Bachelorarbeit, 2018
50 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Der Traditionsbegriff
2.1. Allgemeine Begriffserklärung
2.2. Der Traditionsbegriff in der BRD und der DDR
2.3. Tradition im Militär und ihre Funktionen
3. Die Entwicklung eines neuen Gerüstes der Tradition für die Bundeswehr
3.1. Die Himmeroder Denkschrift
3.2. Die Dienststelle Blank
3.3. Der Traditionserlass von 1965
4. Die NVA und ihr Konzept von Tradition
4.1. Aufstellung der NVA
4.2. Die Entwicklung der militärischen Tradition der Nationalen Volksarmee
4.2.1. Die Rolle der SED bei der Entwicklung der Traditionsverordnung
4.2.2. Das Traditionsverständnis der Nationalen Volksarmee
5. Wie viel Wehrmachttradition steckte noch in den frühen Ausprägungen von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee?
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee (NVA) mit der Tradition der Wehrmacht während ihrer jeweiligen Aufbau- und Konsolidierungsphasen. Ziel ist es, die Entwicklung der Traditionsverständnisse beider Streitkräfte im Kontext der Nachkriegsgeschichte und des Kalten Krieges zu analysieren und zu vergleichen, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen einem notwendigen Neuanfang und der faktischen Übernahme oder Ablehnung von Wehrmachtstraditionen liegt.
3.1. Die Himmeroder Denkschrift
Die ersten Erwägungen über eine Neuaufstellung deutscher Streitkräfte fanden vom 5. bis zum 9. Oktober 1950 durch die sogenannte Expertenrunde Himmerod im gleichnamigen Kloster in der Eifel statt. Der Hauptgrund hierfür lag darin, dass es nach der Auflösung des durch Hitler provozierten West-Ost-Bündnisses und verschiedenen Expansionsversuchen der UdSSR zum amerikanischen Ziel wurde, das weiterhin entwaffnete West-Europa vor dem sowjetischen Imperium zu bewahren. Der Kriegsausbruch in Korea wirkte dabei als eine Art Katalysator, der die Forderungen von manchen westeuropäischen Verantwortlichen nach einem militärischen Beitrag Deutschlands zum Schutz Europas weiter untermauerte. Adenauer drängte – weniger aufgrund von sicherheitspolitischen als von westeuropäischen und bundesrepublikanischen Überlegungen – auf die baldige Funktionsbereitschaft der neuen Streitkraft, sowie auf ein baldiges Zusammenkommen der Experten von Himmerod.
In der Abgeschiedenheit des Barockklosters Himmerod trafen sich insgesamt 15 ehemalige Wehrmachtsoffiziere, darunter zehn ehemalige Generäle und Admirale, von denen eine Mehrzahl einige Jahre später in die Bundeswehr übernommen wurde. In einem militärstrategischen ausgerichteten organisatorischen Rahmen beriet man über die künftige Wiederbewaffnung Deutschlands, besonders im Hinblick auf einen militärischen Beitrag des Landes zur gemeinsamen Verteidigung Westeuropas. Die Expertenrunde sollte überdies der damaligen Bundesregierung, insbesondere dem Bundeskanzler, als beratendes und sachverständiges Organ in allerlei Fragen dienen, die im Zusammenhang mit Sicherheits bzw. Rüstungsmaßnahmen standen. Die Hohen Alliierten Kommissare hatten der Antragstellung der Bundesregierung zur Aufstellung einer militärischen Expertenrunde zugestimmt, obwohl dies den Bestimmungen des Gesetzes der Hohen Kommission vom 19. Dezember 1949 deutlich widersprach, das die Beschäftigung mit militärischen Fragen unter sehr harte Strafe gestellt hatte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Wehrmachtstraditionen ein und erläutert die Forschungsrelevanz des Vergleichs zwischen der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee.
2. Der Traditionsbegriff: Dieses Kapitel definiert Tradition als soziologischen Begriff und erörtert insbesondere die spezifischen Funktionen und Ausprägungen von Tradition innerhalb militärischer Organisationen.
3. Die Entwicklung eines neuen Gerüstes der Tradition für die Bundeswehr: Hier wird der Prozess der Traditionsfindung der Bundeswehr von der Himmeroder Denkschrift über die Dienststelle Blank bis hin zum Traditionserlass von 1965 nachgezeichnet.
4. Die NVA und ihr Konzept von Tradition: Dieses Kapitel beleuchtet die Aufstellung der NVA und ihre Einbindung in das stalinistisch geprägte System der SED, welches das Traditionsverständnis der ostdeutschen Armee ideologisch vorgab.
5. Wie viel Wehrmachttradition steckte noch in den frühen Ausprägungen von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee?: Der vergleichende Hauptteil untersucht, inwieweit beide Armeen trotz offizieller Traditionsbrüche in der Praxis an Wehrmachtselementen festhielten.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass der Umgang der Bundeswehr im Vergleich zur NVA als demokratisch nachvollziehbarer erscheint, obwohl beide mit der schwierigen Erblast der Wehrmacht kämpften.
Bundeswehr, Nationale Volksarmee, Traditionserlass, Wehrmachttradition, Innere Führung, SED-Ideologie, Wiederbewaffnung, Kalter Krieg, Militärgeschichte, Traditionsverständnis, Himmeroder Denkschrift, Personalgutachterausschuss, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Zivil-militärische Beziehungen.
Die Arbeit behandelt den Umgang der deutschen Streitkräfte – der Bundeswehr im Westen und der Nationalen Volksarmee im Osten – mit dem Erbe und den Traditionen der Wehrmacht in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Mittelpunkt stehen die Traditionsfindung der Bundeswehr, der ideologische Einfluss der SED auf die NVA, der Umgang mit ehemaligen Wehrmachtsoffizieren sowie die Bedeutung von Zeremonien und Uniformen.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Traditionsverständnis der beiden deutschen Streitkräfte in ihren Aufbauphasen entwickelte und inwieweit trotz proklamierter Neuanfänge Elemente der Wehrmacht übernommen wurden.
Es handelt sich um eine historisch-vergleichende Arbeit, die auf der Analyse von zeitgenössischen Denkschriften, Erlassen, Gesetzen sowie fachspezifischer Literatur zur Militärgeschichte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Traditionserlasses der Bundeswehr, das auf Parteilinie ausgerichtete Traditionsverständnis der NVA und einen direkten Vergleich des Umgangs mit dem Wehrmachtserbe in beiden Staaten.
Die zentralen Begriffe umfassen Tradition, Wehrmachtserbe, Bundeswehr, NVA, Innere Führung, SED-Ideologie und den militärhistorischen Vergleich im Kalten Krieg.
Da sowohl die Bundeswehr als auch die NVA in der Aufbauphase auf erfahrenes Personal angewiesen waren, mussten sie ehemalige Wehrmachtssoldaten integrieren, was in beiden Fällen – wenn auch aus unterschiedlichen Motiven – zu großen politischen Spannungen führte.
Die Bundeswehr versuchte durch das Konzept der „Inneren Führung“ einen demokratischen Rahmen zu schaffen, während die NVA ihr Traditionsverständnis vollständig dem marxistisch-leninistischen Weltbild der SED unterordnete.
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