Bachelorarbeit, 2019
86 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise
1.2 Thematischer Ansatz
2. Forschungsstand
2.1 Kurzbiographie Woody Allens und Einflussfaktoren seiner Werke
2.2 Kurzbiographie Bertolt Brechts und Einflussfaktoren seiner Werke
2.3 Das epische Theater
2.4 Der Verfremdungseffekt
2.5 Schnittmenge zwischen Film und epischem Theater
3. Methodenkapitel
3.1 Warum Woody Allen?
3.2 Analyseschema
3.3 Vorstellen der zu behandelnden Filme mit kurzer Inhaltsangabe
3.4 Warum der Stadtneurotiker?
4. Präsentation und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Der Verfremdungseffekt in Woody Allens Filmen
4.2 Der Stadtneurotiker im Lichte der Verfremdung
5. Fazit
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
6.1 Monographien
6.2 Filme
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob und wie der Filmemacher Woody Allen in seinen Werken – mit besonderem Fokus auf den Film „Der Stadtneurotiker“ (1977) – Konzepte des epischen Theaters nach Bertolt Brecht, insbesondere den Verfremdungseffekt, zur Gestaltung filmischer Narrative einsetzt.
2.4 Der Verfremdungseffekt
Ausgangspunkt jeglicher Überlegungen in Verbindung mit dem V-Effekt ist die Darstellungsweise der alten chinesischen Schauspielkunst. Hierbei werden Charaktere, auch in Abhängigkeit von ihrer Positionierung im Stück, mit bestimmten Masken versehen, welche plastischer Natur oder aufgemalt sein konnten. Mimik und Gestik beeinflussen sich hierbei insofern, als die mimische Ausdrucksweise Spiegelbild der physischen Darstellung ist, sodass die Mimik als zu Beginn leeres Blatt nur in Abhängigkeit vom physischen Vollzug Ausdruck und Veränderung erfährt.
Das Sujet der Bühne erhält praktisch kaum Veränderung, die, sollten sie doch erfolgen, im Laufe des Spiels vollzogen wird und den Darsteller, da er im Bewusstsein des künstlichen Spielraums jenen fortwährend im Blick behält, nicht aus dem Konzept bringen. Die Betrachtung des ihn umgebenden Raumes noch während des Spiels geschieht nicht zuletzt auch aus dem Beweggrund, sich den ihm zur Verfügung stehenden Handlungsspielraum zu vergegenwärtigen und eine Vorstellung von der Größe des verfügbaren Platzes zu erhalten.
1. Einleitung: Einführung in das epische Theater als Stilmittel und Darlegung der Zielsetzung, Woody Allens Filme unter dem Aspekt des Verfremdungseffekts zu betrachten.
2. Forschungsstand: Theoretische Grundlegung des epischen Theaters und des Verfremdungseffekts nach Brecht sowie Kurzbiographien von Allen und Brecht.
3. Methodenkapitel: Erläuterung des qualitativen Analyseverfahrens und Vorstellung der für die Arbeit ausgewählten Filme.
4. Präsentation und Interpretation der Ergebnisse: Praktische Anwendung der Analyse auf Sequenzen verschiedener Filme, um die Anwendung des Verfremdungseffekts bei Woody Allen aufzuzeigen.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der bewussten oder unbewussten Nutzung theatraler Elemente durch Woody Allen.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Monographien und Filme.
Woody Allen, Bertolt Brecht, episches Theater, Verfremdungseffekt, Der Stadtneurotiker, Filmanalyse, Regie, Film und Theater, Montage, Sequenzanalyse, Narration, Rollentausch, vierte Wand, künstlerische Freiheit, Lehrtheater.
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Schnittmengen zwischen dem epischen Theater von Bertolt Brecht und dem filmischen Schaffen von Woody Allen.
Die zentralen Felder sind die Analyse des epischen Theaters, die Definition und Funktion des Verfremdungseffekts sowie deren Übertragbarkeit auf filmische Erzählstrukturen bei Woody Allen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob Woody Allen – bewusst oder unbewusst – Mittel des epischen Theaters einsetzt, um seine filmischen Erzählungen zu gestalten und beim Zuschauer kritische Distanz zu erzeugen.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Analysemodell, basierend auf der deduktiven Vergleichsmethodik nach Philipp Mayring, um Sequenzanalysen in den ausgewählten Filmen durchzuführen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Aufarbeitung des Verfremdungseffekts, die methodische Analyse der Filmsequenzen und die spezifische Interpretation des Films „Der Stadtneurotiker“.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Verfremdungseffekt, episches Theater, Woody Allen und Filmanalyse definieren.
Der Film dient als primäres Fallbeispiel, da er eine hohe Dichte an verfremdenden Elementen aufweist, wie etwa das Durchbrechen der vierten Wand oder den Ausstieg aus der Rolle.
Der Film wird als ein Medium gesehen, das durch die Montage und erzählerische Freiheit ähnliche distanzschaffende Effekte erzielen kann wie das epische Theater, wobei das Theater die Unmittelbarkeit der Interaktion zwischen Akteur und Zuschauer als Alleinstellungsmerkmal behält.
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