Diplomarbeit, 2005
95 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Ableitung von Zielen der Nachhaltigkeitsberichterstattung aus den Informationsansprüchen der Anspruchsgruppen an die Berichterstattung des Unternehmens
2.1 Korrelation zwischen Unternehmenswert und Nachhaltigkeit
2.1.1 Identifizierung von Werttreibern des Unternehmenswertes
2.1.2 Auswirkungen nachhaltiger Unternehmenspolitik auf den Unternehmenswert
2.1.3 Zusammenfassung und Teilergebnis
2.2 Informationsansprüche der Stakeholder eines Unternehmens und diesbezügliche Beurteilung der Lageberichterstattung
2.2.1 Informationsbedürfnisse der Stakeholder eines Unternehmens
2.2.2 Aussagekraft des Lageberichts nach § 289 HGB bezüglich der identifizierten Informationsansprüche
2.2.2.1 Zweck und Inhalte der Lageberichterstattung
2.2.2.2 Kritische Beurteilung der Aussagekraft des Lageberichts
2.3 Ziele von Nachhaltigkeitsberichten
2.3.1 Das Hauptziel der Nachhaltigkeitsberichterstattung: Umfassendere Information der Stakeholder eines Unternehmens über die Wahrung ihrer Interessen und die langfristige Stabilität des Unternehmens
2.3.2 Zielbegründung für Stakeholder
2.3.3 Zielbegründung insbesondere für Shareholder und potentielle Investoren
2.4 Zwischenfazit
3 Inhaltlich instrumentelle Ausgestaltung von Nachhaltigkeitsberichten in Ergänzung zum Lagebericht
3.1 Nachhaltigkeitsberichte als ein Signalinstrument zur Kommunikation der langfristigen Stabilität des Unternehmens
3.1.1 Asymmetrische Informationen in Form von Qualitätsunsicherheiten
3.1.2 Signaling in Form von Nachhaltigkeitsberichten
3.2 Prinzipien der Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.2.1 Gesamtsystem der Prinzipien
3.2.2 Zentrale Prinzipien zur Erhöhnung der Glaubwürdigkeit und Qualität von Nachhaltigkeitsberichten
3.2.2.1 Einbeziehung von Stakeholdern
3.2.2.2 Vollständigkeit, Neutralität und Relevanz
3.2.2.3 Genauigkeit, Überprüfbarkeit und Vergleichbarkeit
3.3 Informationsinhalte von Nachhaltigkeitsberichten
3.3.1 Gesamtsystem der Inhalte von Nachhaltigkeitsberichten
3.3.2 Zentrale Inhalte eines Nachhaltigkeitsberichts und deren Ausgestaltung
3.3.2.1 Vision und Strategie
3.3.2.2 Profil des Unternehmens
3.3.2.3 Kontrollstrukturen und Managementsysteme
3.3.2.4 Leistungsindikatoren und GRI-Content-Index
3.4 Ausbau betriebswirtschaftlicher Instrumente unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zur Absicherung der Inhalte von Nachhaltigkeitsberichten
3.4.1 Szenarioanalyse als Instrument zur Strategiefindung
3.4.2 Ökoeffizienz-Analyse
3.4.3 Strategieumsetzung mit der Balanced Scorecard
3.4.4 Kennzahlen zur Operationalisierung unternehmerischer Ziele
3.5 Zwischenfazit
4 Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Ziele Unternehmen mit Nachhaltigkeitsberichten verfolgen und wie diese inhaltlich sowie instrumentell in Ergänzung zur gesetzlichen Lageberichterstattung gestaltet sein müssen, um die langfristige Stabilität des Unternehmens glaubhaft zu vermitteln und bestehende Informationslücken zwischen Management und Stakeholdern zu schließen.
3.1.1 Asymmetrische Informationen in Form von Qualitätsunsicherheiten
Schon Hayek hob 1945 in seinem Aufsatz „The Use of Knowledge in Society“100 hervor, dass das Grundproblem der Koordination wirtschaftlicher Aktivitäten darin besteht, dass niemand über alle Informationen verfügen kann. Ein großer Bereich informationsökonomischer Ansätze befasst sich deshalb mit Situationen, in denen bei zwei kooperierenden Parteien die eine besser informiert ist als die andere.101 Die jeweils besser informierte Partei nennt man Agent, die schlechter informierte Prinzipal.102
Spremann unterscheidet bezüglich asymmetrischer Informationen zwischen drei Grundtypen: Qualitätsunsicherheit, Hold up und Moral Hazard.103 Im Rahmen dieser Arbeit ist in erster Linie Qualitätsunsicherheit von Interesse, weshalb nur auf diesen Typ asymmetrischer Information näher eingegangen werden soll.
