Bachelorarbeit, 2017
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Erkenntnistheoretischer Rahmen und methodisches Vorgehen
3.1 Diskurstheorie nach Michel Foucault und Jürgen Link
3.1.1 Der Diskursbegriff – zur Funktion der Herstellung von Beziehungen
3.1.2 Wissen, Macht und Herrschaft – der Diskurs als regulierende Instanz
3.1.3 Das „Sysykoll“ – Kollektivsymbolik als diskurstragendes und -stützendes Element
3.2 Kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger
3.2.1 Der politische Einsatz der Diskursanalyse
3.2.2 Diskursstruktur
3.2.3 Verlauf einer Kritischen Diskursanalyse
4. Kritische Diskursanalyse: Beitrag von ‚Rechts-Mitte-Links‘ Onlinemedien zur medialen Integration ethnischer Minderheiten – exemplarisch untersucht an der „Nafri“-Debatte
4.1 Diskursiver Kontext
4.2 Strukturanalyse
4.3 Feinanalyse
4.3.1 Rechts-Spektrum – „Junge Freiheit“
4.3.2 Links-Spektrum – „Die Tageszeitung“
4.3.3 Mitte-Spektrum – „Süddeutsche Zeitung“
4.4 Gesamtanalyse
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern deutsche Onlinemedien durch ihre Berichterstattung zur Integration ethnischer Minderheiten beitragen oder diese behindern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diskursive Mittel in der Medienberichterstattung über die „Nafri“-Debatte nach der Kölner Silvesternacht 2016 eingesetzt werden und welche Auswirkungen dies auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Minderheiten hat.
3.1.1 Der Diskursbegriff – zur Funktion der Herstellung von Beziehungen
Der Begriff ‚Diskurs‘ geht auf das altlateinische Wort ‚discursus‘ zurück und wurde ab dem 16. Jahrhundert meist als Bezeichnung für „gelehrte Abhandlungen“ verwendet. Als wissenschaftlicher Begriff trat er erstmals Ende des 19. Jahrhunderts im philosophischen Pragmatismus auf – speziell im französischen Strukturalismus und Poststrukturalismus gab es für das heutige wissenschaftliche Diskursverständnis wichtige Entwicklungen (vgl. Keller 2011: 14). Der wohl wirkmächtigste Diskursbegriff in den Sozialwissenschaften ist jener Michel Foucaults. Mit seinen beiden einflussreichen Schriften ‚Archäologie des Wissens‘ (1981) und ‚Die Ordnung des Diskurses‘ (1974) verortet er den Begriff in einer allgemeinen Diskurstheorie – obgleich er paradoxerweise keine konsistente, klar gefasste Definition dessen veröffentlichte.
Einer seiner bekanntesten Definitionen zufolge, sind Diskurse ein „Feld von Regelmäßigkeiten für verschiedene Positionen der Subjektivität“ (Foucault 1981: 82). Dieses Feld der Regelmäßigkeiten sollte jedoch nicht als statisch, sondern vielmehr als eine diskontinuierliche Praxis verstanden werden. Subjekte gestalten zum einen ihre Welt und werden zum anderen von den Regeln des Diskurses sowohl geleitet als auch beschränkt. (vgl. Sarasin 2005: 105). Er bezeichnet sie zudem als eine „anonyme Konfiguration von Aussagemustern, in deren Rahmen Subjekte handeln und sprechen müssen“ (ebd.). Sie weisen konkrete Ordnungsstrukturen thematischer Felder auf und beschreiben die Grenzen, innerhalb derer über Themen gedacht und gesprochen werden kann. Außerhalb jener Ordnungsstrukturen ist, Foucault zufolge, Denken nicht möglich (vgl. ebd.: 97). Denken und Sagen kann demnach keineswegs auf die Intention eines sich bewusst äußernden Individuums rückführbar sein, denn dieses denkt oder sagt wiederum in Beziehung zu anderem Gedachtem oder Gesagtem.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Massenmedien bei der Konstruktion von Wirklichkeit und der Meinungsbildung gegenüber ethnischen Minderheiten in Deutschland ein.
2. Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit medialer Integration und stellt das wachsende Forschungsfeld sowie bestehende Defizite in der Analyse von Onlinemedien dar.
3. Erkenntnistheoretischer Rahmen und methodisches Vorgehen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diskurstheorie nach Foucault und Link sowie die methodische Umsetzung der Kritischen Diskursanalyse nach Jäger erläutert.
4. Kritische Diskursanalyse: Beitrag von ‚Rechts-Mitte-Links‘ Onlinemedien zur medialen Integration ethnischer Minderheiten – exemplarisch untersucht an der „Nafri“-Debatte: Dieses Hauptkapitel analysiert exemplarische Artikel verschiedener politischer Onlinemedien hinsichtlich ihrer diskursiven Mittel und ihrer Wirkung auf die Integration.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Art der Berichterstattung und die Verwendung diskursiver Mittel zentrale Barrieren für eine gelungene mediale Integration darstellen.
Mediale Integration, ethnische Minderheiten, Kritische Diskursanalyse, Massenmedien, Nafri-Debatte, Diskurstheorie, Kollektivsymbolik, Rassismus, Onlinemedien, politische Berichterstattung, Diskursverschränkung, Wirklichkeitskonstruktion, Diskursereignis, Migrationsdebatte, Medienethik.
Die Arbeit analysiert, wie deutsche Massenmedien, insbesondere Onlinemedien, über ethnische Minderheiten berichten und wie diese Berichterstattung die Integration von Minderheiten in die Mehrheitsgesellschaft beeinflussen kann.
Zentrale Themen sind die Rolle der Medien bei der Konstruktion von gesellschaftlicher Wirklichkeit, der Einfluss von Diskursen auf die Einstellung gegenüber Minderheiten sowie die Analyse politisch unterschiedlich ausgerichteter Medien.
Das Ziel ist es, mithilfe der Kritischen Diskursanalyse offenzulegen, mit welchen diskursiven Mitteln Onlinemedien integrationsfördernd oder -hemmend wirken.
Es wird die Methode der Kritischen Diskursanalyse (KDA) nach Siegfried Jäger verwendet, die linguistische mit gesellschaftskritischen Fragestellungen verknüpft.
Im Hauptteil werden exemplarische Diskursfragmente (Kommentare/Artikel) von Online-Portalen aus dem rechten, linken und mittigen Medienspektrum im Kontext der „Nafri“-Debatte analysiert.
Wichtige Begriffe sind Mediale Integration, Kritische Diskursanalyse, Kollektivsymbolik, Diskursverschränkung und mediale Berichterstattung über Minderheiten.
Die „Nafri“-Debatte nach der Kölner Silvesternacht wird als „brisantes Thema“ gewählt, da sie stark polarisiert und deutliche Muster in der Berichterstattung über Menschen aus dem nordafrikanischen Raum aufzeigt.
Kollektivsymbole dienen als grundlegende Instrumente zur Simplifizierung komplexer Sachverhalte und zur Stabilisierung von Diskursen, indem sie Vorurteile stützen und Feindbilder verfestigen können.
Ja, während das rechte Spektrum offenere rassistische Narrative nutzt, zeigen auch das linke und mittige Spektrum tendenziöse Berichterstattung, wenngleich mit unterschiedlichen Schwerpunkten und rhetorischen Mitteln.
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