Examensarbeit, 2018
93 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Vorgeschichte
2.1. Jugoslawien: Ein Vielvölkerstaat wird demontiert
2.2. Der Konflikt ist in Bosnien-Herzegowina angekommen: Auf dem Weg in die Katastrophe
3. Der Bosnienkrieg 1992-1995
3.1. „Ethnische Säuberung“: Eine Definition
3.2. Ziele und Motive der drei bosnischen Gruppen im Kampf gegeneinander: Serben, Kroaten und Muslime
3.3. Friedenspläne und internationale Intervention in den Krieg in Bosnien-Herzegowina: ein gescheitertes Experiment?
3.4. Der Bosnienkrieg: Endphase und der „Friede“ von Dayton
4. Der Völkermord von Srebrenica: ein Massaker an den bosnischen Muslimen
4.1 Genozid: eine Definition
4.2. Srebrenica während des Bürgerkrieges: die Geschichte vor dem Massaker
4.2.1. „Die Schutzzone“ Srebrenica
4.2.2. Die internationale Sicherheit und die Schutzzone: Wie Srebrenica dem Konzept der Sicherheitszone verfiel
4.3. Das Massaker an den Muslimen
4.3.1. Die Flucht nach Potocari
4.3.2. Die Flucht nach Tuzla
4.4. Die Schuldfrage im Völkermord
5. Die Rolle des Auslands in Srebrenica: Wer trägt die (Mit)-verantwortung?
5.1. Der Vereinten Nationen in Srebrenica: ein Versagen der internationalen Sicherheit?
5.2. Kein Schutz durch das Dutchbat?
5.3. Rückblick und Zusammenfassung
6. Die Zeit nach Srebrenica: eine gelungene „Vergangenheitsbewältigung“?
6.1. Die Aufarbeitung des Völkermordes: Stand der Untersuchungen
6.1.1 Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (ICTY)
6.1.2. Die Wichtigkeit des ICTY für die Aufarbeitung der Vergangenheit
6.2. Erinnerungskultur: das Gedenken an den Völkermord
6.3. Der Völkermord von Srebrenica im Kontext von Schule: ein fast vergessener Völkermord?
6.3.1 Das Bildungssystem in Bosnien und Herzegowina – „Zwei Schulen unter einem Dach“
6.3.2. Srebrenica in deutschen Schulbüchern: eine Erinnerung an den größten Völkermord nach 1945?
6.4. Das Massaker von Srebrenica – aus den Fehlern gelernt?
7. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Massaker von Srebrenica unter der Fragestellung, inwiefern dieses Verbrechen in der kollektiven Erinnerung in Vergessenheit geraten ist und welche Rolle die internationale Gemeinschaft sowie deren Versagen bei diesem Genozid spielten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse der UN-Rolle, der Erinnerungskultur sowie der didaktischen Aufarbeitung in Schulsystemen.
1. Einleitung
Es war das Zeitalter nach dem Kalten Krieg (1989-1991). Jene Zeit, in der der Kommunismus in Ost- und Mitteleuropa zusammenbricht, die Sowjetunion zerfällt und der Imperialismus eine neue Form annimmt. Eine neue Weltordnung musste geschaffen werden. Neben den Aggressionen gegen den Irak 1991, dem Einmarsch in Somalia 1993 und dem Massaker in Ruanda 1994, sollte auch Srebrenica bald an den Folgen der Zeit nach dem Kalten Krieg leiden.
Das kaltblutige Massaker von Srebrenica, welches sich im Juli 1995 im Rahmen des bosnischen Bürgerkrieges ereignete, ist das größte Genozid in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Srebrenica, eine kleine Stadt im Osten Bosniens und Herzegowinas, steht heute international nicht nur für eines der größten Kriegsverbrechen, sondern auch für das Versagen der internationalen Gemeinschaft. Die Vereinten Nationen hatten die Stadt zwei Jahre vor der Massenexekution zur „Safe Area“ erklärt, in der Muslime (Bosniaken) Sicherheit finden würden. Eine besondere Rolle in der internationalen Sicherheit spielten die Niederlande. In Anwesenheit des niederländischen Bataillons in Srebrenica, bekannt als Dutchbat, massakrierten bosnische Serben, mit General Ratko Mladic als Anführer, innerhalb weniger Tage 8.372 unschuldige muslimische Männer und Jungen und deportierten Frauen und Kinder. Nicht nur das Dutchbat vor Ort, sondern auch die gesamte UN schauten der Massenexekution tatenlos zu oder waren sogar an dem Verbrechen beteiligt. Die Tragödie Srebrenicas wurde unter anderem durch das Nicht-Einschreiten der internationalen Sicherheit zu einem Debakel der jüngsten europäischen Geschichte sowie zu einem Beispiel für den menschlichen Untergang.
