Bachelorarbeit, 2017
123 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Der Darwinismus im B2B-Geschäft
2.1 Der Dienstleistungsbegriff
2.2 Kreditrisiken von Investitionsgüter im B2B-Geschäft
2.3 Investitionsgüterkreditversicherung
3. Financial Service Engineering
3.1 Von der Dienstleistung zur Finanzdienstleistung
3.1.1 Informationsasymmetrie in der Finanzdienstleistung
3.1.2 Ansätze und Lösungsmöglichkeiten für Interaktionsbeziehungen
3.2 Finanzdienstleistungen als Entwicklungsobjekt
3.3 Dimensionen und Modelle zur Kundenintegration von Finanzdienstleistungen
3.4 Die Finanzdienstleistungsentwicklung
3.5 Modell für das Financial Service Engineering
4. Credit Management im Lieferantengeschäft von Investitionsgütern
4.1 Mindestanforderungen an das Credit Management von Investitionsgütern
4.2 Phasen und Prozesse des Credit Managements
4.2.1 Kundenakquise und Kreditwürdigkeitsprüfung
4.2.2 Kreditentscheidung und Kreditsicherung
4.2.3 Kreditüberwachung und Zahlungsbeitreibung
4.3 Wertorientierte Risikosteuerung im Credit Management
5. Das Credit Management als digitale Kundenplattform
5.1 Service Creation – Startphase
5.1.1 Performance in Finanzprozessen
5.1.2 Systembrüche im Credit Management
5.1.3 Herausforderungen im Management von Kreditrisiken
5.2 Financial Service Engineering einer digitalen Kundenplattform
5.2.1 Analysephase
5.2.2 Konzeptionsphase
5.2.3 Implementierungsphase
6. Ergebnis
Die Arbeit untersucht, wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden können, um Credit-Management-Prozesse bei Investitionsgüterproduzenten zu optimieren, Systembrüche zu vermeiden und durch den Aufbau einer digitalen Kundenplattform einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.
2.2 Kreditrisiken von Investitionsgüter im B2B-Geschäft
In jedem Investitionsgütergeschäft entstehen durch operative Tätigkeiten intransparente Risiken, sprich die Möglichkeit ein geplantes Ziel nicht oder unzureichend zu erfüllen. Oftmals haben dabei Kreditrisiken einen negativen Einfluss auf das liquide Vermögen. Die Liquidität eines Unternehmens ist notwendig, um wiederkehrende Verbindlichkeiten zu bedienen, aber auch um neue Investitionen zu tätigen sowie das Unternehmenswachstum voranzutreiben. Eine Zahlungsunfähigkeit des Abnehmers (d.h. Kreditrisiko aus Sicht des Lieferanten) wirkt sich nicht nur negativ auf die Kundenbeziehung und Kreditgeber (bspw. der kreditgebenden Bank) aus, sondern kann auch für den Lieferanten gem. § 17 InsO ein Insolvenzgrund bedeuten. Hat ein Abnehmer erst einmal einen Insolvenzantrag gestellt, sind die offenen Forderungen des Lieferanten erst einmal „auf Eis gelegt“. Meistens ist es schon bereits für den Lieferanten zu spät, wenn ausbleibende Zahlungen des Schuldners (d.h. der Abnehmer des Investitionsgutes) auftreten bzw. ein Schuldner sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Folglich kann die Insolvenz des Schuldners eine Folgeinsolvenz des Lieferanten nach sich ziehen.
Dementsprechend ist ein Risikomanagementansatz für den Lieferanten nötig, um einer Folgeinsolvenz vorzubeugen. Nach § 91 Abs. 2 AktG ist u.a. der Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer einer AG oder die Geschäftsleitung einer KGaA im Interesse der Allgemeinheit dazu verpflichtet „geeignete Maßnahmen zu Treffen – insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“ Um die Risiken im Management zu identifizieren bzw. zu analysieren benötigt man ein Risikocontrolling (d.h. Risikomanagementprozess und Risikofrüherkennung) damit Risiken in Abhängigkeit der Unternehmensstrategie bzw. Risikophilosophie bewertet, gesteuert und schließlich überwacht werden können.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Prozessrisiken im B2B-Investitionsgütergeschäft ein und stellt die Relevanz einer digitalen Optimierung durch neue IT-Ansätze heraus.
