Examensarbeit, 2005
108 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Qualitätsdebatte
2.1 Begriffsbestimmung: (Bildungs-) Qualität
2.2 Qualitätsaspekte im Elementarbereich
2.2.1 Das relativistische Modell der Erziehungsqualität
2.2.2 Das struktural-prozessuale Modell der Erziehungsqualität
2.2.3 Kontextuelle Dimension der Erziehungsqualität
2.2.4 Der nationale Qualitätskriterienkatalog
2.3 Qualitätsaspekte im Primarbereich
2.4 Resümee I
3 Bewegung
3.1 Begriffsbestimmung: Bewegung
3.2 Kindheit heute
3.3 Die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung
3.3.1 Bewegung und Gesundheit
3.3.2 Bewegung und die Persönlichkeitsentwicklung
3.3.3 Bewegung und Wahrnehmung
3.3.4 Bewegung und Motorik
3.3.5 Bewegung und die Entwicklung sozialer Kompetenzen
3.4 Gefahren des Bewegungsmangel
3.4.1 Haltungsschwächen
3.4.2 Störungen der Psychomotorischen Fähigkeiten
3.4.3 Übergewicht
3.5 Resümee II
4 Bildung
4.1 Begriffsbestimmung: (Frühkindliche) Bildung
4.2 Die aktuelle Bildungsdebatte
4.3 Resümee III
5 Bewegung und Bildung – der Zusammenhang
5.1 Der Vorgang des Lernens
5.2 Der Einfluss von Bewegung auf das Gehirn
5.3 Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Lernen
5.4 Resümee IV
6 Bewegung im Elementar- und Primarbereich
6.1 Bewegung im Elementarbereich
6.1.1 Der Bewegungskindergarten
6.1.1.1 Das Konzept des Bewegungskindergarten
6.1.1.2 Qualifikation der Erzieher
6.1.1.3 Räumliche Vorraussetzungen
6.1.1.4 Bewegungsangebote
6.1.1.5 Bewegung und Feiern
6.1.1.6 Psychomotorische Förderung
6.1.2 Bewegter Kindergarten in Niedersachsen
6.1.3 Praxisbeispiel: Sport- und Spielkindergarten Osnabrück
6.2 Die bewegte Grundschule
6.2.1 Ziele einer Bewegten Grundschule
6.2.2 Pädagogische Konzepte der Bewegten Schule
6.2.2.1 Bewegte Schule nach ILLI
6.2.2.2 Bewegte Schule nach KLUPSCH-SAHLMANN
6.2.2.3 Bewegungsfreundliche Schule nach HILDEBRANDT-STRAMANN
6.2.2.4 Bewegte Schulkultur nach LAGING
6.2.3 Der bewegte Unterricht
6.2.3.1 Gestaltung der Klassenzimmer
6.2.3.2 Bewegungspausen während des Unterrichts
6.2.3.3 Das aktiv-dynamische Sitzen
6.2.3.4 Entspannungsphasen
6.2.4 Die Pausengestaltung
6.3 Anspruch und Realität der Bewegten Schule
6.4 Praxisbeispiel: Liobaschule Vechta
6.3 Resümee V
7 Abschlussdiskusion: Qualitätsverbesserung durch Bewegung in den Bildungsinstitutionen
8 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Bewegung als zentraler Qualitätsaspekt und Bildungsfaktor im Elementar- und Primarbereich fungiert, um dem wachsenden Bewegungsmangel sowie den unbefriedigenden Schulleistungsergebnissen des deutschen Bildungssystems entgegenzuwirken.
3.1 Begriffsbestimmung: Bewegung
Will man den Begriff Bewegung definieren, so stößt man zuallererst auf die physikalische Bestimmung, die Bewegung als Ortsveränderung eines Körpers mit der Zeit versteht. Diese Definition klingt sehr allgemein und lässt die Komplexität menschlicher Bewegung unbeleuchtet.52 In verschiedenen Bereichen wie Biologie, Mathematik, Musik und Physik findet Bewegung eine unterschiedliche Bedeutung. Sie ist aber immer mehr als nur eine räumliche und zeitliche Veränderung eines Körpers, sie ist individuell und drückt zudem die Beziehung des Individuums zu seiner Umwelt aus.53 Somit kann Bewegung als ein Kennzeichen des Individuums verstanden werden.
