Bachelorarbeit, 2016
72 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Problematischer Alkoholkonsum
2.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens
2.2.1 Verhaltensintention und Überzeugungen
2.2.2 Einstellung und verhaltensspezifische Überzeugungen
2.2.3 Subjektive Norm und normative Überzeugungen
2.2.4 Wahrgenommene Verhaltenskontrolle und Kontrollüberzeugungen
2.2.5 Erweiterungen der Theorie des geplanten Verhaltens
2.2.6 Hintergrundfaktoren
2.3 Durchführung von TPB-Studien zur Untersuchung des Alkoholkonsums
2.4 Beitrag der TPB zur Entwicklung von Interventionen zur Reduktion des Alkoholkonsums
3. Methode und Auswahl der Studien
4. Ergebnisse
4.1 Ergebnisse zur prädiktiven Kraft der TPB für verschiedene Formen des Alkoholkonsums (Fragestellung 1)
4.2 Ergebnisse zum Beitrag von Erweiterungen der TPB zur Vorhersage und Erklärung des Alkoholkonsumverhaltens (Fragestellung 2)
4.2.1 Antizipiertes Bedauern und Normen
4.2.2 Vergangenes Verhalten und Gewohnheiten
4.2.3 Drinking Identity und Prototypen
4.2.4 Vorläufer von Überzeugungen und Intentionen
4.3. Ergebnisse zur Anwendung der TPB unter dem Einfluss unterschiedlicher Hintergrundfaktoren (Fragestellung 3)
4.3.1 Anwendung der TPB unter dem Einfluss umgebungsbezogener Hintergrundfaktoren
4.3.2 Anwendung der TPB unter dem Einfluss demographischer Hintergrundfaktoren
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.1.1 Prädiktive Kraft der TPB für verschiedene Formen des Alkoholkonsums
5.1.2 Beitrag von Erweiterungen der TPB zur Vorhersage und Erklärung des Alkoholkonsumverhaltens
5.1.3 Anwendung der TPB unter dem Einfluss unterschiedlicher Hintergrundfaktoren
5.2 Kritische Beurteilung der Studien
5.3 Kritische Beurteilung dieses Reviews
5.4 Erkenntnisgewinn und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung der „Theorie des geplanten Verhaltens“ (Theory of Planned Behaviour, TPB) für die Erklärung und Vorhersage von Alkoholkonsum, insbesondere im Hinblick auf riskante Konsummuster. Ziel ist es, die prädiktive Kraft des Modells zu bewerten, den Mehrwert theoretischer Erweiterungen zu analysieren und den Einfluss verschiedener Hintergrundfaktoren auf die Modellkomponenten zu identifizieren, um fundierte Grundlagen für präventive Interventionen zu schaffen.
2.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens
Die Theorie des geplanten Verhaltens (Theory of Planned Behaviour, TPB, Ajzen, 1991), eine Erweiterung der Theorie des überlegten Handelns (Theory of Reasoned Action, TRA; Ajzen & Fishbein, 1980; Fishbein & Ajzen, 1977), ist ein ursprünglich aus der sozialpsychologischen Einstellungsforschung stammendes Erwartungs-mal-Wert-Modell zur Vorhersage menschlichen Verhaltens. Seit vielen Jahren stellt die TPB auch zur Vorhersage und Erklärung verhaltensbezogener Gesundheitsrisiken eines der am häufigsten angewandten theoretischen Rahmenmodelle dar (Ajzen, 1991, 2012). Doch auch zur Planung präventiver Maßnahmen (Ajzen, 2011b; Montano & Kasprzyk, 2008) und Entwicklung verhaltensbezogener Interventionen im Gesundheitsbereich wurde das Modell bereits eingesetzt (Hardeman, Johnston, Johnston, Bonetti, Wareham, & Kinmonth, 2002).
In der Gesundheitspsychologie existieren verschiedene Modelle des Gesundheitsverhaltens (Schwarzer, 2004, S. 39). Kontinuierliche Modelle, wie die TPB oder die sozial-kognitive Theorie Banduras (1986, 1997), postulieren bestimmte Variablen und sehen in diesen Prädiktoren eines spezifischen Gesundheitsverhaltens (Schwarzer, 2004, S. 39). Angenommen wird, dass je nach Ausprägung dieser Variablen eine bestimmte Verhaltenswahrscheinlichkeit besteht (Ajzen, 1991). Interventionen auf Grundlage dieser Modelle können dabei für alle Personen beliebige Modellkomponenten fokussieren (Schwarzer, 2004, S. 39-40).
