Bachelorarbeit, 2019
32 Seiten, Note: 1,0
I. Problemstellung
II. Kritische Würdigung der Auswirkung verpflichtender nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen
1. Rechtliche Rahmenbedingungen der verpflichtenden nichtfinanziellen Firmenberichterstattung
a) Implementierung der Richtlinie in 2014/95/EU in nationales Recht
b) Inhaltliche Anforderungen an die Umweltberichterstattung
2. Theoretische Grundlagen der Umweltberichterstattung
a) Prinzipal-Agent-Theorie als Grundlage der Umweltberichterstattung
aa) Einordnung der Umweltberichterstattung in Bezug auf unterschiedliche Motivationen der CSR
bb) Probleme in der Prinzipal-Agent-Beziehung
b) Berichterstattung als Signaling im Wettbewerb
c) Auswirkungen der Gesetzesänderung auf die Vergleichbarkeit der Umweltberichterstattung
3. Aktueller Forschungsstand der Auswirkungen der verpflichtenden nichtfinanziellen Firmenberichterstattung
III. Empirische Analyse der Auswirkung nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen für ausgewählte Branchen
1. Untersuchungsdesign
a) Auswahl und Beschreibung der Stichprobe
b) Beschreibung der Datenerhebung
2. Darstellung und Analyse der Vergleichbarkeit durch die verpflichtende nichtfinanzielle Berichterstattung
a) Ausgangslage vor dem Inkrafttreten des Gesetzes
b) Veränderungen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes
3. Würdigung der Veränderung der Vergleichbarkeit durch die verpflichtende nichtfinanzielle Berichterstattung
IV. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit die Einführung einer gesetzlich verpflichtenden nichtfinanziellen Firmenberichterstattung in Deutschland die Vergleichbarkeit der Berichterstattung über Umweltbelange bei ausgewählten börsennotierten Unternehmen beeinflusst.
b) Berichterstattung als Signaling im Wettbewerb
Im Rahmen der Signaling-Theorie wird die wesentliche Problematik der Prinzipal-Agent-Theorie aufgegriffen. Hierbei dient Signaling als ein Instrument zur Reduktion asymmetrisch verteilter Informationen. Mittels einer nichtfinanziellen Berichterstattung können die Unternehmen über ihr Umweltengagement berichten. Das Aussenden solcher Signale ermöglicht den Unternehmen mit einem hohen Umweltengagement, sich von schlechteren Konkurrenten abzugrenzen. Hierbei gelten die Kapitalmarktteilnehmer und andere Interessentengruppen der Umwelt als mögliche Adressaten. Der Shareholder ist jedoch als Hauptadressat anzusehen, da die Aufnahme von Umweltinformationen, auf eine Erklärung des finanziellen Erfolgs abzielt.
Spence beschreibt die Signaling-Theorie anhand des Arbeitsmarktes. Dabei existieren bei der Personalselektion zwei unterschiedliche Gruppen von Arbeitnehmern in Bezug auf ihre Arbeitsproduktivität. Übertragen auf die Investitionsentscheidung in umweltengagierte Unternehmen, lassen sich die Unternehmen ebenfalls in zwei unterschiedliche Gruppen aufteilen. Gruppe A mit einem hohen Umweltengagement und Gruppe B mit einem niedrigen Umweltengagement. Zum Zeitpunkt der Investitionsentscheidung befindet sich der Shareholder im Unklaren über die Umweltbemühungen des Unternehmens, da die Aktivitäten der Unternehmen nicht verifizierbar sind. Der Shareholder kann die unterschiedlichen Gruppen nicht unterscheiden und ist nur bereit eine durchschnittliche Investition zu tätigen. Hierbei handelt es um das sogenannte Pooling-Gleichgewicht.