1. Einleitung: Die Einleitung bettet das Massaker von Srebrenica in den Kontext der Weltordnung nach dem Kalten Krieg ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der historischen Aufarbeitung und dem Versagen der internationalen Gemeinschaft.
2. Vorgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet den Vielvölkerstaat Jugoslawien und dessen Zerfall, der in den Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken und dem Ausbruch von Kriegen mündete.
3. Der Bosnienkrieg 1992-1995: Es werden die Ursachen des Bosnienkrieges, das Instrument der „ethnischen Säuberung“, die Motive der Konfliktparteien sowie das Scheitern internationaler Friedenspläne analysiert.
4. Der Völkermord von Srebrenica: ein Massaker an den bosnischen Muslimen: Das Kapitel definiert den Begriff Genozid, beschreibt die Geschichte Srebrenicas vor dem Massaker und schildert den Ablauf der Ereignisse sowie die Fluchtbewegungen.
5. Die Rolle des Auslands in Srebrenica: Wer trägt die (Mit)-verantwortung?: Eine detaillierte Untersuchung des UN-Versagens, der Rolle des niederländischen UN-Bataillons (Dutchbat) und der Frage nach der internationalen Mitverantwortung.
6. Die Zeit nach Srebrenica: eine gelungene „Vergangenheitsbewältigung“?: Hier wird die juristische Aufarbeitung durch den ICTY, die Erinnerungskultur und die didaktische Einbettung in Schulbüchern diskutiert.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit, das Wissen über das Massaker zu wahren, um dessen Wiederholung zu verhindern.
Srebrenica, Bosnienkrieg, Völkermord, Genozid, Vereinte Nationen, UNPROFOR, Dutchbat, ethnische Säuberung, Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, Jugoslawien, internationale Verantwortung, Massenexekution, Sicherheitszone, Kriegsverbrechen.
Die Arbeit analysiert das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 als eines der größten Kriegsverbrechen in Europa nach 1945 und untersucht die Rolle der internationalen Gemeinschaft dabei.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Zerfalls Jugoslawiens, die Genese des Bosnienkrieges, die Rolle der UN-Friedenstruppen sowie Fragen zur Erinnerungskultur und Aufarbeitung des Völkermords.
Das Ziel ist es zu ergründen, inwieweit der Völkermord von Srebrenica in Vergessenheit geraten ist und inwieweit die internationale Gemeinschaft für das Massaker mitverantwortlich gemacht werden kann.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer breiten Auswertung von Literatur, Berichten von Untersuchungskommissionen und Zeugenaussagen basiert.
Im Fokus stehen das Versagen der UN-Schutzzonenkritik, die Täterrolle der bosnischen Serben sowie das Verhalten des niederländischen Bataillons (Dutchbat) vor Ort.
Wichtige Begriffe sind Genozid, Schutzzone, ethnische Säuberung, Vergangenheitsbewältigung, ICTY und der Dayton-Friedensvertrag.
Die Arbeit verdeutlicht, dass das UN-Mandat der „Sicherheitszone“ ohne ausreichende militärische Mittel und politischen Willen faktisch dazu führte, dass die Zivilbevölkerung schutzlos zurückgelassen wurde.
Die Autorin kritisiert das System der „Zwei Schulen unter einem Dach“ als eine Form der Segregation, die eine ehrliche Aufarbeitung der Kriegsverbrechen verhindert und nationalistische Narrative zementiert.
Die Arbeit attestiert dem Dutchbat eine moralische Mitschuld durch Voyeurismus und passive Teilnahme an Deportationen, stellt jedoch auch klar, dass die Einheit von der UN-Führung im Stich gelassen wurde.
Es wird betont, dass die Anerkennung des Genozids und die strafrechtliche Verfolgung der Täter essenziell sind, um eine Wiederholung solcher Ereignisse zu verhindern und ein friedliches Zusammenleben langfristig zu ermöglichen.
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