Diplomarbeit, 2005
81 Seiten, Note: 2
I THEORIETEIL
1. Einleitung
2. Sprachidentität im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit
3. Warum Sprachförderung in Kindergarten und Vorschule
4. Die natürliche Sprachentwicklung eines Kindes
5. Möglichkeiten der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund
6. Schwierigkeiten in Bezug auf Sprache von Kindern mit Migrationshintergrund
6.1 Der falsche Zeitpunkt für das Erlernen der Zweitsprache
6.2 BICS und CALP
6.3 Sprechverweigerung
6.4 Stagnationen und Entwicklungsbrüche im Spracherwerbsprozess
6.5 Das sprachgestörte Kind mit zusätzlichem Problem der Zweisprachigkeit
6.5.1 Balbuties
6.5.2 Dyslalie
6.5.3 Dysgrammatismus
7. Hilfestellungen für Kinder mit Migrationshintergrund
7.1 Gesellschaftliche Unterstützung und allgemeine Hilfestellungen
7.2 Das Denkendorfer Modell
7.3 Kon- Lab
7.4 Sprachförderkoffer
7.5 Würzburger Trainingsprogramm
8. Sprache und Spiel
II PRAXISTEIL
9. Sprachspiele in der Sprachförderung
10. Erprobung der Auswirkung und Effektivität von ausgewählten Sprachspielen in einem Kindergarten
10.1 Die Vorgehensweise während der Praxisphase
10.2 Der Kindergarten St. Columban
11. Allgemeines über das SSV
11.1 Die Durchführung und Auswertung der beiden Teile des SSV
11.1.1 Das Screening für Kinder im Alter von drei Jahren
11.1.2 Das Screening für Kinder im Alter von vier und fünf Jahren
12. Sprachspielanalyse der während der Praxisphase verwendeten Sprachspiele
12.1 Begrüßungs- und Abschiedsritual
12.2 Obstsalat
12.3 Ich packe meinen Koffer
12.4 Welche Karte fehlt?
12.5 Anlaut- Memory
12.6 Fehler in der Geschichte finden
12.7 Die Kuh legt Eier
12.8 Schwarz- Weiß- Spiel
13. Die Praxisphase im Kindergarten St. Columban
13.1 Die Verlaufspläne der Praxisphase
13.2 Reaktionen der Kinder auf die Sprachspiele
13.3 Beobachtungsbogen über die vier Kinder
13.5 Erste Durchführung des Screenings
13.6 Zweite Durchführung des Screenings
15. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit von Sprachspielen als Instrument der frühen Sprachförderung. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Kindern mit Migrationshintergrund, wobei analysiert wird, wie spielerische Ansätze im Kindergartenalltag zur Unterstützung des Spracherwerbs und zur Identitätsbildung beitragen können.
4. Die natürliche Sprachentwicklung eines Kindes
Wie das Symbol des Sprachbaums verdeutlicht, kann sich die Sprache eines Kindes, als Krone des Baumes dargestellt, nur natürlich entwickeln, wenn eine Reihe grundlegender Fähigkeiten zu einem gewissen Maß ausgebildet ist. Sprache ist somit nicht als isolierter Faktor zu sehen, sondern ein Zusammenspiel vieler Faktoren, die in Abhängigkeit zueinander stehen.
Als erstes müssen sich die Wurzeln entwickeln und sich im Boden verankern, damit der Stamm mit seiner ausladenden Krone entstehen kann. Damit stellen sie die Voraussetzungen des Sprechen-Lernens, in Form von zum Beispiel hören, dar. Die Krone steht stellvertretend für eine ausgebildete Sprache mit ihren drei Unterbereichen der Artikulation, dem Wortschatz und der Grammatik.
Der Stamm symbolisiert das Sprachverständnis und die Sprachfreude. Beides sind Voraussetzungen, damit sich Sprache, im Schaubild durch die Äste und Zweige der Krone dargestellt, ausdifferenzieren kann. Ein wichtiges Element der Sprachentwicklung, beziehungsweise der Entwicklung des Baumes, wird durch die Sonne, symbolisch für Wärme, Liebe und Akzeptanz, verdeutlicht. Ein Kind ist auf die Liebe und Akzeptanz seiner Bezugspersonen angewiesen. Ebenso elementar ist das tägliche Miteinander, das in dem Schaubild durch das Wasser aus der Gieskanne symbolisiert wird. Es gibt deutliche Unterschiede in der Sprachentwicklung von Kindern, je nachdem ob das Wasser ‚Dünger’ enthält oder nicht. Eltern können durch die Art wie und wie intensiv sie mit ihrem Kind sprechen, Sprachentwicklung fördern, einschränken oder bremsen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den durch PISA identifizierten sprachlichen Rückstand bei Kindern mit Migrationshintergrund und begründet die Notwendigkeit frühkindlicher Sprachförderung.
