Bachelorarbeit, 2018
70 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Organisation im Profifußball
2.1 Fußballverbände
2.2 Vereine und Kapitalgesellschaften
3 Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
3.1 Vereine
3.2 Kapitalgesellschaften
3.2.1 50+1 Regel
3.2.2 Rechtsformen
3.3 Konzerne
4 Lizenzierungsverfahren im Profifußball
4.1 Zweck
4.2 Einzureichende Unterlagen
4.3 Verfahren
4.3.1 Betrachtung der Liquiditätslage
4.3.2 Betrachtung der Vermögens- und Finanzlage
4.3.3 Die Auflagen Planqualität und Fremdkapital
5 Der Jahresabschluss und Lagebericht bei Fußballunternehmen
5.1 Einführung
5.2 Bilanz
5.2.1 Aktiva
5.2.1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände
5.2.1.2 Sach- und Finanzanlagevermögen
5.2.1.3 Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände
5.2.1.4 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
5.2.2 Passiva
5.2.2.1 Eigenkapital
5.2.2.2 Rückstellungen
5.2.2.3 Verbindlichkeiten
5.2.2.4 Passive Rechnungsabgrenzungsposten
5.3 GuV
5.3.1 Umsatzerlöse
5.3.2 Andere aktivierte Eigenleistungen
5.3.3 Sonstige betriebliche Erträge
5.3.4 Material- und Personalaufwand
5.3.5 Abschreibungen
5.3.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
5.4 Anhang, Lagebericht und Darstellung der rechtlichen Verhältnisse
6 Ausgewählte bilanzpolitische Maßnahmen bei Fußballunternehmen
6.1 Definition Bilanzpolitik
6.2 Interessenskonflikte im Profifußball
6.3 Bilanzpolitische Anwendungsbeispiele bei Fußballunternehmen
6.3.1 Immaterielle Vermögensgegenstände und deren Abschreibung
6.3.2 Vermeiden von Rückstellungen
6.3.3 Nutzung der Rechnungsabgrenzungsposten
6.3.4 Leasing
6.3.4.1 Definition
6.3.4.2 Spielerleihe
6.3.4.1 Sale-and-lease-back von Sachanlagevermögen
7 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung bilanzpolitischer Maßnahmen bei Fußballunternehmen vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Organisation und der strengen Lizenzierungsanforderungen des Ligaverbandes. Das primäre Ziel besteht darin, darzustellen, wie Fußballclubs durch die Gestaltung ihrer Jahresabschlüsse ihre wirtschaftliche Situation gegenüber Stakeholdern wie dem Ligaverband positiv beeinflussen können, ohne dabei geltende handelsrechtliche Vorschriften zu verletzen.
6.3.1 Immaterielle Vermögensgegenstände und deren Abschreibung
Das Spielervermögen bestimmt maßgeblich das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Für ein möglichst positives Bilanzbild sollten Investitionen in abnutzbares Anlagevermögen hinausgezögert oder Spieler veräußert werden. Diese Vorgehensweise ist aber wegen der Priorität des sportlichen Erfolges kaum umsetzbar. Hinsichtlich der entgeltlich erworbenen Spielerwerte gibt es aber die bilanzpolitische Möglichkeit des Ein- oder Nicht-Einbezugs von Anschaffungsnebenkosten. Je mehr Nebenkosten berücksichtigt werden, desto positiver ist das Bilanzbild.
Nach RADE/STOBBE schließt der Begriff „Spielerwerte“ sowohl den entgeltlich erworbenen Spieler, als auch den selbst geschaffenen Spieler mit ein. Nach ihnen liegt ein selbst geschaffener Spielerwert dann vor, wenn die Ausbildung des Spielers innerhalb des Clubs erfolgt und er laufend gezielt gefördert wird. Ein Spieler wird in den clubeigenen Nachwuchsleistungszentren ausgebildet. Sein Spielerwert kann aktiviert werden, sobald er einen Profivertrag unterzeichnet.
