Examensarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 1,5
0. Einleitung
1. Rückenschule für Kinder
1.1 Definition Rückenschule
1.2 Warum eine Rückenschule für Kinder?
1.3 Ziele einer Rückenschule für Kinder
1.4 Inhalte einer Rückenschule für Kinder
2. Anatomisch-physiologische Grundlagen
2.1 Haltungsentwicklung
2.2 Haltung
2.3 Haltungsschwäche
2.4 Haltungsfehler
2.5 Haltungsschäden - Orthopädische Erkrankungen
2.6 Haltungsschäden - Umfrage der BKK
2.7 Testverfahren zur Haltungsbeurteilung
3. Bewegungsalltag bei Grundschulkindern
3.1 Allgemeines Bewegungsverhalten
3.2 Bewegungsverhalten in Familie und Freizeit
3.3 Bewegungsalltag in der Schule
4. Konzeptionen zur „Kinder-Rückenschule“
4.1 Rückenschule für Kinder von Hans-Dieter KEMPF
4.2 Rückenschule für Kinder von Günter LEHMANN
4.3 Rückenschule für Kinder - ein Kinderspiel
4.4 Rückenschule im Schulsport
4.5 Rückenschule in der Schule - Bewegte Schule
5. Untersuchung zum Erlernen von Rückenschulelementen bei Kindern
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Kinder im Grundschulalter in der Lage sind, präventive Rückenschulelemente zu erlernen und dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren, um Haltungsschwächen und -schäden frühzeitig entgegenzuwirken. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die Wirksamkeit einer kindgerechten Wissensvermittlung und die praktische Umsetzbarkeit rückenfreundlicher Verhaltensmuster ohne kontinuierliche Auffrischung.
Die erste Unterrichtsstunde (12.01.2005)
Zur Erwärmung wurde ein Musikstoppspiel durchgeführt, nach dem die Kinder sich zu verschiedenen Gruppen zusammenfinden und gemeinsam mit den Kindern aus ihrer Gruppe eine bestimmte Anzahl von Körperteilen auf den Boden stellen sollten. Beispielsweise kamen sie zu viert zusammen und sollten als Gruppe einen Po, drei Füße und zwei Hände auf den Hallenboden setzen. So konnte bereits in der Aufwärmphase die Körperwahrnehmung einen wichtigen Platz einnehmen.
Beim letzten Musikstopp suchten sich die Kinder einen Partner oder eine Partnerin. Ein Kind setzte sich auf die eigenen Füße und beugte den Oberkörper rund nach vorn zum Boden. Das andere Kind tastete anschließend den Rücken ab. Nach dem Partnerwechsel wurde die „Wirbelsäule“ im Unterrichtsgespräch erarbeitet.
Mit Hilfe zweier Holzklötze, Repräsentanten zweier benachbarter Wirbel, und einem Schwamm, der als dazwischen liegende Bandscheibe diente, konnte jedes Pärchen anschließend ausprobieren, wie sich die kleinste Funktionseinheit unserer Wirbelsäule verhält. Es sollte ebenfalls beobachtet werden, was passiert, wenn die Klötze (Wirbel) nur einseitig zusammengedrückt werden.
In Vierergruppen fanden die Kinder anschließend heraus, was mit der Bandscheibe geschieht, wenn sie auf der Stelle hüpfen oder sich mit gestreckten Beinen zum Boden runter beugen.
In der Besprechung im Plenum hatten viele Kinder erkannt, dass die Bandscheiben beim Hüpfen zusammen gedrückt werden und als Puffer zwischen den Wirbeln wirken. Sie hatten auch erkannt, dass die Bandscheiben beim nach vorn Beugen ungünstig, einseitig belastet werden. Einige Kinder berichteten aus ihrem privaten Umfeld von Bandscheibenvorfällen und den Schmerzen die „Opa“ oder die „Tante“ dabei hatten und möglicherweise deshalb sogar im Krankenhaus waren. Von dem herausdrückenden „Bandscheibenkern“, der die starken Schmerzen verursache berichtete ein 10 jähriges Mädchen. Dieser individuelle Alltagsbezug konnte die Wichtigkeit eines rückenfreundlichen Verhaltens nachweislich verstärken (s. Untersuchungsergebnisse).
