Unterrichtsentwurf, 2018
28 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
1.1 Thema der Unterrichtseinheit:
1.2 Thema der Unterrichtsstunde:
1.3 Einbettung der Einzelstunde in die Unterrichtseinheit:
2 Bedingungsanalyse
2.1 Allgemeine Unterrichtsbedingungen und Lerngruppenanalyse
2.2 Diagnosematrix (ohne namentliche Nennung der SuS)
3 Sachstrukturanalyse
4 Didaktische Reduktion
5 Tabellarische Verlaufsplanung
6 Begründung der Lehr-/Lernstruktur
7 Antizipierte Schwierigkeiten und Handlungsalternativen
8 Standardkonkretisierung
9 Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, die Schülerinnen und Schüler zur kritischen Auseinandersetzung mit der Figur Mollwitz aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" zu befähigen, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Fiktion und Wirklichkeit sowie die Gefahren moderner Kommunikationstechnologien im Fokus stehen.
3 Sachstrukturanalyse
Mollwitz ist der Protagonist in Ein Beitrag zur Debatte, der siebten Geschichte in Daniel Kehlmanns Ruhm. Er ist 37, arbeitet als Angestellter bei einer Mobilfunkfirma und verbringt jede freie Minute damit, sein gesamtes Leben in Internetblogs anderen Nutzern zugänglich zu machen. Die Geschichte wird von Mollwitz als Ich-Erzähler in rudimentärer Sprache mit vielen Anglizismen und Ellipsen, beeinflusst von der Internetsprache und durchzogen von Wortneuschöpfungen erzählt. Mollwitz zeichnet durchaus ein positives Bild von sich selbst: Er ist Mitte dreißig, ziemlich sehr groß, vollschlank und clever. So weiß er, im Gegensatz zu anderen, dass Yin und Yang der Philosophie entstammen, liest anspruchsvolle Literatur von Miguel Auristos Blancos und kann schnell die Bildschirme wechseln, bevor sein Kollege ihn während der Arbeitszeit beim Surfen im Internet erwischt.
Mollwitz sieht seinen Lebenssinn darin, durch seine Beiträge in Internetforen zur Kultur beizutragen und die Gesellschaft zu verbessern. Er fühlt sich als Aufklärer, dessen Aufgabe es ist, die dunklen Machenschaften und Lügen innerhalb der Gesellschaft aufzudecken. Dabei spielt es keine Rolle, ob er andere beleidigt, denn die Äußerung seiner Meinung dient den Lesern zur Wahrheitsfindung. Er ist sich seiner Verantwortung gegenüber seinen Lesern bewusst und versucht, den Anforderungen an ihn als verlässlichen Blogger zeitnah nachzukommen, z.B. indem er Gerüchte über eine mögliche Beziehung des Prominenten Ralf Tanner zerschlägt. In der Regel arbeitet Mollwitz anonym unter dem Pseudonym mollwit (englisch wit = Verstand/Scharfsinnigkeit), allerdings hat er sich einmal versehentlich mit seinem echten Namen und der echten IP-Adresse angemeldet. Dies beschäftigt ihn kurzzeitig so sehr, dass er ein Memo aus der Sicherheitsabteilung nicht bearbeitet, zumal er sich zeitgleich auch noch einen Schlagabtausch mit einem anderen Blogger liefern muss.
1 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel verortet die Unterrichtsstunde innerhalb der Reihe zu Kehlmanns "Ruhm" und legt die bildungspolitischen Vorgaben sowie die Lernziele fest.
2 Bedingungsanalyse: Hier werden die Rahmenbedingungen der Lerngruppe (FOS181) sowie das soziale und fachliche Profil der Klasse detailliert beschrieben.
3 Sachstrukturanalyse: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Analyse der Figur Mollwitz und seiner zentralen Rolle innerhalb der Erzählung "Ein Beitrag zur Debatte".
4 Didaktische Reduktion: Die Überlegungen zur Auswahl und Anordnung der Lehrinhalte werden hier begründet, insbesondere im Hinblick auf die Identifikation der Lernenden mit der Figur.
5 Tabellarische Verlaufsplanung: Dieses Kapitel strukturiert den zeitlichen Ablauf der Unterrichtsstunde in präzise Phasen von der Begrüßung bis zum Transfer.
6 Begründung der Lehr-/Lernstruktur: Die methodischen Entscheidungen, wie der Einsatz eines Gruppenpuzzles und der Wechsel der Sozialformen, werden didaktisch reflektiert.
7 Antizipierte Schwierigkeiten und Handlungsalternativen: Hier werden potenzielle Probleme (z.B. Zeitmangel oder Absenzen) proaktiv betrachtet und Lösungsvorschläge formuliert.
8 Standardkonkretisierung: Die Verknüpfung der Unterrichtsinhalte mit den Vorgaben des Rahmenlehrplans und die Definition von Kompetenzindikatoren stehen hier im Zentrum.
9 Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden: Dieses Kapitel differenziert die Anforderungen und erwarteten Lernergebnisse nach verschiedenen Niveaustufen (Minimal-, Regel-, Maximalstandard).
Mollwitz, Daniel Kehlmann, Ruhm, Fiktion, Wirklichkeit, Internetabhängigkeit, Identitätskrise, Medienkritik, Fachoberschule, Deutschunterricht, Literaturanalyse, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Gruppenpuzzle, Parallelwelt.
Die Arbeit stellt einen kompetenzorientierten Unterrichtsentwurf für das zweite Staatsexamen im Fach Deutsch dar, der sich auf die Kurzgeschichte "Ein Beitrag zur Debatte" aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" konzentriert.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Fiktion und Wirklichkeit, die psychologischen Auswirkungen einer exzessiven Internetnutzung sowie die Fremd- und Selbstwahrnehmung der Hauptfigur Mollwitz.
Das Ziel ist, dass die Lernenden die Figur Mollwitz charakterisieren, die Gefahren virtueller Lebenswelten erkennen und einen lebensweltlichen Bezug zu ihrem eigenen Medienkonsum herstellen.
Es wird die Methode des Gruppenpuzzles angewandt, um durch eine arbeitsteilige Erarbeitung und anschließende Präsentation eine hohe Schüleraktivierung und Vernetzung der Ergebnisse zu erreichen.
Der Hauptteil umfasst die Bedingungsanalyse, die Sachstrukturanalyse der literarischen Vorlage, die methodische Begründung der Unterrichtsplanung sowie die konkrete Ausgestaltung der Lernphasen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fiktion, Wirklichkeit, Internetabhängigkeit, Identitätskonstruktion, Medienkritik und die literarische Analyse von Figurenkonstellationen.
Der Autor argumentiert, dass diese Geschichte die stärksten Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt der FOS-Schüler bietet, da die Thematik der digitalen Identität und Internetabhängigkeit für die Zielgruppe hochrelevant ist.
Durch Differenzierung (Zusatzaufgaben für Leistungsstärkere) und die Verwendung einer Diagnosematrix wird versucht, Lernende auf verschiedenen Niveaus individuell zu fördern und zu fordern.
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