Magisterarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Aufbau
2 Kollektive Intelligenz
2.1 Was ist kollektive Intelligenz?
2.1.1 Eingrenzung des Gegenstandsbereichs
2.1.2 Verschiedene Annäherungen an kollektive Intelligenz
2.2 Voraussetzungen für die Nutzung kollektiver Intelligenz
2.3 Nutzung kollektiver Intelligenz
2.3.1 Ochsen-Beispiel
2.3.2 U-Boot-Beispiel
2.3.3 Beispiel „Wer wird Millionär“
2.3.4 Linux-Beispiel
2.4 Prinzipien kollektiver Intelligenz
2.4.1 Mittelwert-Prinzip
2.4.2 Mehrheitsprinzip
2.4.3 Regulierungsprinzip
2.5 Begriffsklärung
3 Grundlagen der Kommunikation im Internet
3.1 Formen menschlicher Kommunikation
3.2 Internetkommunikation
3.2.1 Merkmale der Internetkommunikation
3.2.1.1 Digitalität
3.2.1.2 Zugangsgeräte
3.2.1.3 Globale Reichweite
3.2.1.4 Kanalreduktion
3.2.1.5 Filterung
3.2.2 Medienverhalten
4 Das Netzwerksystem Internet
4.1 Grundlagen des Community Building
4.1.1 Was ist eine virtuelle Gemeinschaft?
4.1.2 Aufbau von virtuellen Gemeinschaften: Links, Knoten und Cluster
4.2 Das Internet
4.2.1 Geschichte und Netzwerkbildung
4.2.2 Hubs im World Wide Web
5 Kollektive Intelligenz und ihre Nutzung im Internet
5.1 Internetkommunikationsarten und ihre Netzwerkstruktur
5.1.1 Asynchrone Kommunikationsarten
5.1.1.1 E-Mail
5.1.1.2 Mailingliste und Newsletter
5.1.1.3 Newsgroup und Newsboard
5.1.1.4 Website
5.1.2 Synchrone Kommunikationsarten
5.1.2.1 Instant Messaging
5.1.2.2 Chat
5.1.2.3 Online-Tauschbörse
5.1.3 Prüfung auf kollektive Intelligenz
5.2 Beispiele im Internet
5.2.1 YouTube
5.2.1.1 YouTube’s Video-Bewertung
5.2.1.2 Prüfung auf kollektive Intelligenz
5.2.2 Wikipedia
5.2.2.1 Wikipedia’s Wissensplattform
5.2.2.2 Prüfung auf kollektive Intelligenz
5.2.3 MySpace
5.2.3.1 Die MySpace-Community
5.2.3.2 Prüfung auf kollektive Intelligenz
5.2.4 Google
5.2.4.1 Google’s Linklistung
5.2.4.2 Prüfung auf kollektive Intelligenz
5.2.5 Amazon
5.2.5.1 Amazon’s Buchempfehlung
5.2.5.2 Prüfung auf kollektive Intelligenz
5.2.6 Zusammenfassung
6 Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die tatsächliche Anwendung kollektiver Intelligenz innerhalb von Internet-Communities und bei großen Internet-Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob und unter welchen Bedingungen das Internet als technisches System die kollektive Nutzung individueller Intelligenz ermöglicht.
2.3.1 Ochsen-Beispiel
Das erste Beispiel für die Leistung kollektiver Intelligenz stammt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und wird von James Surowiecki nacherzählt: Auf einem Jahrmarkt war an einem Stand ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem es darum ging, das Gewicht eines Ochsen zu schätzen, nachdem dieser geschlachtet und ausgeweidet worden war. Um die 800 Menschen nahmen an diesem Wettbewerb teil, unter Anderen Experten, wie Metzger und Landwirte, aber auch dahergelaufene Jahrmarktbesucher, die mit Schlachtvieh nichts zu tun hatten. Der britische Gelehrte Francis Galton beobachtete dieses Geschehen und schrieb alle Tipps des Publikums auf und stellte sie graphisch dar. Danach addierte er die Schätzwerte aller Wettteilnehmer und teilte die Summe durch die Anzahl der Wetten. Das errechnete Ergebnis war genauer als die Schätzungen der Mehrheit und auch genauer als die beste Einzelschätzung.
