Diplomarbeit, 2008
138 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Globalisierung – ein multidimensionaler und folgenreicher Prozess
2.1 Definitionen und Abgrenzungen
2.2 Anfänge, Phasen und Neuartigkeit des Globalisierungsphänomens
2.3 Ursachen der Globalisierung
2.4 Reichweite und Grenzen der Globalisierung
2.5 Dimensionen der Globalisierung
2.6 Positionen in der Globalisierungsdebatte
2.6.1 Die Position der Globalisierungsskeptiker
2.6.2 Die Position der Transformationalisten
2.6.3 Die Position der Hyperglobalisierer
2.7 Zusammenfassung: Globalisierung ein multidimensionaler und folgenreicher Prozess
3. Konstitution, Grundlagen und Organisationsstrukturen des souveränen Nationalstaates
3.1 Das Entstehen von Staaten
3.2 Die historische Entwicklung des souveränen Nationalstaates
3.3 Die Globalisierung des territorialstaatlichen Prinzips
3.4 Konstitutive Elemente des Westfälischen Staates
3.4.1 Autorität, Territorialität und Autonomie
3.4.2 Souveränitätskonzeptionen
3.5 Der moderne Wohlfahrtsstaat
3.6 Wohlfahrtsstaatstypen im internationalen Vergleich
3.7 Zusammenfassung: Konstitution, Grundlagen und Organisationsstrukturen des souveränen Nationalstaates
4. Nationalstaaten im Spannungsfeld der Globalisierung
4.1 Die Konvergenz – Divergenz Debatte
4.2 Liberalisierung und Deregulierung der Märkte
4.3 Marktfundamentalismus und „Neue Politische Ökonomie“
4.3.1 Vorteile offener Kapitalmärkte
4.3.2 Kritik an der ökonomischen Globalisierung
4.4 Marktversagen und die Notwendigkeit staatlicher Regulation
4.5 Verengte Spielräume staatlichen Handelns
4.5.1 Steuerwettbewerb zwischen den Staaten
4.5.2 Die Besteuerung von multinationalen Unternehmen
4.5.3 Erosion nationalstaatlicher Handlungsautonomie
4.5.4 Erosion nationalstaatlicher Autorität
4.5.5 Zusammentreffen von geteilter, verengter und intakter Souveränität
4.6 Gewinner und Verlierer der Globalisierung im internationalen Vergleich
4.7 Ausblick: Schwächung des Nationalstaates und Race to the bottom?
4.8 Zusammenfassung: Nationalstaaten im Spannungsfeld der Globalisierung
5. Die Zukunft des Nationalstaates – ein Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf die Handlungsfähigkeit des modernen Nationalstaates. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob der Nationalstaat durch globale wirtschaftliche und politische Integrationsprozesse in seiner Autonomie und Autorität so weit eingeschränkt wird, dass sein Niedergang bevorsteht, oder ob er sich als wandlungsfähige Institution behaupten kann.
2.1 Definitionen und Abgrenzungen
Den entscheidenden Anstoß zur Einführung des Begriffs in die sozialwissenschaftliche Literatur kann Marshall McLuhan für sich reklamieren, da er bereits in den 1960er Jahren basierend auf seinen Untersuchungen von einer Kompression und Schrumpfen der Welt infolge neuesester Kommunikationstechnologien sowie vom „global village“ sprach. Danach bewirkt die Gleichzeitigkeit von Vorgängen, dass die Zeit aufhört und der Raum verschwindet. (vgl. McLuhan / Fiore 1969: 63) Robertson führte schließlich den Begriff in die Soziologie ein. (vgl. Robertson 1992: 8ff.)
