Diplomarbeit, 2005
72 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Die klassische Budgetierung im Umbruch?
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen der Thematik und aktuellen Budgetierungsdiskussion
2.1. Budgets und Budgetierung
2.2. Better Budgeting
2.3. Beyond Budgeting
2.4. Wissenschaft
3. Die klassische Budgetierung
3.1. Das Konzept im Überblick
3.2. Problemfelder des Konzepts
4. Der Ansatz des Better Budgeting
4.1. Das Ansatz im Überblick
4.2. Die Verbesserungsaspekte des Better Budgeting
4.3. Mögliche Elemente eines Better Budgeting Konzepts im Überblick
4.3.1. Zero-Based-Budgeting (und Scratch-Line-Budgeting)
4.3.2. Activity-Based-Budgeting
4.3.3. Weitere mögliche Elemente
4.4. Das Advanced Budgeting Konzept
4.5. Zusammenfassung und Reflexion
4.5.1. Neuigkeitsgrad
4.5.2. Empirische Fundierung
4.5.3. Potenzielle Problembereiche in der Praxis
4.5.4. Konzeptionelle Eignung (Prognose, Koordination, Motivation)
4.5.5. Implementierbarkeit (personal, sachlich)
4.5.6. Zusammenfassende Bewertung
5. Der Beyond Budgeting Ansatz
5.1. Entstehung des Beyond Budgeting
5.2. Die zwölf Prinzipien des Beyond Budgeting
5.2.1. Die Struktur und Kultur der Dezentralisation und Delegation (Devolutionary Framework)
5.2.2. Anpassungsfähige Managementprozesse (Adaptive management processes)
5.3. Instrumente des Beyond Budgeting
5.3.1. Value Based Management
5.3.2. Benchmarking
5.3.3. Balanced Scorecard
5.3.4. Activity Based Management
5.3.5. Customer Relationship Management (CRM)
5.3.6. Management-Informationssysteme (MIS) und Rolling Forecasts
5.3.7. Zusammenfassung
5.4. Fallbeispiel: Svenska Handelsbanken
5.5. Zusammenfassung und Reflexion
5.5.1. Neuigkeitsgrad
5.5.2. Empirische Fundierung
5.5.3. Potenzielle Problembereiche in der Praxis
5.5.4. Konzeptionelle Eignung (Prognose, Koordination, Motivation)
5.5.5. Implementierbarkeit (personal, sachlich)
5.5.6. Zusammenfassende Bewertung
6. Fazit und Ausblick
8. Anhang
8.1. Wie die traditionelle Budgetierung die Effektivität der Instrumente untergräbt
8.2. Ergebnis einer Unternehmensumfrage der Universität Kiel
8.3. Flexible vs. Klassische Unternehmenssteuerung
8.4. Die BBRT-Cases (Stand: 2003)
8.5. Relative statt fixe Ziele
8.6. Gesamtbewertung der Konzepte aus konzeptioneller Sicht
8.7. Die drei Konzepte und ihr Implementierungsaufwand
8.8. Budgeting Model aus der Perspektive des BBRT
8.9. Elemente der Rhetorik von Management-Bestsellern
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten und Grenzen der Budgetierungsansätze "Better Budgeting" und "Beyond Budgeting" aus wissenschaftlicher Sicht, um Alternativen zur klassischen, oft kritisierten Budgetierung aufzuzeigen und kritisch zu reflektieren.
1.1. Die klassische Budgetierung im Umbruch?
Unternehmen befinden sich in einem revolutionären Veränderungsprozess, der sich zusammen mit einem tief greifenden Wandel der Wettbewerbsbedingungen vollzieht. Zwangen zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Industriezeitalter) vornehmlich knappe Finanzmittel die Unternehmen dazu ihre betrieblichen Aktivitäten zu koordinieren, um ihre Kosten zu steuern, so hat sich diese Wettbewerbssituation in der Gegenwart (Informationszeitalter) dramatisch verändert. Unternehmen sehen sich heute einem immer stärkeren Wettbewerbsdruck, verbunden mit einer zunehmenden Komplexität und Dynamik des Unternehmensumfeldes gegenüber. Daraus resultiert eine erhöhte Wettbewerbsintensität auf den verschiedenen Märkten, auf denen Unternehmen um Kunden, immer häufiger auch um Kapitalgeber (Shareholder), Mitarbeiter und Lieferanten konkurrieren.