Wie am Ende des Abschnitts 2.2.2.2 beschrieben, können auch Informationsasymmetrien bezüglich des Unternehmenswertes bzw. der langfristigen Stabilität des Unternehmens vorliegen. Die informierte Seite (Agent) ist in diesem Fall das Unternehmen, genauer gesagt dessen Management. Die uninformierte bzw. schlechter informierte Seite (Prinzipale) stellen die Stakeholder dar, in deren Interesse das Management tätig wird.
In den grundlegenden informationsökonomischen Ansätzen wird in erster Linie der Kapitalmarkt, insbesondere der um Fremdkapital, betrachtet, geht es um Informationsasymmetrien zwischen Unternehmen und seinen Stakeholdern. Qualitätsunterschiede bei Unternehmen hängen von der Höhe des Unternehmenswertes und der Erfüllung der Zins- und Renditeerwartungen von Kapitalgebern. Als „gute“ Unternehmen sollen diejenigen gelten, welche die Renditeerwartungen von Eigenkapitalgebern und die Zins- und Tilgungszahlungen von Fremdkapitalgebern erfüllen. Bei „schlechten“ Unternehmen werden Renditeerwartungen enttäuscht. Zins- und Tilgungszahlungen fallen früher oder später aus. Im schlimmsten Fall wird das Unternehmen insolvent.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die veränderte Unternehmensumwelt durch Globalisierung und die daraus resultierende Notwendigkeit, über Nachhaltigkeit zu berichten, um Informationslücken der Stakeholder zu schließen.
2 Ableitung von Zielen der Nachhaltigkeitsberichterstattung aus den Informationsansprüchen der Anspruchsgruppen an die Berichterstattung des Unternehmens: Dieses Kapitel identifiziert Werttreiber und Stakeholder-Ansprüche, bewertet die Lageberichterstattung als unzureichend und leitet daraus die Ziele für eine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung ab.
3 Inhaltlich instrumentelle Ausgestaltung von Nachhaltigkeitsberichten in Ergänzung zum Lagebericht: Das Kapitel erläutert die Anwendung der Signaling-Theorie sowie Prinzipien für glaubwürdige Berichte und stellt betriebswirtschaftliche Instrumente wie Szenarioanalyse, Ökoeffizienz-Analyse und Balanced Scorecard zur Absicherung der Inhalte vor.
4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass durch eine fundierte Nachhaltigkeitsberichterstattung, basierend auf klaren Prinzipien und Instrumenten, die Glaubwürdigkeit und Qualität der Unternehmenskommunikation gesichert und damit langfristige Stabilität signalisiert werden kann.
Nachhaltigkeitsberichterstattung, Lageberichterstattung, Stakeholder, Shareholder Value, Unternehmenswert, Informationsasymmetrie, Signaling-Theorie, GRI-Richtlinien, Szenarioanalyse, Ökoeffizienz-Analyse, Balanced Scorecard, Nachhaltigkeit, langfristige Stabilität, Unternehmensführung, Kennzahlen.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Ausgestaltung von Nachhaltigkeitsberichten, um eine Ergänzung zur gesetzlich vorgeschriebenen Lageberichterstattung in deutschen Unternehmen zu schaffen.
Die zentralen Themen umfassen die Identifizierung von Stakeholder-Informationsbedürfnissen, die ökonomische Fundierung von Nachhaltigkeit (Shareholder Value) sowie die inhaltliche und instrumentelle Qualitätssicherung von Berichten.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Ziele bezüglich Nachhaltigkeit definieren können und wie Nachhaltigkeitsberichte inhaltlich so gestaltet sein müssen, dass sie die Informationslücke zwischen Management und Stakeholdern wirksam schließen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Ableitung aus informationsökonomischen Ansätzen (Signaling-Theorie) und verknüpft diese mit betriebswirtschaftlichen Instrumenten zur Strategieumsetzung und Performance-Messung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Ableitung der Berichtsziele aus den Stakeholder-Ansprüchen und die detaillierte Beschreibung der inhaltlich-instrumentellen Ausgestaltung, inklusive spezifischer Analyse- und Steuerungsinstrumente.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Nachhaltigkeitsberichterstattung, Stakeholder, Unternehmenswert, Signaling-Theorie und GRI-Richtlinien.
Die Autorin argumentiert, dass der Lagebericht zu vergangenheitsorientiert ist und wesentliche zukunftsorientierte, strategische sowie stakeholderbezogene Informationen vermissen lässt, die für die Beurteilung der langfristigen Zukunftsfähigkeit notwendig sind.
Durch die Integration ökologischer und sozialer Kennzahlen in die klassischen Perspektiven der Balanced Scorecard können Nachhaltigkeitsziele operativ operationalisiert und die Umsetzung der Unternehmensstrategie messbar gemacht werden.
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