichtigung christlicher Werte nahegebracht werden kann.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung der Religionspädagogik und des Kirchenjahres sowie eine semantische Analyse der biblischen Perikope, ergänzt durch die Entwicklung eines schulpraktischen Unterrichtsvorschlags.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Religionsunterricht und das Kirchenjahr, eine detaillierte Analyse des biblischen Hintergrunds zum Erntedankfest sowie einen umfangreichen Praxisteil mit detaillierten Verlaufsplänen und methodischen Kommentaren.
Zu den prägenden Begriffen zählen Religionsunterricht, Grundschule, Kirchenjahr, Erntedankfest, Ganzheitlichkeit, Bibeldidaktik, Nächstenliebe und Unterrichtsplanung.
Die Perikope wird als Grundlage gewählt, da sie den Dank für das von Gott geschenkte Land und die Ernte sowie die soziale Verpflichtung, die Ernte mit Bedürftigen zu teilen, explizit thematisiert und somit die Intention des Erntedankfestes ideal abbildet.
Das Erntedankfest ist laut der Autorin eines der wenigen religiösen Feste, das tatsächlich in der Schulzeit stattfindet und nicht in die Ferienzeit fällt, wodurch es sich besonders gut für ein gemeinsames Feiern in der Klassengemeinschaft eignet.
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