Diplomarbeit, 2005
62 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Einordnung und Abgrenzung der Performancemessung
2.1 Ziele der Performancemessung
2.2 Rendite und Risiko
2.3 Externe und interne Performancemessung
2.4 Einordnung der Performancemessung im Asset-Management-Prozess
2.5 Performancemessung und Effizienz des Kapitalmarkts
3. Klassische Performancemaße
3.1 Die Sharpe-Ratio
3.2 Die Treynor-Ratio
3.3 Das Jensen-Alpha
3.4 Die Appraisal-Ratio von Treynor / Black
3.5 Die Identifikation von Timingfähigkeiten nach Treynor / Mazuy
4. Moderne Performancemaße
4.1 Das 4-Faktoren-Modell nach Carhart
4.1.1 Renditeanomalien des CAPM
4.1.2 Das 3-Faktoren-Modell nach Fama / French
4.1.3 Erweiterung des 3-Faktoren-Modells um den Momentum-Faktor
4.2 Konditionale Performancemessung
4.2.1 Beispiel für ein verzerrtes unkonditionales Alpha
4.2.2 Allgemeines theoretisches Modell
4.2.3 Ein konkretes anwendbares Modell
4.3 Ein konditionales Mehrfaktoren-Modell
4.4 Moderne Appraisal-Ratios
5. Ethikfonds
5.1 Definition und Abgrenzung
5.2 Konzept des Screenings
5.3 Performance
5.3.1 Ethische Performance
5.3.2 Performance im Vergleich zu konventionellen Investmentfonds
5.3.3 Performance und Intensität des Screenings
6. Empirische Untersuchung
6.1 Datenbeschreibung
6.2 Performance der untersuchten Ethikfonds
6.2.1 Klassische Performancemessung
6.2.1.1 Deskriptive Betrachtung von Rendite und Risiko
6.2.1.2 Sharpe-Ratio
6.2.1.3 Treynor-Ratio
6.2.1.4 Jensen-Alpha
6.2.2 Moderne Performancemessung
6.2.2.1 Performancemessung nach Carhart
6.2.2.2 Konditionale Performancemessung
6.2.2.3 Konditionale Carhart-Performancemessung
6.2.3 Übersicht der bisherigen Messergebnisse
6.2.4 Untersuchung auf Timingfähigkeiten
6.3 Zusammenhang zwischen Performance und Screeningintensität
6.3.1 Feine Aggregation
6.3.2 Grobe Aggregation
6.4 Renditeerklärung
6.4.1 Renditeerklärung auf Ebene der einzelnen Fonds
6.4.2 Querschnittsbetrachtung
6.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch die finanzwirtschaftliche Performance von 62 amerikanischen Ethikfonds. Das Ziel besteht darin, den Einfluss ethischer Filterkriterien – sogenannter Screens – auf den Anlageerfolg zu analysieren und zu prüfen, ob ein systematischer Zusammenhang zwischen der Intensität des Screenings und der Performance besteht.
3.1 Die Sharpe-Ratio
Die Sharpe-Ratio misst, wie viel Überschussrendite pro Einheit Gesamtrisiko durchschnittlich erzielt wurde, daher auch als die ursprüngliche Bezeichnung „Reward-to-Variability-Ratio“. Formal ergibt sich demnach die Sharpe Ratio für Fonds bzw. Portfolio P:
Sh_p = (r_p - r_f) / sigma_p
Grafisch kann die Sharpe-Ratio im Kontext des CAPM als Steigung der Ex-Post Kapitalmarktlinie in einem Rendite-Risiko-Diagramm interpretiert werden, die aus den möglichen Kombinationen des sicheren Zinses mit dem betrachteten Portfolio entsteht.
Die Maßzahl ist vor allem dann interessant, wenn es sich bei dem zu bewertenden Investment um ein Einzelinvestment handelt und dieses nicht Teil eines Anlageportfolios ist, in dem Teile des unsystematischen Risikos durch Diversifikation beseitigt werden können.
