Masterarbeit, 2019
154 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Forschungsziel
1.3 Kontext des Forschungsfelds
2 Forschungsdesign
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Forschungsschritt 1: Arbeitsbedingungen der Hausärztinnen und Hausärzte
2.3 Forschungsschritt 2: Potenzielle Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
2.4 Forschungsschritt 3: Thesen als Basis für eine repräsentative Studie
2.5 Forschungsschritt 4: Umsetzbarkeit und Verständlichkeit der Thesen
3 Ergebnisse im Überblick
3.1 Beantwortung der Forschungsfragen – ein erster Auszug
3.2 Limitationen
4 Arbeitsbedingungen der Hausärztinnen und Hausärzte
4.1 Faszination Hausärztin und Hausarzt
4.2 Datengenerierung
4.3 Analyse des Datensamples
4.4 Negative Einflussfaktoren
4.4.1 Unternehmensführung
4.4.2 Honorierung
4.4.3 Arbeitsbelastung
4.4.4 Tätigkeitsfeld
5 Potenzielle Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
5.1 Möglichkeiten im Bereich der Unternehmensführung
5.2 Möglichkeiten im Bereich der Honorierung
5.3 Möglichkeiten im Bereich der Arbeitsbelastung
5.4 Möglichkeiten im Bereich des Tätigkeitsfeldes
5.5 Kategorisierung der ausgearbeiteten Maßnahmen
5.5.1 Maßnahmen ohne Umsetzung
5.5.2 Maßnahmen in laufender Umsetzung
5.5.3 Potenzielle Maßnahmen für eine zukünftige Umsetzung
5.5.3.1 Keine Behandlung im Rahmen einer vorgelagerten Befragung
5.5.3.2 Erhebungen im Rahmen einer vorgelagerten Befragung
6 Thesen als Basis für eine repräsentative Studie
6.1 Erstellung des Interviewleitfadens
6.1.1 Informationsbedarf
6.1.2 Fragengenerierung
6.2 Durchführung der Interviews mit Hausärztinnen und Hausärzten
6.3 Ergebnisse der Interviews
6.3.1 Auswertung der Fragen 1 bis 3
6.3.1.1 Die Arbeitsbedingungen aus Sicht der befragten Hausärztinnen und Hausärzte (Frage 1)
6.3.1.2 Zusammenhang zwischen Leistungs- beziehungsweise Honorarkatalog und Arbeitsbedingungen (Frage 2)
6.3.1.3 Voraussetzungen für die Einführung eines Gatekeeper-Systems (Frage 3)
6.3.2 Auswertung der Fragen 4 bis 9
6.3.2.1 Einführung eines adaptierten Key-Account-Managements der Sozialversicherung (Frage 4)
6.3.2.2 Ablöse des chefärztlichen Bewilligungssystems durch Budgetvorgaben (Frage 5)
6.3.2.3 Etablierung einer Pay-for-performance-Honorierung (Frage 6)
6.3.2.4 Abrechenbarkeit zusätzlicher Leistungen (Frage 7)
6.3.2.5 Honorierung von Zusatzausbildungen (Frage 8)
6.3.2.6 Feedback der Sozialversicherung an Hausärztinnen/Hausärzte (Frage 9)
6.3.3 Allgemeine Erkenntnisse aus den Interviews
6.4 Beantwortung der Forschungsfragen
6.4.1 Umsetzung durch Sozialversicherung
6.4.2 Umsetzung durch Sozialversicherung in Abstimmung mit der Ärztekammer
6.4.3 Umsetzung unter Einbindung sonstiger Stakeholder
7 Das österreichische Gesundheitssystem
7.1 Die österreichische Sozialversicherung
7.1.1 Sozialversicherungsorganisationsreform
7.1.2 Aufgaben der sozialen Krankenversicherung
7.2 Ambulante Versorgung
7.2.1 Zusammenarbeit Sozialversicherung mit Hausärztin/Hausarzt
7.2.2 Die Rolle der Hausärztin/des Hausarztes
7.3 Gesundheitsreform 2013
7.4 Österreich im internationalen Vergleich
8 Conclusio
8.1 Finanzielle Bewertung der Thesen
8.2 Methodendiskussion
8.3 Ausblick
8.3.1 Empfehlungen für die Wissenschaft (offener Forschungsbedarf)
8.3.2 Empfehlungen für die Sozialversicherung
8.3.3 Empfehlungen für die Ärztekammer
Ziel dieser Masterarbeit ist es, Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hausärztinnen und Hausärzten aufzuzeigen, um das Tätigkeitsfeld als attraktiv zu erhalten. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Schließung einer Forschungslücke, indem sie eine Vorstudie für eine nachfolgende, repräsentative Studie darstellt und den Blickwinkel der direkt betroffenen Ärzteschaft einnimmt, insbesondere in Hinblick auf die Interaktion mit der Sozialversicherung.
