Bachelorarbeit, 2014
26 Seiten, Note: 2
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Biographie Marinetti
3. Biographie Valentine de Saint – Point
4. Charakteristika der Avantgarde
5. Futuristinnen
6. Zwischen Frauenfeindlichkeit und Feminismus
7. Die Verachtung des Weibes im Futurismus
8. Filippo Tommaso Marinetti: Manifest des Futurismus
9. Das Manifest des Futurismus und das Manifest der futuristischen Frau
10. Die Gebärfähigkeit des Mannes
11. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Rolle und Positionierungsmöglichkeiten von Frauen innerhalb der futuristischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den gegensätzlichen Manifesten von Filippo Tommaso Marinetti und Valentine de Saint-Point liegt.
Die Verachtung des Weibes im Futurismus
Im futuristischen Roman „Mafarka“ von Marinetti zeugt der Held ohne Hilfe der Frau einen „unsterblichen Riesen mit unfehlbaren Flügeln“ ohne die „schändliche Mitschuld der Frau“ und „ohne zur Matrize der Frau Zuflucht nehmen zu müssen“. Mafarka hält auch eine Rede gegen die Frau zu der sich Hans-Georg Schmidt-Bergmann wie folgt äußert:
„Was hier unverstellt artikuliert wird, ist die Abwehr der Sexualität. Wo das Weibliche die Sinne weckt und nicht mehr domestiziert werden kann, wird es eliminiert. In den sadistischen Abwehrritualen wird das sexuelle Begehren abgetötet, denn die „Kraft“ des Kriegers duldet keine Schwächung.“10
Außerdem hat Marinetti „die Liebe getötet und an ihre Stelle die erhabene Wollust des Heroismus gesetzt.“ Um so zu vermeiden, Opfer dieser Schwächung durch Begehren und Liebe zu werden, „Opfer“ weiblicher Reize. Diese weiblichen Reize werden durch die Reize der Maschine ersetzt, die leichter zu beherrschen sind. Das erotische Begehren gilt nicht mehr der Frau, sondern allein der Maschine:11
„Habt ihr nie einen Lokomotivführer beobachtet, wie er liebevoll den großen und mächtigen Körper seiner Lokomotive wäscht? Es sind die präzisen und wissenden Zärtlichkeiten eines Liebhabers, der die angebetete Frau liebkost.“12
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik, der zentralen Akteure und der Forschungsfrage bezüglich der Positionierung von Frauen im Futurismus.
2. Biographie Marinetti: Ein Überblick über das Leben und Wirken des Futurismus-Begründers Filippo Tommaso Marinetti.
3. Biographie Valentine de Saint – Point: Darstellung der Lebensstationen der Künstlerin und ihrer Rolle als erste Frau innerhalb der futuristischen Bewegung.
4. Charakteristika der Avantgarde: Erläuterung der Grundlagen des Futurismus als Reaktion auf die bürgerliche Kunst und die Ideale des Fin de siècle.
5. Futuristinnen: Kurzbiographien verschiedener weiblicher Akteurinnen im Futurismus, von Dichterinnen bis zu Tänzerinnen.
6. Zwischen Frauenfeindlichkeit und Feminismus: Diskussion der Ambivalenz zwischen dem theoretischen Frauenbild und der praktischen Teilhabe von Frauen in der Bewegung.
7. Die Verachtung des Weibes im Futurismus: Analyse der frauenfeindlichen Rhetorik und der Ersetzung des Weiblichen durch Technik-Faszination in Marinettis Werk.
8. Filippo Tommaso Marinetti: Manifest des Futurismus: Wiedergabe der zentralen Thesen des Gründungsmanifests von 1909.
9. Das Manifest des Futurismus und das Manifest der futuristischen Frau: Gegenüberstellung von Marinettis Thesen mit der Antwort von Valentine de Saint-Point.
10. Die Gebärfähigkeit des Mannes: Untersuchung der männlichen Gebärphantasien im Roman "Mafarka" unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Analysen.
11. Zusammenfassung: Resümee der Arbeit über die begrenzte Rolle der Frau und das Fortbestehen des Klischees der futuristischen Misogynie.
Futurismus, Filippo Tommaso Marinetti, Valentine de Saint-Point, Avantgarde, Misogynie, Frauenrolle, Manifest, Geschlechterdiskurs, Technik, Ideologie, Mafarka, Feminismus, Gebärphantasie, Maskulinität, Moderne.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Frau und der Misogynie innerhalb der futuristischen Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts.
Die Themen umfassen die Biographie der Gründer, die Analyse futuristischer Manifeste, die Abwertung des Weiblichen sowie die Rolle von Futuristinnen.
Es soll untersucht werden, welche Möglichkeiten Frauen hatten, sich innerhalb der männlich dominierten futuristischen Avantgarde zu positionieren.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten (Manifeste, Romane) sowie die Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Schriften, die Widersprüche zwischen Praxis und Theorie der Frauenfrage sowie die Technik-Phantasien in der Literatur.
Schlüsselbegriffe sind Futurismus, Misogynie, Avantgarde, Geschlechterdiskurse und Ideologiekritik.
Während Marinetti die Frau als minderwertig ablehnt, fordert Saint-Point Frauen auf, ebenfalls "heroisch" und grausam zu sein, lehnt aber den Feminismus als "Gehirnfehler" ab.
Die Maschine dient als Ersatz für die als schwach betrachtete weibliche Sexualität; Technik-Begeisterung ersetzt die romantische Liebe.
Er dient als primäres Beispiel für männliche Gebärphantasien und die explizite Zerstörung des "Weiblichen" im futuristischen Denken.
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