Wie bereits angedeutet, kommt heute mittlerweile fast jede Politikrede oder Talkshow kaum noch ohne den Begriff aus. (vgl. Giddens 1999: 40) Dies spiegelt selbstverständlich die exorbitante Bedeutsamkeit wider, die von ihm ausgeht und verweist zugleich auf seine beinahe absolute Geltung, die er in der öffentlichen Debatte für sich in Anspruch nimmt. Hier dient er zugleich als Chiffre, Ursache und Folge und steht parallel für Größe, Modernität und Internationalität. So verwundert es nicht, dass der Globalisierungsbegriff omnipräsent und angesichts der Vielzahl der ihm zugeschriebenen Folgen auch als omnipotent erscheint. (vgl. Robejsek 2000: 61) Gleichwohl ist der wissenschaftliche Diskurs, wenn auch zum Teil kontrovers geführt, inhaltlich tiefer und breiter gestreut als der Öffentliche.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Globalisierung als offener Prozess und Darstellung der zentralen Problemstellungen für den modernen Nationalstaat.
2. Globalisierung – ein multidimensionaler und folgenreicher Prozess: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Globalisierungsbegriff, seinen Ursachen, Dimensionen und den verschiedenen wissenschaftlichen Positionen dazu.
3. Konstitution, Grundlagen und Organisationsstrukturen des souveränen Nationalstaates: Historische Herleitung des Nationalstaatsprinzips, des Souveränitätsbegriffs und des Wohlfahrtsstaates als Referenzrahmen für die spätere Analyse.
4. Nationalstaaten im Spannungsfeld der Globalisierung: Untersuchung der Handlungsspielräume staatlicher Politik, unter anderem durch Steuerwettbewerb, Marktversagen und die Besteuerung multinationaler Unternehmen.
5. Die Zukunft des Nationalstaates – ein Ausblick: Kritische Reflexion der Zukunftsfähigkeit des Nationalstaates als politischer Akteur in einer interdependenten Welt.
Globalisierung, Nationalstaat, Souveränität, Handlungsautonomie, Wohlfahrtsstaat, Steuerwettbewerb, Multinationale Unternehmen, Marktversagen, Internationale Beziehungen, Politische Ökonomie, Kapitalmärkte, Standortwettbewerb, Weltgesellschaft, Transformation, Regulierungsspielräume.
Die Arbeit analysiert die Handlungsfähigkeit von Nationalstaaten in einer zunehmend globalisierten Welt, insbesondere unter dem Druck wirtschaftlicher und politischer Integrationsprozesse.
Die Arbeit behandelt die Definition und Dimensionen der Globalisierung, die historische Entwicklung des Nationalstaates und die Auswirkungen globaler Marktkräfte auf staatliche Steuerungs- und Handlungsspielräume.
Es wird untersucht, ob die Globalisierung zwangsläufig zum Niedergang des Nationalstaates führt oder ob dieser seine Funktionen und Souveränität anpassen kann.
Der Autor führt eine theoretische und literaturgestützte Analyse durch, die verschiedene sozialwissenschaftliche Perspektiven und Debatten (z.B. Skeptiker vs. Transformationalisten) synthetisiert.
Im Hauptteil werden unter anderem die Konvergenz-Divergenz-Debatte, die Rolle multinationaler Unternehmen, Probleme der Steuerhoheit (Race to the bottom) und die Notwendigkeit staatlicher Regulation beleuchtet.
Die wichtigsten Schlagworte sind Globalisierung, Nationalstaat, Souveränität, Steuerwettbewerb, Wohlfahrtsstaat und Handlungsautonomie.
MNU werden als zentrale Akteure gesehen, die durch ihre Mobilität und Steuervermeidungsstrategien (Transferpreise) Druck auf die nationalstaatliche Steuerbasis ausüben und damit die Handlungsautonomie des Staates beeinflussen.
Der Autor ordnet diese These kritisch ein. Er kommt zu dem Ergebnis, dass zwar Reformdruck und Steuerwettbewerb bestehen, eine generelle Erosion staatlicher Einnahmen empirisch jedoch nicht durchgehend belegt werden kann.
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