Bei der Signalisierung hingegen können Unternehmen mit einem hohen Umweltengagement auf sich aufmerksam machen. Durch die Veröffentlichung ihrer Umweltaktivitäten soll eine Abgrenzung zu Konkurrenten geringeren Umweltengagements stattfinden. Auf diese Weise soll das Informationsdefizit des Shareholders reduziert und eine bessere Position am Kapitalmarkt erlangt werden. Die Signalisierung der Unternehmen resultiert in einem separierenden Gleichgewicht. Dadurch ist es dem Shareholder möglich die unterschiedlichen Gruppen zu erkennen. Dementsprechend investiert der Shareholder in Unternehmen mit einem besseren Umweltprofil. Infolgedessen wird die Bereitschaft der Unternehmen in bestimmte Signale zu investieren beeinflusst.
I. Problemstellung: Einleitung in die Relevanz der nichtfinanziellen Berichterstattung und Darstellung der Forschungsfrage zur Vergleichbarkeit der Umweltberichterstattung.
II. Kritische Würdigung der Auswirkung verpflichtender nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen: Detaillierte Darstellung des rechtlichen Rahmens, theoretische Herleitung über die Prinzipal-Agent-Theorie und den Signaling-Ansatz sowie Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
III. Empirische Analyse der Auswirkung nichtfinanzieller Firmenberichterstattung auf die Vergleichbarkeit des Reportings von Umweltbelangen für ausgewählte Branchen: Vorstellung des Untersuchungsdesigns sowie die Analyse der Berichterstattung vor und nach dem Inkrafttreten der gesetzlichen Verpflichtung für ausgewählte Unternehmen.
IV. Thesenförmige Zusammenfassung: Komprimierte Darstellung der wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und Schlussfolgerungen bezüglich der Vergleichbarkeit der Umweltberichterstattung.
Nichtfinanzielle Berichterstattung, CSR-Richtlinie, Umweltberichterstattung, Vergleichbarkeit, Prinzipal-Agent-Theorie, Signaling-Theorie, Nachhaltigkeit, HGB, Geschäftsberichte, Nachhaltigkeitsberichte, DAX-Unternehmen, Informationsasymmetrie, Umweltengagement, Wesentlichkeit, GRI-Rahmenwerk.
Die Arbeit untersucht, ob die gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen, nichtfinanzielle Berichte (speziell zu Umweltbelangen) zu erstellen, zu einer besseren Vergleichbarkeit dieser Informationen für Investoren geführt hat.
Die zentralen Themen sind das EU-CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, die theoretische ökonomische Fundierung von Berichterstattung als Signal, sowie die empirische Analyse von DAX-Unternehmensberichten in den Jahren 2016 und 2017.
Das Ziel ist die kritische Würdigung der Auswirkungen der gesetzlichen Verpflichtung auf die Vergleichbarkeit des Umwelt-Reportings, um zu klären, ob die Standardisierung durch den Gesetzgeber das Informationsdefizit der Shareholder reduzieren konnte.
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die 30 börsennotierte Unternehmen umfasst. Die Vergleichbarkeit wird mittels quantitativer Proxy-Variablen (wie Seiten- und Wortanzahl, Anzahl der Kennzahlen und GRI-Konformität) und Varianzanalysen statistisch untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der rechtliche Grundlagen und ökonomische Theorien (Prinzipal-Agent, Signaling) beleuchtet, und einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten aus Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten auswertet.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Nichtfinanzielle Berichterstattung, CSR, Vergleichbarkeit, Signaling-Theorie und Umweltberichterstattung geprägt.
Das GRI dient als Maßstab für die inhaltliche Vergleichbarkeit. Die Untersuchung analysiert, ob Unternehmen die vorgegebenen GRI-Umweltaspekte berichten, und ob sich diese Berichterstattung nach der Gesetzesänderung angeglichen hat.
Die empirische Analyse zeigt, dass die gesetzliche Verpflichtung bisher keine signifikante Veränderung der Vergleichbarkeit (gemessen an Standardabweichungen der gewählten Metriken) bewirkt hat, was möglicherweise an frühen Anpassungseffekten aufgrund der Ankündigung der Richtlinie liegt.
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