Darüber hinaus äußern sich die Konsequenzen dieser Entwicklung auch noch in einer abnehmenden Vorhersehbarkeit von Umweltveränderungen und einer Verkürzung von Reaktionszeiten, die einer Zunahme der Anpassungszeit für notwendige Reaktionsmaßnahmen gegenüberstehen. Die Komplexität der durch die Unternehmensführung zu lösenden Probleme nimmt also zu, während die Dynamik der Umwelt wächst und schnellere Anpassungsfähigkeit verlangt. In der Literatur spricht man in diesem Zusammenhang vom Dilemma der "Zeitschere", deren Bewältigung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen darstellt (siehe Abbildung 1).
"Als wichtigstes Hilfsmittel zur Bewältigung von komplexen und dynamischen Umfeldsituationen wurde die Planung entwickelt." Durch Planung soll ein vereinfachtes Modell der Realität erstellt (Komplexitätsreduktion) und Prognosen zur Zukunftsentwicklung formuliert werden (Abbau der geringen Vorhersehbarkeit). Doch im Zuge des steigenden Wettbewerbsdrucks im turbulenten Umfeld, geraten die Planung und das Instrument der Budgetierung als grundlegender Bestandteil des operativen Planungsprozesses ins Kreuzfeuer der Kritik.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der klassischen Budgetierung im dynamischen Unternehmensumfeld ein und definiert den Aufbau sowie das Ziel der Arbeit.
2. Grundlagen der Thematik und aktuellen Budgetierungsdiskussion: Das Kapitel erläutert die wesentlichen Begriffe rund um Budgets und Budgetierung sowie die Ansätze Beyond und Better Budgeting.
3. Die klassische Budgetierung: Es wird das Konzept der klassischen Budgetierung mit seinen Funktionen dargestellt und die zentralen Problemfelder analysiert.
4. Der Ansatz des Better Budgeting: Dieses Kapitel betrachtet den Better Budgeting Ansatz als Reform der klassischen Budgetierung, stellt dessen Elemente sowie Umsetzungskonzepte vor und reflektiert deren Vorteile und Grenzen.
5. Der Beyond Budgeting Ansatz: Dieser Abschnitt widmet sich dem Beyond Budgeting als radikalem Gegenkonzept, untersucht dessen Prinzipien, Instrumente und praktische Umsetzung anhand von Fallbeispielen.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zu erwartende Entwicklung der Budgetierungsdiskussion.
Budgetierung, Beyond Budgeting, Better Budgeting, Unternehmensplanung, Kostenmanagement, Controller, Managementsteuerung, Strategische Planung, Budgetpuffer, Performance Measurement, Balanced Scorecard, Benchmarking, Unternehmenskultur, Rollierende Planung, Wertmanagement
Die Arbeit analysiert die Kritik an der klassischen Budgetierung und untersucht moderne Alternativkonzepte wie Better Budgeting und Beyond Budgeting hinsichtlich ihrer Eignung in einem dynamischen Unternehmensumfeld.
Im Mittelpunkt stehen die klassische Budgetierung, die Verbesserung dieses Instruments durch Better Budgeting sowie die radikale Abkehr von Budgets durch Beyond Budgeting.
Ziel ist es, eine wissenschaftliche Argumentationsbasis für die Besprechung neuer Budgetierungsansätze zu schaffen und deren Möglichkeiten sowie Grenzen kritisch zu hinterfragen.
Es erfolgt eine fundierte Analyse und kritische Reflexion der vorliegenden Literatur zu den Budgetierungsansätzen sowie eine Darstellung der theoretischen und praktischen Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Budgetierung, eine detaillierte Analyse der Better Budgeting Ansätze sowie die Untersuchung der Beyond Budgeting Philosophie inklusive praktischer Fallbeispiele.
Wichtige Begriffe sind Budgetierung, Beyond Budgeting, Better Budgeting, Unternehmensplanung, Kostenmanagement, Strategische Planung und Performance Measurement.
Kritisiert werden vor allem der hohe Ressourcenaufwand, die Inflexibilität, die mangelnde Verknüpfung zur Strategie, die Eindimensionalität der Steuergrößen sowie die Tendenz zu dysfunktionalem Verhalten der Manager.
Während Better Budgeting die klassische Budgetierung als Instrument behalten, aber effizienter gestalten will, propagiert Beyond Budgeting den vollständigen Verzicht auf Budgets und fordert einen radikalen Wandel der Managementkultur und -strukturen.
Der Autor weist darauf hin, dass das Konzept als Ganzes, besonders für KMU, nur schwer umsetzbar ist und die empirische Fundierung des Erfolgs aus wissenschaftlicher Sicht bisher lückenhaft bleibt.
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