Fachbuch, 2019
172 Seiten
1 Rassismus – Eine perfide Alltagswaffe im Internet
2 Theoretischer Rahmen des gegenwärtigen Rassismus
2.1 Vielfalt von Rassismusdefinitionen
2.2 Historische Betrachtung der Entwicklung des Rassismusbegriffs
2.3 Formen von Rassismus
2.4 Ursachen von Rassismus
2.5 Vorurteil als Grundlage der rassistischen Handlungs- und Denkweise
2.6 Begriffsabgrenzung
3 Rassismus und Fußball (-sport)
3.1 Fankulturen – Vom Kutten bis zum Hooligan
3.2 Rassismus, Rechtsextremismus, Hass und Gewalt im Fußballumfeld
4 Grundlagen des Internets
4.1 Die historische Entwicklung des Internets
4.2 Soziale Medien und Facebook
4.3 Internet und Fußball
4.4 Theoretische Grundlage zur sozialen Umgebung im Internet
4.5 Hass als Instrument im Netz
4.6 Rassismus, Rechtsextremismus und Hass im Internet
5 Strategien gegen Rassismus im Fußballbereich und im Internet
5.1 Maßnahmen gegen Rassismus im Fußballbereich
5.2 Spezielle Bestimmungen für den Bereich des Internets
5.3 Strafrechtliche Maßnahmen und rechtliche Gesetze
6 Methode
6.1 Forschungsfragen
6.2 Vorstellung der Untersuchungsmethode
6.3 Untersuchungsmaterial
6.4 Theoriegeleitete Kategorienbildung
7 Auswertung der Kategorien
7.1 Bereich Fußball
7.2 Bereich Internet
8 Diskussion der Ergebnisse
8.1 Hauptkategorie Formales
8.2 Hauptkategorie Gestaltung
8.3 Hauptkategorie Hintergrund
8.4 Hauptkategorie Inhalt
9 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Vereine, Verbände und pädagogische Akteure mit rassistischen Online-Kommentaren im Fußballbereich umgehen können. Ziel ist es, durch eine fundierte Literaturrecherche sowie die Inhaltsanalyse bestehender Leitfäden Strategien und Gegenmaßnahmen aufzuzeigen und die Basis für einen eigenen, praxisorientierten Leitfaden zu schaffen.
Die historische Entwicklung des Internets
Die Entwicklung von Computernetzwerken startete Ende der sechziger Jahre im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums mit dem Ziel ein Kommunikationsmedium zu entwickeln, welches die Übertragung von Daten dauerhaft gewährleistet und für die militärische Nutzung geeignet ist (Hartmann, 1997, S.12). Der erste Vorläufer, der vier Computer miteinander verband, entstand im Jahr 1969 und nannte sich das ARPANET (Advanced Research Projects Agency – NET). Ab den 1980er Jahren wurde der Computer dann schließlich auch für den privaten Bereich benutzt und zu einem nützlichen Gerät im Alltag (Flade, 2017, S.26).
Das Word Wide Web (WWW) so wie wir es heute kennen wurde im Jahr 1989 entwickelt und ermöglicht jedem Nutzer eine grafisch unterstützte Navigation zum Auffinden von Informationen (Gabler Wirtschaftslexikon Internet, 2018). Das abrufbare Hypertextsystem wurde von Tim Berners-Lee entwickelt und wurde anschließend zu einem Massenmedium, welches auch für Computerlaien geeignet war (Ebersbach et al., 2011, S.24). Somit ging ein Wandel einher, vom APRANET, welches im Jahr 1990 abgeschaltet wurde, zum heute bekannten Internet. Mit dem WWW entstanden eine Vielzahl von professionellen und kommerziellen Informations-, Unterhaltungs- und Transaktionsangeboten (Döring, 2010, S.161).