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Prävention bei Rückenbeschwerden und begründet die Notwendigkeit, bereits im Grundschulalter mit der Haltungsschulung zu beginnen.
1. Rückenschule für Kinder: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Rückenschule, erläutert die Besonderheiten bei Kindern und führt die zentralen Ziele sowie Inhalte der kindgerechten Programme ein.
2. Anatomisch-physiologische Grundlagen: Hier werden die Entwicklung der Wirbelsäule, die verschiedenen Haltungstypen sowie die Entstehung von Haltungsschwächen und orthopädischen Erkrankungen wie Skoliose ausführlich dargestellt.
3. Bewegungsalltag bei Grundschulkindern: Dieses Kapitel analysiert das Bewegungsverhalten in Familie, Freizeit und Schule, wobei insbesondere die negativen Auswirkungen des stundenlangen Sitzens hervorgehoben werden.
4. Konzeptionen zur „Kinder-Rückenschule“: Es werden verschiedene etablierte Konzepte von Autoren wie Kempf, Lehmann und Kollmuß vorgestellt und hinsichtlich ihrer methodischen Ausrichtung kritisch miteinander verglichen.
5. Untersuchung zum Erlernen von Rückenschulelementen bei Kindern: Das Kapitel beschreibt eine eigene praktische Untersuchung, bei der die Aufnahme und Anwendung von Rückenschulelementen durch eine Gruppe von Grundschulkindern getestet wurde.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, frühzeitigen Bewegungsförderung unter Einbeziehung von Lehrern und Eltern im schulischen Umfeld.
Rückenschule, Kinder, Grundschulalter, Primärprävention, Haltungsschwäche, Haltungsschäden, Wirbelsäule, Bewegungsalltag, Sitzbelastung, Rückengesundheit, Körperwahrnehmung, Haltungsschulung, Bandscheiben, Bewegungsmangel, Muskelkorsett
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der praktischen Umsetzung einer Rückenschule für Kinder im Grundschulalter, um durch frühzeitige Prävention späteren Haltungsschäden entgegenzuwirken.
Zentrale Themen sind die anatomischen Grundlagen der Wirbelsäule, die Analyse des heutigen Bewegungsalltags von Kindern, die Vorstellung verschiedener Rückenschulkonzepte sowie eine Untersuchung zur Wirksamkeit der Wissensvermittlung.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Grundschulkinder in der Lage sind, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen zu erlernen, diese zu verstehen und langfristig in ihren Alltag zu übertragen.
Die Autorin führt eine eigene Untersuchung mittels einer Unterrichtseinheit und einer darauffolgenden Fragebogen-Befragung durch, um den Wissenszuwachs und die praktische Umsetzung der erlernten Rückenschulelemente zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Haltung und Wirbelsäule, eine Analyse von Belastungsfaktoren durch Schule und Freizeit sowie eine kritische Gegenüberstellung gängiger Konzepte zur Rückenschule für Kinder.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Rückenschule, Primärprävention, Haltungsschwäche, Grundschulalter, Wirbelsäule und Bewegungsalltag.
Da sich Kinder physisch und psychisch grundlegend von Erwachsenen unterscheiden und ihre Motivation zum Lernen auf spielerischen Elementen statt auf der Vermeidung bereits vorhandener Schmerzen basieren sollte, sind spezielle Konzepte erforderlich.
Die Befragung zeigt, dass Kinder anatomisches Grundwissen gut aufnehmen und den gelernten Bewegungsablauf zum rückengerechten Heben und Tragen auch nach einem Zeitraum von 12 Wochen ohne Auffrischung erfolgreich anwenden können.
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