Im Rahmen einer Zeitreihenanalyse werden für die Renditen die Mittelwerte der einzelnen gemessenen Renditen herangezogen. Als Maßzahl für das Risiko wurde ursprünglich die Volatilität der Rendite betrachtet. Dabei findet die Sharpe-Ratio neben der ursprünglichen Form vor allem in einer leicht modifizierten Version Anwendung. So wird die Überschussrendite nicht auf die Volatilität der Rendite, sondern die Volatilität der Überschussrendite normiert. Bei einem über den gesamten Zeitraum konstanten Zins (modelltheoretische Annahme des CAPM) führen beide Berechnungen zum selben Ergebnis. Diese modifizierte Version ist beim empirischen Bestimmen der Sharpe-Ratio die einzige richtige Variante: „Whether measured ex ante or ex post, it is essential that the Sharpe Ratio be computed using the mean and standard deviation of a differential return”. Sie wird daher auch in der empirischen Studie in dieser Form Verwendung finden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wachsende Bedeutung von Ethikfonds ein, erläutert das Konzept des Screenings und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss dieser Anlagestrategie auf die Performance.
2. Einordnung und Abgrenzung der Performancemessung: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Performancemessung, differenziert zwischen interner und externer Messung und ordnet das Thema in den Kontext des Asset-Management-Prozesses ein.
3. Klassische Performancemaße: Hier werden die auf dem CAPM basierenden Standardmethoden wie Sharpe-Ratio, Treynor-Ratio und Jensen-Alpha vorgestellt, um die Performance von Portfolios ex-post zu bewerten.
4. Moderne Performancemaße: Dieses Kapitel präsentiert erweiterte Ansätze wie das 4-Faktoren-Modell nach Carhart und konditionale Performancemessung, um Schwächen klassischer Maße bei speziellen Investmentstrukturen zu beheben.
5. Ethikfonds: Hier werden Ethikfonds definiert, das Konzept des Screenings erläutert und theoretische Hypothesen zur Performance im Vergleich zu konventionellen Fonds aufgestellt.
6. Empirische Untersuchung: Das Hauptkapitel beschreibt die Datenbasis von 62 amerikanischen Ethikfonds, führt verschiedene Performancemessungen durch und analysiert den Zusammenhang zwischen Screeningintensität und Rendite.
7. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Ethikfonds im Durchschnitt eine Underperformance gegenüber dem Markt aufweisen und ein systematischer Zusammenhang zwischen Screeningintensität und Performance nur stark aggregiert erkennbar ist.
Ethikfonds, Performancemessung, Screening, Rendite, Risiko, CAPM, 4-Faktoren-Modell, Carhart-Alpha, Konditionale Performancemessung, Investmentfonds, Aktienfonds, Timingfähigkeit, Selektionsfähigkeit, Renditeanomalien, Portfolio Selection Theorie.
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Untersuchung der finanziellen Performance von 62 inländischen amerikanischen Ethikfonds im Zeitraum von 2002 bis 2004.
Die Schwerpunkte liegen auf der Performancemessung von Investmentfonds unter Verwendung sowohl klassischer risikoadjustierter Kennzahlen als auch moderner Mehrfaktorenmodelle sowie der Analyse ethischer Investitionskriterien.
Es soll untersucht werden, ob die Einschränkung des Anlageuniversums durch ethische Filter (Screens) die Performance beeinflusst und ob ein Zusammenhang zwischen der Intensität des Screenings und dem Anlageerfolg besteht.
Die Autorin verwendet eine Vielzahl finanzwirtschaftlicher Methoden, darunter klassische Maße wie die Sharpe-Ratio und das Jensen-Alpha sowie moderne Ansätze wie das 4-Faktoren-Modell nach Carhart und konditionale Regressionsmodelle.
Der Hauptteil umfasst die Datenbeschreibung, die Anwendung verschiedener Performancemaße auf die Ethikfonds, die Untersuchung von Timing-Fähigkeiten des Managements und die Analyse des Zusammenhangs zwischen Screeningintensität und Performance.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ethikfonds, Performancemessung, Screening, Mehrfaktorenmodelle, Renditeanomalien und Portfoliomanagement.
Die empirischen Ergebnisse zeigen konsistent über alle verwendeten Performancemaße eine Underperformance der untersuchten Ethikfonds im Vergleich zum CRSP-Stock-Index.
Ein Zusammenhang zwischen der Intensität des Screenings und der Performance konnte nur auf stark aggregierter Ebene festgestellt werden, wobei schwach gescreente Portfolios tendenziell die höchste Performance erzielten.
Die Wahl des Performancemaßes beeinflusst die Ergebnisse qualitativ in der Gesamtheit nicht; allerdings führt die Berücksichtigung von Renditeanomalien (wie dem Small-Cap-Bias) im Carhart-Modell zu einer Verschlechterung der quantitativen Ergebnisse.
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