Im Jahr 1996 ermöglichten die großen kommerziellen Internetprovider der Bundesrepublik, dass Nutzer ihre eigene private Homepage erstellen können und so wurde unter anderem der Weg für rechtsextreme Gruppen in das Internet geebnet – die NPD nahm als eine der ersten rechtsextremen Gruppen in Deutschland diese Möglichkeit war, um Kontakte zu Gleichgesinnten herzustellen (Hartmann, 1997, S.54) Durch neue datenbankbasierte Applikationen und einer Erweiterung der Bandbreite gab es die Möglichkeit immer größere Datenmengen zur Verfügung zu stellen, wodurch das Internet zunehmend als eine Plattform, auf der Inhalte sichergestellt werden konnte, gesehen wurde (Ebersbach et al., 2011, S.25). Das Internet bietet somit „(…) neue Formen der Speicherung, Nutzung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen sowie neue Kommunikationsformen“ (Flade, 2017, S.4).
1 Rassismus – Eine perfide Alltagswaffe im Internet: Dieses Kapitel führt in das Thema Hass im Internet ein und veranschaulicht anhand von Beispielen die Relevanz des Phänomens für die moderne Gesellschaft.
2 Theoretischer Rahmen des gegenwärtigen Rassismus: Hier werden Definitionen, Formen und Ursachen von Rassismus wissenschaftlich beleuchtet und in den Kontext von Vorurteilsforschung und Begriffsabgrenzungen gesetzt.
3 Rassismus und Fußball (-sport): Das Kapitel analysiert Fankulturen und untersucht die Mechanismen, durch die Fußballstadien zu Orten rassistischer und rechtsextremer Äußerungen werden.
4 Grundlagen des Internets: Hier werden die historische Entwicklung des Netzes sowie die theoretischen Grundlagen der sozialen Umgebung und der Dynamik von Hassrede im digitalen Raum erarbeitet.
5 Strategien gegen Rassismus im Fußballbereich und im Internet: Es werden präventive Maßnahmen und Gegenstrategien vorgestellt, die Vereine und Verbände ergreifen können, um Rassismus im Fußball und online entgegenzuwirken.
6 Methode: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der ausgewählten Leitfäden.
7 Auswertung der Kategorien: Hier erfolgt die detaillierte Analyse der untersuchten Leitfäden, unterteilt in die Bereiche Fußball und Internet.
8 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse aus der Analyse werden zusammengeführt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Leitfäden herauszuarbeiten.
9 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Rassismus, Fußball, Internet, Hassrede, Hate Speech, Rechtsextremismus, Prävention, Diskriminierung, Soziale Medien, Facebook, Fankultur, Inhaltsanalyse, Gegenstrategien, Online-Kommentare, Radikalisierung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit rassistischen und diskriminierenden Vorfällen im Fußballumfeld sowie deren Verlagerung und Manifestation in sozialen Medien und dem Internet.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Rassismus, die Besonderheiten der Fußballfankultur, die Funktionsweise des Internets als Resonanzraum für Hassrede sowie Präventions- und Gegenstrategien ab.
Das Ziel ist es, effektive Maßnahmen und Gegenstrategien für Vereine und Verbände zu identifizieren, um rassistischen Online-Kommentaren im Fußballkontext entgegenzuwirken und einen eigenen Leitfaden zu entwickeln.
Die Autorin verwendet die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um verschiedene bestehende Leitfäden zu diesem Thema systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Rassismus und Internetkultur sowie einen praktischen Teil, in dem Maßnahmen gegen Rassismus im Fußball und online analysiert werden.
Rassismus, Fußball, Hassrede, Prävention, Soziale Medien, Diskriminierung und Strategieentwicklung sind die zentralen Begriffe.
Die Arbeit identifiziert Anonymität als einen der Hauptfaktoren für den sogenannten Online-Enthemmungseffekt, welcher dazu führt, dass Menschen online schneller zu rassistischen oder beleidigenden Kommentaren neigen als im realen Leben.
Der „Nasty Effect“ beschreibt das Phänomen, dass die Anwesenheit von beleidigenden oder aggressiven Kommentaren unter Online-Artikeln die Qualität der gesamten Debatte verschlechtert und die Nutzer dazu veranlasst, sich hinter den eigenen Meinungen zu verschanzen.
Die Moderation von Online-Diskussionen wird als eine der wichtigsten Gegenstrategien identifiziert, um Diskussionsräume von Hassrede zu befreien und eine konstruktive, sachliche Debattenkultur zu fördern.
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