4.1 Faszination Hausärztin und Hausarzt
Zu Beginn dieses Inhaltspukts wird eine „harte“ Aussage vorangestellt, die in Folge allerdings deutlich abgemildert wird: Eng verbunden mit der Frage nach der Motivation von (niedergelassenen) Ärztinnen und Ärzten sind monetäre Aspekte, da mit Fortschreiten der Karrierelaufbahn oftmals eine Sozialisation auf solche zu beobachten ist (Kaiser et al., 2015, S. 28). In der Realität führen monetäre Anreize allerdings nicht zwangsläufig zu den intendierten Absichten, sondern können auch das Gegenteil bewirken. Insbesondere gilt es zwischen Quantität und Qualität zu unterscheiden. Für eine Steigerung quantitativer Kennzahlen (beispielsweise behandelte Versicherte je Stunde) mögen monetäre Anreize zwar zielführend sein, bei einer beabsichtigen Förderung der Versorgungsqualität gilt es allerdings vielmehr intrinsische Rezeptoren anzusprechen, für die es aber nicht-monetäre Anreize bedarf (Janus, 2014, S. 17-25).
Diese Argumentation lässt sich in gewisser Weise auch auf die Motivation von Hausärztinnen und Hausärzten umlegen. Eine langjährige (oft lebenslange) und vertrauensbasierte Betreuung von Patientinnen und Patienten, eine gesellschaftlich angesehene Position, eine herausfordernde Tätigkeit (breites/unterschiedliches Spektrum an Patientinnen/Patienten und Krankheiten), die Funktion der zentralen Anlaufstelle im Gesundheitssystem sowie Autonomie im Rahmen der Selbstständigkeit werden in zahlreichen Publikationen, beispielsweise Hoffmann (2015, S. 372), Riedler (2014, S. 45), Hofer (2012, S. 453-454), Sensor Marktforschung (2014, S. 14-18) oder Poggenburg et al. (2017, S. 26-27), als Hauptmotive für die Tätigkeit als Hausärztin/Hausarzt genannt. Finanzielle Gründe werden in diesen Arbeiten hingegen nicht als Hauptmotiv für die Übernahme einer hausärztlichen Praxis gesehen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Ausgangslage, die Problematik des Attraktivitätsverlusts hausärztlicher Tätigkeiten und die Ziele der Forschungsarbeit dar.
2 Forschungsdesign: Hier wird der dreistufige Forschungsaufbau erläutert, der von der Literaturrecherche über die Maßnahmenerarbeitung bis zur Thesenformulierung reicht.
3 Ergebnisse im Überblick: Dieses Kapitel gibt einen zusammenfassenden Einblick in die erarbeiteten Thesen und erläutert die Limitationen der vorliegenden Vorstudie.
4 Arbeitsbedingungen der Hausärztinnen und Hausärzte: Es werden negative Einflussfaktoren in den Bereichen Unternehmensführung, Honorierung, Arbeitsbelastung und Tätigkeitsfeld detailliert analysiert.
5 Potenzielle Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Basierend auf den identifizierten Problemen werden konkrete Maßnahmen vorgestellt und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit kategorisiert.
6 Thesen als Basis für eine repräsentative Studie: Dieses Kapitel beschreibt die Erstellung des Interviewleitfadens, die Durchführung der Experteninterviews und deren Auswertung zur finalen Formulierung der Thesen.
7 Das österreichische Gesundheitssystem: Es bietet einen Überblick über die Strukturen der Sozialversicherung, die ambulante Versorgung und die historische Entwicklung durch Gesundheitsreformen.
8 Conclusio: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, Empfehlungen ausgesprochen und der Bedarf an weiterführender Forschung unterstrichen.
Hausärztin, Hausarzt, Allgemeinmedizin, Primärversorgung, Arbeitsbedingungen, Sozialversicherung, Niederösterreich, Honorierung, Unternehmensführung, Arbeitsbelastung, Tätigkeitsfeld, Gesundheitssystem, Patientensteuerung, Gatekeeper-System
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte in Österreich, um die Attraktivität dieses Berufsfeldes langfristig zu sichern.
Die zentralen Felder umfassen die Bereiche Unternehmensführung, Honorierung, Arbeitsbelastung und Tätigkeitsgestaltung von Hausärzten sowie deren Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu identifizieren und 64 Thesen zu formulieren, die als Grundlage für eine weiterführende, repräsentative Studie dienen können.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der eine umfassende Literaturanalyse mit sieben leitfadengestützten Experteninterviews bei niederösterreichischen Hausärzten kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die bestehenden Problemfelder, entwickelt daraus 62 potenzielle Maßnahmen und führt diese in 64 konkrete Thesen über, wobei die unterschiedlichen Umsetzungsebenen (Sozialversicherung, Ärztekammer) differenziert betrachtet werden.
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Primärversorgung, Arbeitsbedingungen, Honorierung, Sozialversicherung und die Rolle der Hausärzte im österreichischen Gesundheitssystem.
Die Sozialversicherung ist der zentrale Vertragspartner der Hausärzte. Die Arbeit zeigt auf, dass eine konstruktive Zusammenarbeit und eine Anpassung der Honorierungssysteme maßgeblich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen können.
Im Gegensatz zu früheren Erhebungen, die oft nur allgemein oder deskriptiv blieben, werden hier konkrete, direkt anwendbare Thesen entwickelt, die gezielt auf Akzeptanz und Umsetzbarkeit hin unter der Ärzteschaft vorgetestet wurden.
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