Bezieht man Bewegung nun auf den Menschen, kann man den Körper als Ausdrucksmittel des Individuums ansehen. Diesen Ausdruck erlangt er in erster Linie durch Bewegungen. Sie vermitteln, wie der Mensch zu seiner Umwelt steht, was zum Beispiel durch Gesten und Haltungen deutlich wird. Die Bewegungsentwicklung des Menschen beginnt bereits im Mutterleib und endet erst mit dem Tod. Deshalb kann sie als ein Kennzeichen des menschlichen Lebens gesehen werden.54
Da sich diese Arbeit mit Bewegung im Kindesalter auseinandersetzt, soll nun näher auf Bewegung in diesem Lebensabschnitt eingegangen werden. Sie unterscheidet sich erheblich von den Bewegungen Erwachsener, da sich die Kinder, wie fast in allen Lebensbereichen, noch in der Lernphase befinden. Bewegung nimmt verschiedenen Funktionen für die kindliche Entwicklung ein:
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Bildung als Qualitätsaspekt im Elementar- und Primarbereich dienen kann und wie Bewegung diesen Bildungsprozess unterstützen kann.
2 Die Qualitätsdebatte: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Bildungsqualität und unterscheidet zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in Bildungseinrichtungen.
3 Bewegung: Hier wird Bewegung als essenzieller Teil der kindlichen Entwicklung definiert und die Gefahren durch Bewegungsmangel wie Haltungsschäden oder Übergewicht werden analysiert.
4 Bildung: Dieses Kapitel beleuchtet den modernen Bildungsbegriff und diskutiert die aktuelle Bildungsdebatte in Deutschland, insbesondere nach den Ergebnissen der PISA-Studie.
5 Bewegung und Bildung – der Zusammenhang: Hier wird der biologische und kognitive Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Lernprozessen hergestellt und dargelegt, warum Bewegung für die neuronale Vernetzung im Gehirn entscheidend ist.
6 Bewegung im Elementar- und Primarbereich: Dieses Kapitel stellt praktische Konzepte wie den Bewegungskindergarten und die Bewegte Schule vor und analysiert deren Umsetzung anhand von Praxisbeispielen wie der Liobaschule Vechta.
7 Abschlussdiskusion: Qualitätsverbesserung durch Bewegung in den Bildungsinstitutionen: Das Fazit fasst zusammen, dass Bewegung ein zentraler Qualitätsaspekt ist, der das kindliche Lernen und Wohlbefinden nachhaltig fördert.
8 Schlussbemerkung: Die Autorin zieht ein persönliches Resümee und unterstreicht die Relevanz der Erkenntnisse für ihre zukünftige Tätigkeit als Lehrkraft.
Bewegung, Bildungsdebatte, Erziehungsqualität, Primarbereich, Elementarbereich, Bewegungsmangel, Kindheit, Lernprozesse, Psychomotorik, Bewegte Schule, Bewegungskindergarten, Gehirnentwicklung, Pädagogik, Lernfähigkeit, Gesundheit
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Bewegung als zentralen Faktor zur Qualitätsverbesserung in deutschen Bildungsinstitutionen (Kindertagesstätten und Grundschulen).
Die Themen umfassen die Bildungsqualität, die kindliche Entwicklungspsychologie, die Auswirkungen von Bewegungsmangel sowie pädagogische Konzepte zur Integration von Bewegung im Unterricht.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Bewegung ein entscheidender Faktor ist, um Kindern in Kindertagesstätten und Grundschulen ein Umfeld zu bieten, in dem Bildung bestmöglich garantiert wird.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener pädagogischer Konzepte (z.B. Bewegte Schule) sowie der Auswertung von Praxisbeispielen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Qualität, die physiologische und psychologische Bedeutung von Bewegung, Gefahren des Bewegungsmangels und detaillierte Konzepte für den bewegten Alltag in Schule und Kindergarten.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Bildungsdebatte, Bewegte Schule, psychomotorische Förderung, ganzheitliches Lernen und pädagogische Qualitätsentwicklung.
Die Arbeit erläutert, dass Bewegung die synaptische Verschaltung der Nervenzellen fördert und somit die kognitive Leistungsfähigkeit und das Gedächtnis positiv beeinflusst.
Die Untersuchung der Regensburger Projektgruppe zeigt, dass die Konzepte oft an fehlendem Interesse, mangelnder Kooperationsbereitschaft des Lehrpersonals oder zu geringer Unterstützung durch Träger scheitern.
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