Diplomarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Thema
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
1.3 Fragestellungen und Hypothesen
2 Erster Teil: Annäherung an den Gegenstand und Darlegung der Rahmenbedingungen der Analyse
2.1 Der „Fall Pinochet“ – Einordnung und Abgrenzung
2.1.1 Chile
2.1.2 International
2.2 Vorkommnisse seit September 1998
2.2.1 Pinochet in London
2.2.2 Zurück in Chile
2.2.3 Wende im „Fall Pinochet“
2.3 Geschichte, Besitz und Ideologie: Eine Betrachtung des Ist-Zustandes der Medien
2.3.1 Geschichte der Pressefreiheit in Chile
2.3.1.1 Das 19. Jahrhundert
2.3.1.2 Das 20. Jahrhundert
2.3.1.3 Die Militärdiktatur
2.3.1.4 Die Transitionszeit
2.3.1.5 Aktueller Stand
2.3.1.6 Beurteilung der heutigen Pressefreiheit
2.3.2 Geschichte der Printmedien in Chile
2.3.2.1 Das 19. Jahrhundert
2.3.2.2 Das 20. Jahrhundert
2.3.2.3 Die Militärdiktatur
2.3.3 Besitz und Ideologie: Die heutigen chilenischen Printmedien
2.3.3.1 Die ‚großen’ Zeitungen
2.3.3.2 Die ‚kleinen’ Zeitungen
2.4 Medienwahl und Mediennutzung: Eine Betrachtung der Bedeutung der Medien für die Bevölkerung
2.4.1 Informationsbeschaffung und Weitergabe
2.4.2 Beurteilung
3 Zweiter Teil: Empirische Analyse
3.1 Theorie und Methode
3.1.1 Komplex Medienanalyse
3.1.1.1 Die quantitative Analyse
3.1.1.2 Die qualitative Analyse
3.1.2 Komplex Öffentliche Meinung
3.1.3 Die Verknüpfung der beiden Komplexe
3.1.4 Korpus der untersuchten Medien
3.1.4.1 El Mercurio
3.1.4.2 La Tercera
3.1.4.3 La Nación
3.1.5 Die konsultierten Umfrageinstitute
3.1.5.1 CERC
3.1.5.2 CEP
3.1.5.3 Fundación Futuro
3.2 Quantitative Analyse: First-Level Agenda-Setting
3.2.1 Medienanalyse
3.2.1.1 Erster Analysezeitraum ‚Festnahme’
3.2.1.2 Zweiter Analysezeitraum ‚Pinochets Abwesenheit’
3.2.1.3 Dritter Analysezeitraum ‚Zurück in Chile’
3.2.1.4 Vierter Analysezeitraum ‚Die geheimen Konten Pinochets’
3.2.2 Gegenüberstellung Öffentliche Meinung
3.2.3 Fazit: Quantitative Analyse
3.3 Qualitative Analyse: Second-Level Agenda-Setting
3.3.1 Medienanalyse: Erster Analysezeitraum ‚Festnahme’
3.3.1.1 El Mercurio
3.3.1.2 La Tercera
3.3.1.3 La Nación
3.3.1.4 Bewertungen
3.3.2 Gegenüberstellung Öffentliche Meinung: Erster Analysezeitraum ‚Festnahme’
3.3.3 Medienanalyse: Zweiter Analysezeitraum ‚Pinochets Abwesenheit’
3.3.3.1 El Mercurio
3.3.3.2 La Tercera
3.3.3.3 La Nación
3.3.3.4 Bewertungen
3.3.4 Gegenüberstellung Öffentliche Meinung: Zweiter Analysezeitraum ‚Pinochets Abwesenheit’
3.3.5 Medienanalyse: Dritter Analysezeitraum ‚Zurück in Chile’
3.3.5.1 El Mercurio
3.3.5.2 La Tercera
3.3.5.3 La Nación
3.3.5.4 Bewertungen
3.3.6 Gegenüberstellung Öffentliche Meinung: Dritter Analysezeitraum ‚Zurück in Chile’
3.3.7 Medienanalyse: Vierter Analysezeitraum ‚Die geheimen Konten Pinochets’
3.3.7.1 El Mercurio
3.3.7.2 La Tercera
3.3.7.3 La Nación
3.3.7.4 Bewertungen
3.3.8 Gegenüberstellung Öffentliche Meinung: Vierter Analysezeitraum ‚Die geheimen Konten Pinochets’
3.3.9 Fazit: Qualitative Analyse
3.4 Ergebnisse in der Langzeitbetrachtung
4 Fazit
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen der Berichterstattung chilenischer Medien und der öffentlichen Meinung über Augusto Pinochet im Zeitraum von 1998 bis 2005. Ziel ist es, anhand des „Falls Pinochet“ empirisch aufzuzeigen, wie Medien die Wahrnehmung der Bevölkerung in dieser Zeit geformt haben und ob eine Korrelation zwischen medialer Präsentation und dem öffentlichen Meinungsbild besteht.