2. Der Darwinismus im B2B-Geschäft: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Dienstleistungsbranche und die Notwendigkeit für Investitionsgüterhersteller, Kreditrisiken durch systematische Ansätze aktiv zu steuern.
3. Financial Service Engineering: Hier werden theoretische Grundlagen des FSE erarbeitet, um Finanzdienstleistungen als Entwicklungsobjekt begreifbar zu machen und durch Kundenintegration effizienter zu gestalten.
4. Credit Management im Lieferantengeschäft von Investitionsgütern: Dieses Kapitel analysiert die operativen Prozesse des Credit Managements und die Anforderungen an eine wertorientierte Risikosteuerung.
5. Das Credit Management als digitale Kundenplattform: In diesem Hauptteil wird ein Phasenmodell für die Entwicklung einer digitalen Plattform entworfen, das mittels Praxisbeispielen die Verifizierung der theoretischen Konzepte ermöglicht.
6. Ergebnis: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und beurteilt das Potenzial der digitalen Plattform für eine zukunftssichere Unternehmensstrategie.
Investitionsgüterkreditversicherung, Credit Management, Financial Service Engineering, B2B-Geschäft, Kreditrisiko, digitale Kundenplattform, Forderungsmanagement, Risikomanagement, Liquiditätssicherung, Bonitätsprüfung, Prozessoptimierung, Order-to-Cash, Risikotransfer, Supply-Chain-Finance, Unternehmenswachstum.
Die Arbeit untersucht, wie Hersteller von Investitionsgütern ihre Credit-Management-Prozesse digitalisieren können, um Kreditrisiken besser zu beherrschen und die Effizienz in der Auftragsabwicklung zu steigern.
Zu den Kernbereichen gehören das Credit Management (CM), das Financial Service Engineering (FSE), die Kreditrisikosteuerung sowie die Entwicklung digitaler Kundenplattformen zur Prozessintegration.
Ziel ist es, ein systematisches Phasenmodell für eine digitale Kundenplattform zu entwickeln, das es Unternehmen ermöglicht, datenbasierte Entscheidungen in Echtzeit zu treffen und Forderungsausfälle zu reduzieren.
Es wird ein theoretisch-deduktives Vorgehen gewählt, das interdisziplinäre Erkenntnisse aus der Dienstleistungsentwicklung, den Ingenieurswissenschaften und dem betriebswirtschaftlichen Credit Management kombiniert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse und Modellierung eines digitalen Credit-Management-Informationssystems (CM-IS), inklusive der Phasen Service Creation, Analyse, Konzeption und Implementierung.
Wichtige Begriffe sind Investitionsgüterkreditversicherung, Credit Management, Financial Service Engineering, Kreditrisiko, digitale Kundenplattform und Forderungsmanagement.
Da Investitionsgüter oft spezialisierte Anfertigungen mit hohen Auftragswerten sind, führt eine mangelnde Bonitätsprüfung oder unzureichende Absicherung schnell zu existenzbedrohenden Liquiditätsengpässen für den Lieferanten.
Das FSE dient als methodischer Rahmen, um Finanzdienstleistungen – hier das Credit Management – nicht dem Zufallsprinzip zu überlassen, sondern wie technische Produkte systematisch und prozessorientiert zu entwickeln.
Durch die zentrale Zusammenführung interner und externer Daten (z.B. von Auskunfteien) ermöglicht die Plattform eine automatisierte Risikobewertung und frühzeitige Alarmierung bei Bonitätsverschlechterungen der Kunden.
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