Diplomarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Die Entwicklung des deutschen digitalen Fernsehmarkts
2.1 Digitale Grundlagen
2.1.1 Digitale Vorteile
2.1.2 Digitaler Empfang
2.2 Analoge vs. digitale Übertragung
2.3 Die aktuelle Situation in Deutschland
3 Pay-TV vs. Free-TV
3.1 Free-TV
3.1.1 Öffentlich-rechtliche Anbieter
3.1.2 Private Anbieter
3.2 Pay-TV
3.2.1 Entwicklung des Pay-TV in Deutschland
3.2.2 Angebotsformen des Pay-TV
3.2.3 Pay-TV-Anbieter
3.2.3.1 Premiere
3.2.3.2 Easy.tv
3.2.3.3 Kabel Deutschland
3.2.3.4 KabelKiosk
3.3 Zusammenfassung
4 Netzwerkeffekte im Pay-TV
4.1 Theorie der Netzwerkeffekte
4.1.1 Netzwerkmärkte
4.1.2 Netzwerkprodukte
4.1.3 Direkte und indirekte Netzwerkeffekte
4.1.4 Nachfrage und Angebot im Netzwerkmarkt
4.2 Netzwerkmarkt digitales Pay-TV
4.3 Netzwerkeffekte im Decoder-Markt
4.3.1 Zugangswege
4.3.2 Verschlüsselung
4.4 Netzwerkeffekte im Content
4.5 Kritische Masse im Pay-TV
4.6 Die Rolle von Standards im digitalen Fernsehmarkt
4.6.1 HDTV
4.6.2 MHP
4.7 Zusammenfassung
5 Optionen für strategisches Handeln in Netzwerkmärkten am Beispiel Premiere
5.1 Branchenanalyse und Wertenetz
5.1.1 Kunden und Lieferanten
5.1.2 Konkurrenten und Komplementoren
5.2 Strategische Optionen
5.2.1 First-Mover
5.2.2 Kompatibilität
5.2.3 Komplementen-Management
5.2.4 Lock-in
5.2.5 Marketing
5.2.6 Signalisierung
5.3 Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die Rolle von Netzwerkeffekten im deutschen digitalen Pay-TV-Markt und untersucht, wie Anbieter diese Phänomene strategisch nutzen können. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen digitale Netzwerke im TV-Bereich entstehen, welche Rolle technische Standards spielen und wie sich das Handeln des größten deutschen Anbieters Premiere im Wettbewerb auf das Marktwachstum auswirkt.
4.1.3 Direkte und indirekte Netzwerkeffekte
Übt die Aktivität einer Wirtschaftseinheit Einflüsse auf eine andere Wirtschaftseinheit aus, ohne dass diese durch regulierende Preismechanismen gesteuert werden, so spricht man üblicherweise von externen Effekten oder Externalitäten. Diese können sowohl positiv als auch negativ sein.
Externalitäten, die in Netzwerken auftreten, liegen einer Faustregel, Metcalfs Law, zugrunde, benannt nach Bob Metcalf: Wenn der Wert eines Netzwerks für jeden seiner Teilnehmer proportional ist zu der Anzahl der Teilnehmer n insgesamt, lautet der Gesamtwert des Netzwerks n * (n-1) = n²-n.
Daraus folgt, dass eine zehnfache Steigerung der Nutzer eine hundertfache Steigerung des Wertes des Netzwerks mit sich bringt. Da aber auch Netzwerk-Externalitäten auftreten können, die nicht durch die Anzahl der Nutzer, sondern indirekt durch Preisänderungen auf anderen Märkten zustande kommen, sollte man nur bedingt von Externalitäten sprechen. Viele Autoren verwenden daher einheitlich den Begriff Netzwerkeffekt oder Netzeffekt.