1.1 Thema
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, sich der Wechselwirkung und Verwobenheit von Medien und Öffentlicher Meinung anzunähern. Dabei soll keine allgemein gültige Theorie der Interdependenz aufgestellt werden, vielmehr soll anhand der Person Augusto Pinochet empirisch aufgezeigt werden, wie sich die Medien und die Bevölkerung in Chile in einem festgelegten Zeitraum positioniert und entwickelt haben. Die Untersuchung setzt zum Zeitpunkt der Festnahme des Ex-Diktators in London im Oktober 1998 ein und endet im Januar 2005. Die Vorkommnisse um Pinochet in dieser Zeit sind stark geprägt von der gerichtlichen Verfolgung, sei es aufgrund von Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur oder wegen Korruption. Daher wird diesbezüglich oftmals vom „Fall Pinochet“ gesprochen. Der „Fall Pinochet“ eignet sich besonders gut für eine Untersuchung, da er eine ausführliche Berichterstattung in den chilenischen Medien erfährt. Überdies besitzt er eine herausragende Bedeutung sowohl in der gesamten chilenischen Gesellschaft als auch auf internationaler Ebene.
In Chile hat sich die 15 Jahre junge Demokratie in einem kontrollierten Übergang aus dem Militärregime (1973–1990) entwickelt. Stets wurde sie begleitet von der spürbaren Präsenz des Militärs, das sich weiterhin Macht sicherte und Autorität ausstrahlte. Innerhalb dieser Strukturen stach Augusto Pinochet immer noch als eine bedeutende Persönlichkeit, als Oberbefehlshaber des Heeres und später als Senator auf Lebenszeit, hervor. Chile war und ist auch heute noch geprägt durch das fortwährende Bestehen alter Strukturen und „autoritärer Enklaven“. In dem schmalen südamerikanischen Land zwischen Anden und Pazifik ist aus dem Militärregime während der Transition eine Bevölkerungsstruktur hervorgegangen, deren Öffentliche Meinung sich gespalten zur Zeit der Diktatur und zu deren zentralen Gestalt, Augusto Pinochet, positioniert. Auch die heutige Medienlandschaft Chiles ist das Ergebnis von Umständen, die aus der Diktatur stammen und sich in der Transition nicht wesentlich verändert haben.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Wechselwirkung von Medien und öffentlicher Meinung am Beispiel des Falls Pinochet sowie Darlegung der Forschungsfragen und Hypothesen.
2 Erster Teil: Annäherung an den Gegenstand und Darlegung der Rahmenbedingungen der Analyse: Historische und strukturelle Einordnung der chilenischen Medienlandschaft und der gesellschaftspolitischen Bedingungen im Kontext der Ära Pinochet und der Transition.
3 Zweiter Teil: Empirische Analyse: Empirische Untersuchung des Einflusses der Medienberichterstattung auf die öffentliche Meinung mittels quantitativer und qualitativer Analysen der Zeitungen El Mercurio, La Tercera und La Nación im Abgleich mit Umfragedaten.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Bestätigung der Hypothesen und Schlussfolgerung zur mediale Wirkung auf die öffentliche Meinungsbildung in Chile.
Augusto Pinochet, Medienwirkung, Agenda-Setting, Chile, Öffentliche Meinung, El Mercurio, La Tercera, La Nación, Transitionsgesellschaft, Militärdiktatur, Pressefreiheit, Politische Kommunikation, Umfrageanalyse, Politische Kultur, Autoritäre Enklaven.
Die Diplomarbeit analysiert die Wechselbeziehung zwischen der Berichterstattung in führenden chilenischen Tageszeitungen und der öffentlichen Meinung im Hinblick auf die Person und das Wirken von Augusto Pinochet zwischen 1998 und 2005.
Die Arbeit behandelt die Rolle der Medien in der jungen chilenischen Demokratie, die historische Entwicklung der Pressefreiheit, die Medienbesitzstrukturen und wie diese die öffentliche Wahrnehmung des Ex-Diktators beeinflussen.
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Medienberichterstattung einen Einfluss auf die Meinungsentwicklung der Bevölkerung in Chile bezüglich des „Falls Pinochet“ hatte und ob sich die Berichterstattung und die öffentliche Meinung parallel zueinander verändert haben.
Die Autorin kombiniert eine quantitative Inhaltsanalyse (First-Level Agenda-Setting) zur Bestimmung der medialen Relevanz mit einer qualitativen Analyse (Second-Level Agenda-Setting) zur Erfassung der Art und Weise der Darstellung, ergänzt durch eine Zeitreihenanalyse von Umfragedaten.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Annäherung an den „Fall Pinochet“ sowie eine systematische empirische Analyse in vier Zeitabschnitten (Festnahme, Abwesenheit, Rückkehr, geheime Konten), wobei die Ergebnisse der Zeitungsanalyse den entsprechenden Umfrageergebnissen gegenübergestellt werden.
Zentrale Begriffe sind Augusto Pinochet, Agenda-Setting, Chile, Öffentliche Meinung, Medienwirkung, Pressefreiheit und Politische Transformation.
Die Enthüllung der geheimen Auslandskonten Pinochets im Jahr 2004/2005 wird als Zäsur behandelt, die zu einer signifikanten Veränderung in der medialen Bewertung und einem messbaren Sympathieabfall selbst in konservativen Kreisen führte.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Medien (insbesondere die großen Konsortien) tendenziell von einer anfangs eher pro-Pinochet orientierten oder „schonenden“ Berichterstattung zu einer zunehmend kritischen Haltung gewandelt haben, was mit dem schwindenden Machtpotenzial des Ex-Diktators korreliert.
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