„Nun hatte Galton zweifellos erwartet, dass der mittlere Schätzwert weit daneben liegen würde. Und es scheint ja zunächst auch durchaus plausibel: Die Mischung aus ein paar extrem kundigen Personen, etlichen mittelmäßigen und einem Haufen dumpfer Individuen müsste doch ein entsprechend unsinniges Ergebnis zeitigen. Aber Galton hatte sich geirrt. Denn die Ausstellungsbesucher hatten das Gewicht des geschlachteten ausgeweideten Ochsen auf 1197 [englische] Pfund geschätzt. Und nach Schlachtung und Ausweidung wog das Tier dann genau 1198 Pfund. Mit anderen Worten: Das Gruppenurteil traf fast haargenau ins Schwarze.“
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der kollektiven Intelligenz im Internet vor und erläutert den Aufbau der Arbeit, die sich methodisch an Kriterien für die Nutzung kollektiver Intelligenz orientiert.
2 Kollektive Intelligenz: In diesem Kapitel wird der Begriff der kollektiven Intelligenz theoretisch hergeleitet, Kriterien wie Unabhängigkeit und Meinungsvielfalt festgelegt sowie durch Praxisbeispiele erläutert.
3 Grundlagen der Kommunikation im Internet: Es werden die mediatisierten Formen der Kommunikation untersucht und die spezifischen Merkmale der Internetkommunikation wie Digitalität, Kanalreduktion und Filterung hervorgehoben.
4 Das Netzwerksystem Internet: Dieses Kapitel betrachtet das Internet als technisches Netzwerk und analysiert, wie soziale Gemeinschaften durch Wachstum und Verknüpfungen (Hubs) strukturiert werden.
5 Kollektive Intelligenz und ihre Nutzung im Internet: Das Hauptkapitel prüft anhand spezifischer Kommunikationsarten und Unternehmen (YouTube, Wikipedia, MySpace, Google, Amazon), inwiefern diese tatsächlich kollektive Intelligenz nutzen oder nur statistische Netzwerke darstellen.
6 Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass die Nutzung kollektiver Intelligenz im Internet selten ist und eine bewusste Aufgabengestaltung sowie Datenauswertung erfordert.
Kollektive Intelligenz, Internet-Communities, World Wide Web, Kommunikation, Netzwerkstruktur, Schwarmintelligenz, Wikipedia, Google PageRank, Amazon, Datenaggregation, Wissensgesellschaft, Systemtheorie, Online-Kommunikation, Community Building, Internet-Technologie.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition und der praktischen Anwendung von kollektiver Intelligenz im Medium Internet sowie innerhalb virtueller Gemeinschaften.
Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie des Internets, Kommunikationsformen im digitalen Raum, Netzwerkstrukturen sowie die Analyse von Online-Plattformen hinsichtlich ihres Potenzials zur kollektiven Wissensbildung.
Ziel ist es, den vagen Begriff der kollektiven Intelligenz durch eine Kategorisierung der Bedingungen (z.B. Unabhängigkeit, Aggregation) einzugrenzen und zu prüfen, ob Internet-Dienste diese Anforderungen erfüllen.
Die Arbeit nutzt eine systematische theoretische Herleitung von Kriterien, kombiniert mit einer Analyse von Fallbeispielen aus dem Internet, die auf ihre Eignung als Instrumente kollektiver Intelligenz geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kommunikationsarten (wie E-Mail oder Chat), die technische Netzwerkstruktur des Internets und eine detaillierte Prüfung von Anwendungsbeispielen wie Wikipedia, Google und Amazon.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kollektive Intelligenz, Netzwerkstruktur, Online-Kommunikation, Aggregation und Wissensgesellschaft.
YouTube nutzt das Mittelwert-Prinzip für öffentliche Video-Rankings, während Amazon eine personalisierte Aggregation von Kaufentscheidungen nutzt, die für den Nutzer als Empfehlungssystem im Hintergrund abläuft.
Der Autor argumentiert, dass das PageRank-System zwar Links als Stimmen zählt, jedoch eine hierarchische Gewichtung vornimmt, die etablierten Seiten Vorteile verschafft und somit die für kollektive Intelligenz notwendige Gleichberechtigung vermissen lässt.
Das Regulierungsprinzip beschreibt den fortlaufenden sozialen Prozess, bei dem Nutzer und Autoren Inhalte gegenseitig korrigieren und ergänzen, was Wikipedia zu einem der erfolgreichsten Beispiele für kollektive Wissensproduktion macht.
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