Diplomarbeit, 2013
98 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Problemstellung
2. Begriffsklärung und theoretische Gründe der Staatsverschuldung
2.1. Die Funktionsweise der staatlichen Kreditaufnahme
2.2. Begriffliche Definition der Staatsschulden
2.3. Entstehung der Staatsverschuldung
2.3.1. Gesetzliche Regelung der Staatsverschuldung am Beispiel von Deutschland
2.3.2. Konjunkturprogramme
2.3.3. Zinsausgaben
2.3.3.1. Die Entstehung des Zinssatzes für Staatsanleihen
2.3.4. Politische Wahlen und Parteienpolitik
3. Der Weg in die europäische Schuldenkrise
3.1. Die Wirtschafts- und Währungsunion
3.1.1. Die Maastricht-Kriterien
3.1.2. Die Einführung der gemeinsamen Währung
3.1.3. Das Leben mit der gemeinsamen Währung
3.2. Die amerikanische Finanzkrise
3.2.1. Die Entstehung der amerikanischen Immobilien-Blase
3.2.2. Der Zusammenbruch der Immobilienblase
3.2.3. Von der amerikanischen Finanzkrise zur europäischen Schuldenkrise
3.3. Rettungsprogramm der Eurostaaten
4. Internationale Entwicklung der Staatsschulden
4.1. Staatsverschuldung und staatliches Budgetdefizit
4.2. Reales Bruttoinlandsprodukt
4.3. Steuereinnahmen und soziale Ausgaben
4.4. Zinsentwicklung für langfristige Staatsanleihen
4.4.1. Die Schuldenmechanik
4.5. Zwischenergebnis
5. Untersuchung
5.1. ‚Synthetic Control Method‘ für eine vergleichende Fallstudie
5.2. Forschungsdesign
5.3. Anwendung der ‚Synthetic Control Method‘
5.3.1. Geberstaaten
5.3.2. Nehmerstaaten
5.4. Ergebnis
6. Fazit – Schuldenfalle €uro?
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung auf die Entwicklung der Staatsverschuldung in den Euro-Staaten zu hinterfragen und zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Euro-Staaten ohne die Einführung des Euro heute eine geringere Staatsverschuldung aufweisen würden.
2.3.1. Gesetzliche Regelung der Staatsverschuldung am Beispiel von Deutschland
Schon bei der Entstehung des Grundgesetzes im Jahr 1949 hat man dafür gesorgt, dass die Kreditfinanzierung von staatlichen Ausgaben eingeschränkt wird, um die Staatsverschuldung in Grenzen zu halten. Zur Gründung des Grundgesetzes wurde der erste Satz in Artikel 115 wie folgt formuliert:
„Im Wege des Kredits dürfen Geldmittel nur bei ausserordentlichem Bedarf und in der Regel nur für Ausgaben zu werbenden Zwecken und nur auf Grund eines Bundesgesetzes beschafft werden.“
Damit wurde die Kreditfinanzierung durch das Gesetz beschränkt und nur für ‚rentable‘ Ausgaben gebilligt. In der Neufassung von Artikel 115 im Jahr 1969 wurde eine neue Grenze für Kreditfinanzierungen formuliert.
„Die Einnahmen aus Krediten dürfen die Summe der im Haushaltsplan veranschlagten Ausgaben für Investitionen nicht überschreiten; Ausnahmen sind nur zulässig zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts.“
Die Grenze, Kredite ‚nur für Ausgaben zu werbenden Zwecken‘ zu nutzen, wurde ersetzt durch die Erlaubnis, die Kreditfinanzierung zum Haushaltsausgleich einsetzen zu dürfen. Investitionen dürfen also seit 1969 in der Höhe des Finanzierungsdefizits im Gesamthaushalt kreditfinanziert werden. Ausnahmen in Form einer höheren Kreditaufnahme sind nur ‚zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts‘ zulässig. Hinter der Erlaubnis, Investitionen mit Krediten zu finanzieren, steckt die Idee, dass Investitionen einen zukünftigen Nutzen haben und so die Kredite mit den anfallenden Zinsen refinanzieren können.