2. Sprachidentität im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit: Es wird erörtert, wie Sprache als identitätsstiftendes Element fungiert und welche Rolle Mehrsprachigkeit für Kinder in der Migrantensituation spielt.
3. Warum Sprachförderung in Kindergarten und Vorschule: Dieses Kapitel begründet, warum Sprachförderung als unverzichtbarer Teil der Erziehung an alltäglichen Lebensorten stattfinden muss.
4. Die natürliche Sprachentwicklung eines Kindes: Anhand des Modells des „Sprachbaums“ werden die Voraussetzungen für einen gesunden Spracherwerb und verschiedene Spracherwerbstheorien dargelegt.
5. Möglichkeiten der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund: Differenzierung zwischen sukzessivem und simultanem Zweitspracherwerb und deren Bedeutung für die Entwicklung der Kinder.
6. Schwierigkeiten in Bezug auf Sprache von Kindern mit Migrationshintergrund: Analyse von Problemen wie BICS/CALP, Sprechverweigerung und Stagnationen im Zweitspracherwerb.
7. Hilfestellungen für Kinder mit Migrationshintergrund: Vorstellung von Förderprogrammen und Methoden wie Denkendorfer Modell, Kon-Lab und Sprachförderkoffer.
8. Sprache und Spiel: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Symbolspiel und Sprachentwicklung nach Piaget und McCune-Nicolich.
9. Sprachspiele in der Sprachförderung: Erörterung der Vorteile spielerischer Ansätze zur Förderung der Kommunikationsbereitschaft ohne Leistungsdruck.
10. Erprobung der Auswirkung und Effektivität von ausgewählten Sprachspielen in einem Kindergarten: Darstellung des methodischen Vorgehens einer Praxisstudie im Kindergarten St. Columban.
11. Allgemeines über das SSV: Beschreibung des eingesetzten Sprachscreenings für das Vorschulalter als diagnostisches Instrument.
12. Sprachspielanalyse der während der Praxisphase verwendeten Sprachspiele: Detaillierte Analyse der eingesetzten Sprachspiele wie Obstsalat, Memory oder Fehlersuchgeschichten.
13. Die Praxisphase im Kindergarten St. Columban: Dokumentation der durchgeführten Verlaufspläne, Reaktionen der Kinder und Ergebnisse des Screenings.
15. Schlusswort: Fazit zur Integration von Sprachspielen in den Alltag und die benötigten Kompetenzen des pädagogischen Personals.
Sprachförderung, Kindergarten, Vorschule, Migration, Zweitspracherwerb, Sprachspiele, SSV, Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit, Identität, Sprachdiagnostik, Spielpädagogik, Kommunikation, Kon-Lab, Sprachstörung.
Die Arbeit untersucht, wie Sprachspiele effektiv in die tägliche Sprachförderung von Kindern im Kindergarten und in der Vorschule integriert werden können, besonders mit Blick auf Kinder mit Migrationshintergrund.
Die zentralen Themen sind die natürliche Sprachentwicklung, die Herausforderungen des Zweitspracherwerbs, verschiedene Förderkonzepte sowie die Verknüpfung von Sprache und Spiel als pädagogische Methode.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Sprachförderung und Sprachspielen wissenschaftlich zu beleuchten und anhand einer Praxisphase zu belegen, ob diese Spiele eine effektive Möglichkeit darstellen, sprachliche Kompetenzen zu verbessern.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung mit einer empirischen Praxisphase, in der die Wirksamkeit von Sprachspielen durch den Einsatz eines standardisierten Sprachscreenings (SSV) bei einer Gruppe von Kindergartenkindern überprüft wird.
Der Hauptteil gliedert sich in einen Theorieteil zu Sprachentwicklung und Fördermethoden sowie einen Praxisteil, in dem gezielte Sprachspiele analysiert und die Ergebnisse der Screening-Tests dokumentiert werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sprachförderung, Migrationshintergrund, Zweitspracherwerb, Sprachspiele, Sprachscreening und Identitätsbildung.
Das SSV (Sprachscreening für das Vorschulalter) dient als zentrales Messinstrument, um den sprachlichen Entwicklungsstand der teilnehmenden Kinder vor und nach der Durchführung der Sprachspiele objektiv vergleichen zu können.
Die qualitativen Beobachtungen (Motivation, Verhalten, Sprechweise) ergänzen die quantitativen Screening-Daten und verdeutlichen, wie individuelle Faktoren wie Eingewöhnung oder persönliche Motivation den Lernerfolg beeinflussen.
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