Examensarbeit, 2005
48 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1. Allgemeine Vorüberlegungen
1.2. Situationsanalyse
2. KIRCHENFERNE ZEITGENOSSEN
2.1. Empirische Beobachtungen
2.2. Fragebogenauswertung
2.3. Fazit
3. KASUALIEN UND GEMEINDEAUFBAU
3.1. Grundsätzliches
3.2. Taufe – eine missionarische Ungelegenheit
3.3. Taufe als Weg
3.4. Taufe und Gemeindeaufbau
3.5. Bilanz mit Blick auf die Kirchenfernen
4. PROJEKT „BEGLEITUNG KIRCHENFERNER ELTERN NACH DER TAUFE“ IM KIRCHSPIEL SCHENKENBERG
4.1. Grundsätzliches
4.2. Pädagogische und Psychologische Vorüberlegungen
4.3. Die einzelnen Teile des Projekts
4.3.1. DIE TAUFE
4.3.2. DIE BRIEFE
4.3.3. DIE ELTERNSEMINARE
4.3.4. FAMILIENGOTTESDIENSTE
4.3.5. DIE RÜSTZEIT
4.3.6. BABYCLUB UND VORSCHULKREIS
4.4. Resümee
Die Arbeit untersucht, wie kirchenferne Eltern von Taufkindern professionell und langfristig in ihrer religiösen Erziehungsverantwortung begleitet werden können, um so die Bindung an die Kirchengemeinde zu stärken und Gemeindeaufbau zu fördern. Dabei wird ein pädagogisch-konzeptioneller Ansatz für das Kirchspiel Schenkenberg entwickelt.
4.2. Pädagogische und Psychologische Vorüberlegungen
In die Überlegungen, wie ein Projekt zur Betreuung kirchenferner Eltern nach der Taufe ihres Kindes aussehen soll, müssen neben schon erfolgten demoskopischen, theologischen und soziologischen Erwägungen nun auch die Religionspädagogik und Religionspsychologie in den Blick genommen werden.
Werden beide Wissenschaftsbereiche miteinander verknüpft, beleuchten sie u.a. die psychische Seite der religiösen Erziehung. Die Erziehungswissenschaft ist in der Psychologie beheimatet und berührt fließend auch die Grenzen zur Persönlichkeitspsychologie, zur Sozial- und Entwicklungspsychologie.
Die religionspädagogische Psychologie nutzt das Wissen und die Methoden der Psychologie für die Handlungsfelder der religiösen Erziehung. Ihre Aufgabe besteht darin, psychologische Erkenntnisse anzuwenden, durch die sich ethisch-religiöse Sozialisationsprozesse beschreiben, erklären und verbessern und Entwicklungsstörungen vermeiden lassen.
Dabei ist Sozialisation ein lebenslanger Prozess. In dieser Zeit prägt der Mensch seine charakteristischen Erlebnis-, Denk- und Verhaltensweisen aus. Das tut er entsprechend seiner körperlichen Reife und seines psychischen Entwicklungsstandes. Dabei setzt er sich mit beabsichtigten und unbeabsichtigten Einflüssen seiner Umwelt auseinander. Unbeabsichtigt meint z.B. das Heranwachsen in einer unvollständigen Familie, das Lernen in „Mammutschulen“, Wohlstand/Armut, Diaspora, pluralistische Gesellschaft. Sozialisation ist nicht nur Anpassung an Rollenanforderungen der Gesellschaft, sondern auch der Aufbau von Autonomie.
1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet das Anliegen, kirchenferne Eltern bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, ausgehend von Erfahrungen in der Praxis des Kirchspiels Schenkenberg.
2. KIRCHENFERNE ZEITGENOSSEN: Dieses Kapitel analysiert das Selbstverständnis und die Religiosität kirchenferner Zeitgenossen basierend auf soziologischen Studien und einer eigenen Mitgliederbefragung.
3. KASUALIEN UND GEMEINDEAUFBAU: Es erfolgt eine theologisch-kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Taufe als missionarische Gelegenheit sowie die Einordnung der Taufe als Prozess im Gemeindeaufbau.
4. PROJEKT „BEGLEITUNG KIRCHENFERNER ELTERN NACH DER TAUFE“ IM KIRCHSPIEL SCHENKENBERG: Die Autorin präsentiert ein konkretes, praxisnahes Konzept zur langfristigen Begleitung von Taufeltern durch verschiedene Angebote bis zum Schuleintritt der Kinder.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Die Kernaussagen der Arbeit werden rekapituliert, wobei die Taufe als fortlaufender Weg und die Notwendigkeit einer seelsorglich-kompetenten Begleitung unterstrichen werden.
Kirchenferne Eltern, Taufe, Gemeindeaufbau, religiöse Erziehung, Kasualpraxis, Familienbegleitung, religionspädagogische Psychologie, Sozialisation, Taufbegleitung, Kirchspiel Schenkenberg, Elternbildung, Kinderglaube, missionarische Chance, Volkskirche.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation kirchenferner Eltern, deren Kinder getauft wurden, und entwickelt ein Konzept, wie die Kirchengemeinde diese Eltern nachhaltig in ihrer religiösen Erziehungsaufgabe unterstützen kann.
Zentral sind die Analyse der religiösen Bedürfnisse kirchenferner Menschen, die theologische Deutung der Kasualien (insb. der Taufe) und die praktische Umsetzung eines Begleitprojekts im Kirchspiel.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine wertschätzende und professionelle Begleitung nach der Taufe eine tragfähige Beziehung zwischen kirchenfernen Familien und der Gemeinde aufgebaut werden kann.
Die Arbeit kombiniert soziologische und demoskopische Daten (EKD-Studien) mit einer eigenen empirischen Mitgliederbefragung sowie religionspädagogischen und psychologischen Theorien zur Erziehung.
Der Hauptteil beschreibt konkrete Angebote wie Elternbriefe, Elternseminare, Familiengottesdienste, eine jährliche Rüstzeit sowie den Babyclub und einen Vorschulkreis als Orte für religiöse Erfahrungen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Taufbegleitung, Gemeindeaufbau, religiöse Erziehung, kirchenferne Eltern und Kasualpraxis.
Das Kirchspiel dient als konkretes Praxisbeispiel im ostdeutschen Kontext, in dem die Autorin selbst tätig ist und die Herausforderungen einer säkularen Umwelt direkt adressiert.
Sie sieht die Kindertaufe nicht als abgeschlossenen Ritus, sondern als Startpunkt eines Prozesses, der durch flankierende Maßnahmen der Gemeinde zur Entwicklung eines „Taufweges“ ausgebaut werden muss.
Die Gemeinde ist nicht nur passiver Rahmen, sondern soll durch die aktive Einbindung der Familien in verschiedene Gruppen zu einem Raum werden, in dem Glaube gemeinschaftlich erlebt und erfahren werden kann.
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