Abhängig von der Art des Netzwerks gibt es direkte und indirekte Netzeffekte. Bei den direkten Netzeffekten steigt der Wert des Netzes mit der Anzahl der Teilnehmer des Netzwerks. Metcalfs Law beschreibt diesen Zusammenhang als exponentiell. Die Netzeffekte treten in sog. horizontalen Netzwerken auf, in denen die Netzwerkteilnehmer die Knoten des Netzwerks bilden. Häufig liegt dabei ein physisches Netz vor. Bei realen Netzwerken sind das z.B. das Eisenbahnnetz, ein Straßennetz oder besonders Telekommunikationsnetzwerke. Die Besitzer eines Fax-Gerätes können sich gegenseitig sowohl ein Fax schicken als auch empfangen. Je mehr Personen ein Fax-Gerät besitzen, desto größer wird auch der Anreiz für andere, sich ein Fax-Gerät anzuschaffen. Hierbei ziehen die Nutzer des Netzes einen direkten Nutzen durch einen zusätzlichen Teilnehmer.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die technologischen und marktstrukturellen Veränderungen durch die Digitalisierung des deutschen Fernsehmarkts ein und definiert die Zielsetzung der Netzwerkanalyse.
2 Die Entwicklung des deutschen digitalen Fernsehmarkts: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen der digitalen Übertragung und beschreibt den Status quo der Marktentwicklung sowie die verschiedenen Empfangswege in Deutschland.
3 Pay-TV vs. Free-TV: Es werden die Unterschiede in der Finanzierung, den Geschäftsmodellen und den digitalen Angeboten zwischen öffentlich-rechtlichen, privaten Sendern und Pay-TV-Anbietern herausgearbeitet.
4 Netzwerkeffekte im Pay-TV: Das Kapitel überträgt die ökonomische Theorie der Netzwerkeffekte auf den Pay-TV-Markt und analysiert die Rolle von Decoder-Hardware, Standards, kritischer Masse und Content.
5 Optionen für strategisches Handeln in Netzwerkmärkten am Beispiel Premiere: Hier werden mittels einer Branchenanalyse und des Wertenetz-Konzepts strategische Handlungsspielräume für den Marktführer Premiere in Netzwerkmärkten aufgezeigt.
6 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des digitalen Bezahlfernsehens gegeben.
Netzwerkeffekte, Pay-TV, Digitalisierung, Decoder, Standardisierung, Premiere, kritische Masse, HDTV, MHP, Lock-in, Komplementärgüter, Medienwirtschaft, Rundfunk, Wettbewerb, Interaktivität.
Die Arbeit untersucht, welche ökonomischen Netzwerkeffekte im deutschen digitalen Pay-TV-Markt auftreten und wie diese das Wettbewerbsverhalten und die Erfolgschancen von Anbietern beeinflussen.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des digitalen Fernsehens, die theoretischen Grundlagen von Netzwerkeffekten in Systemmärkten sowie die strategischen Optionen von Marktteilnehmern.
Das Ziel ist es, die Netzwerkeffekte im digitalen Pay-TV zu analysieren und daraus spezifische Handlungsoptionen und Entwicklungschancen für Pay-TV-Anbieter abzuleiten.
Es wird eine fundierte Literaturanalyse zu den Themen Netzökonomie und Medienmanagement mit einer empirischen Expertenbefragung im Rahmen der Messe "Cable ANGA 2005" kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktstrukturanalyse, die theoretische Herleitung von Netzwerkeffekten, deren Anwendung auf Decoder- und Content-Märkte sowie eine strategische Branchenanalyse am Beispiel von Premiere.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Netzwerkeffekte, Pay-TV, Digitalisierung, Standardisierung, Lock-in-Effekte und kritische Masse.
Da der Zugang zum digitalen Programm nur über Decoder möglich ist, bildet die Hardware die Basis für das Netzwerk; eine hohe Verbreitung zertifizierter Receiver ist daher entscheidend für den Markterfolg.
Ein Lock-in sorgt dafür, dass Kunden und Hardware-Hersteller aufgrund hoher Wechselkosten langfristig an die Technologie von Premiere gebunden bleiben, was den Wettbewerb durch andere Anbieter erschwert.
HDTV dient als exklusives Produktfeature, das als First-Mover-Vorteil genutzt wird, um Kunden von der Qualität zu überzeugen und einen neuen, wertvollen Marktstandard zu etablieren.
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