Die Aktivierung von zusätzlichem Anlagevermögen ist als Sachverhaltsgestaltungen anzusehen und führt sowohl zu einer größeren Bilanzsumme als auch zu einem höheren Eigenkapital; letzterer resultiert aus einem höheren Ergebnisausweises in der GuV. Seit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ist es erlaubt, selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Ausnahme von u.a. Marken, Drucktiteln, Verlagsrechten oder Kundenlisten zu aktivieren (§ 248 Abs. 2 HGB). Statt die Entwicklungskosten eines Nachwuchsspielers als Aufwand zu verbuchen, sollte für eine Erhöhung des Gewinns und eine Verbesserung der Vermögenslage der selbst geschaffene Spielerwert aktiviert werden. Der generierte Ertrag würde in der GuV dann unter den „anderen aktivierten Eigenleistungen“ ausgewiesen werden (vgl. Kapitel 5.3.2, S. 30).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Professionalisierung des Profifußballs und die daraus resultierende Notwendigkeit einer professionellen Rechnungslegung sowie die Bedeutung der Lizenzerteilung.
2 Organisation im Profifußball: Dieses Kapitel erläutert die pyramidale Organisationsstruktur des Fußballs von der FIFA bis hinunter zu den Clubs und die Entwicklung von eingetragenen Vereinen hin zu Kapitalgesellschaften.
3 Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Rechnungslegung von Vereinen, Kapitalgesellschaften und Konzernen analysiert, inklusive der 50+1-Regel.
4 Lizenzierungsverfahren im Profifußball: Hier steht der Zweck des Lizenzierungsverfahrens im Fokus, insbesondere die Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, sowie die Anforderungen an die einzureichenden Unterlagen.
5 Der Jahresabschluss und Lagebericht bei Fußballunternehmen: Dieses Kapitel vertieft die fußballspezifischen Besonderheiten in der Bilanz und GuV, wie beispielsweise die Aktivierung von Spielerwerten und die Gliederung der Umsatzerlöse.
6 Ausgewählte bilanzpolitische Maßnahmen bei Fußballunternehmen: Der Hauptteil untersucht, wie durch bilanzpolitische Spielräume, wie Leasing oder die Aktivierung von Spielerwerten, das Bild der Vermögens- und Ertragslage beeinflusst werden kann.
7 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung fasst die zentralen Erkenntnisse über die Verbindung von sportlichem Erfolg und bilanzpolitischer Gestaltung im deutschen Profifußball noch einmal kompakt zusammen.
Bilanzpolitik, Fußballunternehmen, Jahresabschluss, Lizenzierungsverfahren, 50+1-Regel, Spielerwerte, Kapitalgesellschaften, Rechnungslegung, Vermögenslage, Ertragslage, GuV, Abschreibungen, Rückstellungen, Konzernabschluss, Finanzmanagement.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen der Bilanzpolitik bei Fußballunternehmen im Kontext der spezifischen regulatorischen Anforderungen des deutschen Profifußballs.
Die Arbeit behandelt die organisatorischen Strukturen der Vereine, die gesetzlichen Pflichten zur Jahresabschlusserstellung, das Lizenzierungsverfahren der DFL sowie spezifische Bilanzierungsthemen im Fußball.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Fußballclubs ihre Bilanzen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gestalten können, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit positiv darzustellen und die Lizenzerteilung zu sichern.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse der einschlägigen handelsrechtlichen Vorschriften sowie der spezifischen Regelwerke der DFL und der DFB-Satzungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Rechnungslegungsgrundsätze für Fußballunternehmen, gefolgt von einer Analyse spezifischer bilanzpolitischer Maßnahmen wie der Aktivierung von Spielerwerten, Leasing und dem Umgang mit Rückstellungen.
Bilanzpolitik, Lizenzierungsverfahren, Spielerwerte und Kapitalgesellschaften sind die zentralen Begriffe, die diese Arbeit definieren.
Da die Lizenzerteilung existenznotwendig ist, zwingt das Verfahren die Clubs dazu, ihre finanzielle Lage transparent und nach den Vorgaben der DFL offenzulegen, was den Clubs einen Anreiz zur materiellen Bilanzpolitik gibt.
Die 50+1-Regel dient als entscheidendes Element für das Verständnis der Rechtsformwahl im deutschen Fußball und beeinflusst maßgeblich, welche Finanzierungsmöglichkeiten und damit bilanzpolitischen Optionen den Clubs offenstehen.
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