Die Theorie des geplanten Verhaltens (siehe Abbildung 1) postuliert, dass Verhalten, über welches ein ausreichendes Maß tatsächlicher Kontrolle besteht, eine Funktion der Verhaltensintention ist. Der Theorie zufolge wird die Intention durch die Einstellung gegenüber dem Verhalten (attitude towards a behaviour), die subjektive Norm (subjective norm) sowie die wahrgenommene Verhaltenskontrolle (perceived behavioural control, PBC) determiniert. Diese drei Modellkomponenten werden ihrerseits durch ein Set an Überzeugungen (beliefs) beeinflusst, interagieren darüber hinaus jedoch auch untereinander (Ajzen, 1991, 2011). Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Verhaltensintention desto stärker ist, je höher die Einstellung, die subjektive Norm sowie die wahrgenommene Verhaltenskontrolle ausgeprägt sind (Ajzen, 1991; Ajzen & Manstead, 2007).
1. Einleitung: Beschreibt die gesundheitliche Relevanz von Alkoholkonsum und führt in die theoretische Fragestellung der TPB als Modell zur Verhaltensvorhersage ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläutert das Phänomen des problematischen Alkoholkonsums sowie die Konstrukte und Annahmen der Theorie des geplanten Verhaltens inklusive möglicher Erweiterungen.
3. Methode und Auswahl der Studien: Dokumentiert das systematische Vorgehen bei der Literaturrecherche über Datenbanken wie EBSCOhost und die Kriterien zur Auswahl der zwanzig einbezogenen Primärstudien.
4. Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Befunde hinsichtlich der prädiktiven Kraft der TPB, der Wirksamkeit von Modellerweiterungen und dem Einfluss von Hintergrundfaktoren.
5. Diskussion: Synthetisiert die Ergebnisse, kritisiert die Studienlage und methodische Vorgehensweisen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Forschung im Bereich gesundheitspsychologischer Interventionen.
Alkohol, Binge-Drinking, Theorie des geplanten Verhaltens, TPB, Verhaltensvorhersage, Gesundheitspsychologie, Interventionen, Hintergrundfaktoren, Einstellungen, wahrgenommene Verhaltenskontrolle, subjektive Norm, Prototyp-Willingness-Modell, Risikoverhalten, systematisches Review.
Die Arbeit analysiert systematisch, inwieweit die „Theorie des geplanten Verhaltens“ (TPB) geeignet ist, Alkoholkonsumverhalten bei verschiedenen Zielgruppen vorherzusagen und zu erklären.
Im Zentrum stehen die prädiktive Kraft des TPB-Modells bei riskanten Trinkmustern, die Relevanz von Modellerweiterungen sowie die Bedeutung demographischer und umweltbezogener Hintergrundfaktoren.
Das Ziel ist es, auf Basis von zwanzig aktuellen empirischen Studien zu bewerten, wie gut die TPB als Rahmenmodell für den Alkoholkonsum dient und welche Komponenten besonders wichtig für die Gestaltung von Interventionen sind.
Es wurde ein systematisches Review der aktuellen empirischen Forschungsliteratur erstellt, wobei Studien nach strengen Kriterien (Peer-Review, Mindeststichprobengröße) ausgewählt und analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen der TPB, die methodische Auswahl der Studien sowie eine detaillierte Ergebnisanalyse, die nach der prädiktiven Kraft, dem Nutzen von Erweiterungen und dem Einfluss von Hintergrundfaktoren strukturiert ist.
Wichtige Begriffe sind Alkohol, Binge-Drinking, Theorie des geplanten Verhaltens, Verhaltensvorhersage, Interventionen, Einstellungen und Hintergrundfaktoren.
Die Ergebnisse zeigen, dass dieses Konstrukt bei schweren Trinkmustern oft inkonsistent wirkt, da abhängiges Verhalten sich häufig der willentlichen Kontrolle des Individuums entzieht.
Studien deuten darauf hin, dass die Assoziation mit Trinker-Prototypen (z.B. „Drunk“ vs. „Abstainer“) insbesondere bei jungen Erwachsenen einen spontanen, nicht-intentionalen Pfad zur Verhaltensausführung darstellt, der die TPB ergänzen kann.
Faktoren wie Alter, Geschlecht und Kontext moderieren die Wirksamkeit der Modellkomponenten; daher müssen Interventionen individuell angepasst werden, um beispielsweise bei Männern eher Einstellungen oder bei Frauen eher normative Überzeugungen anzusprechen.
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