Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Die Effizienzmarkthypothese
2.1 Grundlagen effizienter Kapitalmärkte
2.2 Das Verhalten rationaler Marktteilnehmer
2.3 Empirische Evidenz
2.4 Kritische Beurteilung der halb-strengen Informationseffizienz
3 Value Investing
3.1 Darstellung des Anlagestils
3.2 Überrenditen durch Value Investing
3.3 Ein Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese?
4 Erklärungsansatz durch die Behavioral Finance
4.1 Gegenstand und Ziele der Behavioral Finance
4.2 Die Prospect Theory
4.3 Anlegerverhalten als Ursache für Überrenditen
4.3.1 Informationswahrnehmung
4.3.2 Informationsverarbeitung/ -bewertung
4.3.3 Investitionsentscheidung
5 Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, inwiefern sich die Theorie der Effizienzmarkthypothese und der Investmentstil des Value-Investings widersprechen. Dabei wird ein verhaltenspsychologischer Ansatz gewählt, um die Existenz von Fehlbewertungen an den Märkten und die daraus resultierenden Überrenditen durch Value-Investing zu begründen.
3.1 Darstellung des Anlagestils
Den Grundstein des Value Investings legte Benjamin Graham, der heute als Begründer der fundamentalen Wertpapieranalyse gilt. Er rückte erstmals das Unternehmen an sich und dessen inneren Wert in den Mittelpunkt der Wertpapieranalyse, die sich bis dahin mehr mit der Technischen Analyse auf Basis der Dow-Theorie befasste. Das 1934 von Graham und Dodd verfasste Buch „Security Analysis“ gilt bis heute als Standardwerk und beeinflusste eine ganze Generation von Value Investoren.
Graham unterscheidet zwischen der Spekulation auf Kursbewegungen und der Investition in Wertpapiere. Während Spekulanten ein Wertpapier mit der Erwartung kaufen, dass ein anderer Markteilnehmer ihnen dieses zu einem höheren Preis abkaufen wird („Greater Fool Theory“), versuchen Value Investoren ein Wertpapier nach sorgfältiger Analyse „günstig“ zu erwerben, um von einer zukünftigen Annäherung des Kurses an den inneren Wert zu profitieren.
Im Mittelpunkt der Kaufentscheidung muss also der innere Wert eines Wertpapieres stehen. Er dient dem Investor als Basis seiner Kaufentscheidung und als Anker während der Haltedauer des Wertpapieres. Die Ermittlung des inneren Wertes erfolgt nicht nach keinem einheitlichen Konzept und lässt dem jeweiligen Analysten einen großen Ermessensspielraum. Nach Graham definiert sich der innere Wert als derjenige Wert, der durch fundamentale Faktoren wie Assets, Zukunftsaussichten, Dividenden und Erträge des Unternehmens gestützt wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Effizienzmarkthypothese und des Value-Investings ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, eine verhaltenspsychologische Erklärung für Fehlbewertungen zu finden.
2 Die Effizienzmarkthypothese: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen effizienter Kapitalmärkte, das Verhalten rationaler Marktteilnehmer sowie die empirische Evidenz und kritische Kritikpunkte wie Marktanomalien.
3 Value Investing: Hier wird das Konzept des Value-Investings, dessen empirische Erfolge sowie der theoretische Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese und das Informationsparadoxon diskutiert.
4 Erklärungsansatz durch die Behavioral Finance: Dieses Kapitel verknüpft psychologische Verhaltensanomalien mit den Prozessen der Informationswahrnehmung, -verarbeitung und Investitionsentscheidung, um Überrenditen zu erklären.
5 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Value-Investing und Effizienzmarkthypothese nur teilweise im Widerspruch stehen, da zeitweilige Ineffizienzen für den Erfolg des Value-Ansatzes notwendig sind.
Effizienzmarkthypothese, Value Investing, Behavioral Finance, Überrenditen, Informationseffizienz, Homo Oeconomicus, Prospect Theory, Marktineffizienz, Behavioral Finance, Fehlbewertung, Anlegerverhalten, Heuristiken, Value-Anomalie, Kapitalmarkt, Psychologie.
Die Arbeit untersucht den scheinbaren Widerspruch zwischen der Theorie effizienter Kapitalmärkte und dem fundamentalorientierten Value-Investing-Ansatz.
Die zentralen Felder sind die Effizienzmarkthypothese, Value-Investing-Strategien sowie die Anwendung der Behavioral Finance zur Erklärung von Marktanomalien.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie verhaltenspsychologische Faktoren (Behavioral Finance) erklären können, dass Value-Investoren durch die Ausnutzung von Fehlbewertungen Überrenditen gegenüber dem Markt erzielen können.
Es erfolgt eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse, die empirische Studien zur Effizienzmarkthypothese mit Modellen der Behavioral Finance vergleicht und in Beziehung setzt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Annahmen der Effizienzmarkthypothese, stellt die Prinzipien des Value-Investings gegenüber und liefert eine detaillierte verhaltenspsychologische Analyse menschlicher Entscheidungsfehler in den Phasen der Informationswahrnehmung, -verarbeitung und Entscheidungsfindung.
Die wichtigsten Begriffe sind Effizienzmarkthypothese, Value Investing, Behavioral Finance, Prospect Theory und Marktanomalien.
Es besagt, dass Märkte nicht perfekt informationseffizient sein können, da Investoren einen Anreiz (in Form von Überrenditen) benötigen, um Informationen überhaupt zu beschaffen und in die Preise einfließen zu lassen.
Sie dient als Gegenentwurf zur klassischen Erwartungsnutzentheorie und erklärt durch die Wertfunktion sowie die Gewichtungsfunktion, warum Anleger systematisch irrationale Entscheidungen unter Unsicherheit treffen.
Der Homo Oeconomicus agiert vollkommen rational und nutzenmaximierend mit allen verfügbaren Informationen, während reale Anleger durch psychologische Heuristiken und kognitive Beschränkungen zu einem begrenzt rationalen Verhalten neigen.
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