1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Debatte um den Euro als mögliche Ursache für die Schuldenkrise ein und formuliert die zentralen Hypothesen zur Untersuchung der Schuldenentwicklung.
2. Begriffsklärung und theoretische Gründe der Staatsverschuldung: Hier werden die Funktionsweise staatlicher Kreditaufnahme, die Definitionen der Staatsverschuldung sowie politische und wirtschaftliche Einflussfaktoren auf die Schuldenbildung erläutert.
3. Der Weg in die europäische Schuldenkrise: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion nach, diskutiert die Maastricht-Kriterien und analysiert, wie die amerikanische Finanzkrise zur europäischen Schuldenkrise beitrug.
4. Internationale Entwicklung der Staatsschulden: Hier erfolgt eine datengestützte Analyse der Verschuldung ausgewählter Staaten unter Einbeziehung ökonomischer Kennzahlen, um erste Anhaltspunkte für den Einfluss der Währungsunion zu finden.
5. Untersuchung: In diesem Kapitel wird die "Synthetic Control Method" angewandt, um durch eine vergleichende Fallstudie für verschiedene Staaten und Staatengruppen zu berechnen, wie sich die Staatsverschuldung ohne die Euro-Einführung entwickelt hätte.
6. Fazit – Schuldenfalle €uro?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Rolle der Schuldenmechanik sowie mögliche Auswege aus der Krise, wie etwa eine Verkleinerung der Euro-Zone oder eine Transferunion.
Staatsverschuldung, Euro-Einführung, Schuldenkrise, Wirtschafts- und Währungsunion, Maastricht-Kriterien, Synthetic Control Method, Haushaltsdefizit, Schuldenmechanik, Finanzkrise, Fiskalpolitik, Geberstaaten, Nehmerstaaten, Staatsbonität, Stabilitätspakt, Transferunion
Die Arbeit untersucht, ob die Einführung des Euro die Schuldenentwicklung in verschiedenen europäischen Staaten negativ beeinflusst hat und ob diese Staaten ohne die Gemeinschaftswährung heute besser dastehen würden.
Die Arbeit fokussiert auf die theoretischen Grundlagen der Staatsverschuldung, die politische Ökonomie hinter der Währungsunion sowie die quantitative Analyse mittels synthetischer Kontrollgruppen.
Das Ziel ist es, den Einfluss der Euro-Einführung auf die Staatsverschuldung zu quantifizieren und die Hypothese zu prüfen, ob die Euro-Staaten ohne den Euro aktuell eine geringere Verschuldung aufweisen würden.
Der Autor nutzt die "Synthetic Control Method", eine ökonometrische Methode für vergleichende Fallstudien, um künstliche Vergleichsstaaten zu erstellen, die den tatsächlichen Staaten ohne Euro-Einführung entsprechen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Schuldenmechanik, eine Darstellung der historischen Entwicklung seit dem Vertrag von Maastricht und eine umfangreiche empirische Untersuchung verschiedener Ländergruppen.
Neben dem Euro und der Staatsverschuldung sind die "Schuldenmechanik", die "Maastricht-Kriterien" und der Vergleich zwischen "Geber-" und "Nehmerstaaten" entscheidend für das Verständnis der Argumentation.
Die Schuldenmechanik beschreibt den Effekt, dass durch den Beitritt in die Währungsunion schwächere Staaten leichteren Zugang zu günstigem Kapital erhalten, was wiederum den Anreiz zu unverhältnismäßiger Kreditaufnahme erhöht.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Euro für die wirtschaftlich schwächeren Staaten (Nehmerstaaten) eine Schuldenfalle darstellen kann, da die Währungsunion Fehlanreize für eine nachhaltige Fiskalpolitik geschaffen hat.
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