Fachbuch, 2019
49 Seiten
Organisation und Verwaltung - Öffentliche Sicherheit und Ordnung
1 Einführung
1.1 Fragestellung
1.2 Begriffsbestimmung psychosoziale Belastung
1.3 Begriffsbestimmung Gesundheit/Krankheit
2 Suizidrate / -problematik der Polizei
2.1 Absolute Suizidzahlen
2.2 Entwicklungen der letzten Jahre
2.3 Psychologische Störungen
2.4 Verfügbarkeit von Mitteln
3 Vulnerabilitäts-Stress-Modell
3.1 Vulnerabilität
3.2 Stressoren
4 Auswahl Psychischer- und Verhaltensstörungen
4.1 Akute Belastungsreaktion
4.2 PTBS
4.2.1 Einführung und Epidemiologie
4.2.2 Diagnostische Kriterien
4.2.3 Verlaufsmodell psychischer Traumatisierung
4.2.4 Komorbide Störungen bei PTBS
4.2.5 Polizeiliche Relevanz
4.3 Anpassungsstörung
4.4 Depression
5 Prätraumatische Risikofaktoren
5.1 Alter
5.2 Geschlecht
5.3 Familiäre Umgebung
5.4 Frühere Traumatisierung
5.5 Einschätzung der Sicherheit
6 Traumatisierungsfolgen im und durch den Polizeidienst
6.1 Stress und Traumareaktionen
6.2 Primäre Traumatisierung
6.3 Sekundäre Traumatisierung
6.4 Peritraumatische Faktoren innerhalb eines Einsatzes
6.5 Peritraumatische Dissoziation
6.6 Ausmaß der Traumaexposition
6.7 Posttraumatische Bewältigung
6.8 Gesundheitsfaktoren
7 Schutzfaktoren
8 Schutzmechanismen innerhalb der Polizei
9 Resümee
Diese Arbeit untersucht, ob für Polizeibeamte aufgrund der spezifischen beruflichen psychosozialen Belastungen ein erhöhtes Suizidrisiko besteht. Dabei werden psychische Erkrankungen, prätraumatische Risikofaktoren sowie Folgen von Traumatisierungen im Dienst analysiert, um präventive Schlussfolgerungen abzuleiten.
6.1 Stress und Traumareaktionen
Reaktionen auf Stressoren im Allgemeinen können positiv als auch negativ ausfallen. Eine mögliche Traumatisierung aber resultiert aus einer negativen Reaktion auf einen Stressor.
Als Beispiel für eine negative Stresssituation möchte ich hier eine selbsterlebte Situation aus der Praxis kurz darstellen:
Während eines Nachtdienstes gehen in der Nähe einer Diskothek mehrere junge Männer einander verbal an. Sie und Ihr Kollege begeben sich zu der Gruppe. Noch bevor Sie die Ursache des Streits ausmachen können, greift einer der Beteiligten erst den ihm gegenüberstehenden Mann und dann Ihren Kollegen an. Während Sie mit Ihrem Kollegen zusammen versuchen, den Mann zu fesseln, müssen Sie gleichzeitig die Gruppe im Auge behalten, um etwaige weitere Angriffe abwehren zu können. Zeitnah treffen Unterstützungskräfte ein und Ihnen gelingt es, den Angreifer zu fesseln. Als Sie den Angreifer in den Streifenwagen gesetzt haben, fällt Ihnen auf, dass Ihr Herz wesentlich schneller schlägt, als Sie es von ähnlichen körperlichen Anstrengungen gewohnt sind. Ihre Beine fühlen sich weich und zittrig an und ihr Hemd ist von Schweiß durchnässt.
Diese Empfindungen zählen zu den unmittelbaren Reaktionen auf belastende und potentiell traumatische Ereignisse.
1 Einführung: Definition der Fragestellung bezüglich eines potenziell erhöhten Suizidrisikos bei Polizeibeamten und Erläuterung grundlegender Fachbegriffe.
2 Suizidrate / -problematik der Polizei: Darstellung statistischer Daten zu Suiziden bei der Polizei im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und Analyse der Verfügbarkeit von Dienstwaffen als Mittel.
3 Vulnerabilitäts-Stress-Modell: Theoretische Einführung in das Vulnerabilitäts-Stress-Modell zur Erklärung der Entstehung psychischer Störungen durch das Zusammenspiel von Verletzbarkeit und Stressoren.
4 Auswahl Psychischer- und Verhaltensstörungen: Detaillierte Betrachtung spezifischer Störungsbilder wie PTBS, Anpassungsstörungen und Depressionen sowie deren Relevanz im Polizeidienst.
5 Prätraumatische Risikofaktoren: Analyse individueller Faktoren wie Alter, Geschlecht und früherer Traumatisierungen, die das Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen beeinflussen können.
6 Traumatisierungsfolgen im und durch den Polizeidienst: Eingehende Untersuchung verschiedener Traumatisierungsarten, Belastungsreaktionen und gesundheitlicher Faktoren im beruflichen Kontext.
7 Schutzfaktoren: Erörterung von Resilienz, Coping-Strategien und präventiven Gesundheitsmaßnahmen als Schutzmechanismen gegen psychische Belastungen.
8 Schutzmechanismen innerhalb der Polizei: Vorstellung der Psychosozialen Unterstützung (PSU) als systemisches Hilfsangebot für betroffene Beamte.
9 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung konkreter Empfehlungen zur Verbesserung der Suizidprävention innerhalb der Polizei.
Polizeidienst, Suizidalität, Suizidprävention, Psychosoziale Belastung, PTBS, Traumatisierung, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Resilienz, Depression, Coping-Strategien, Dienstwaffe, Psychosoziale Unterstützung, Mentale Gesundheit, Psychotraumatologie, Einsatzbelastung
Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen von Polizeibeamten und die Frage, ob diese mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden sind.
Zentral sind die Analyse von Suizidraten, die Untersuchung psychischer Störungsbilder wie PTBS und Depression, die Auswirkungen traumatischer Einsatzerfahrungen sowie Möglichkeiten der Prävention.
Das Ziel ist zu klären, ob Polizeibeamte durch ihre Berufsausübung einem erhöhten Suizidrisiko ausgesetzt sind und welche psychosozialen Belastungen hierfür verantwortlich sein könnten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung statistischer Daten zu Suizidraten sowie der theoretischen Auseinandersetzung mit psychotraumatologischen Modellen.
Der Hauptteil behandelt das Vulnerabilitäts-Stress-Modell, spezifische psychische Störungen, Risikofaktoren für Traumatisierungen sowie die gesundheitlichen Folgen des Polizeidienstes.
Wichtige Begriffe sind Suizidalität, Polizeidienst, PTBS, psychische Belastung, Trauma, Resilienz und Prävention.
Die Dienstwaffe stellt ein hocheffizientes Mittel dar, das Polizeibeamten jederzeit zur Verfügung steht, was im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung die Verfügbarkeit bei suizidalen Krisen erhöht.
Der Autor stellt fest, dass Beamte aus Angst vor dienstlichen Konsequenzen oder dem Image des "harten Polizisten" oft keine Hilfe in Anspruch nehmen oder der Schweigepflicht unterliegende Strukturen (wie bei Vorgesetzten) scheuen.
Empfohlen werden ein früherer, niedrigschwelliger Kontakt zu Polizeiseelsorgern, eine verbesserte psychologische Eignungsdiagnostik bei der Einstellung sowie eine intensivere Aufklärung über Traumatisierungen.
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