Masterarbeit, 2019
177 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Die Nachfolge in Unternehmen
2.1.1 Problemfeld Nachfolgeregelung
2.1.2 Lösungsansätze in der Praxis
2.2 Das Familienunternehmen
2.2.1 Begriffsdefinition
2.2.2 Darstellung des aktuellen Status in Deutschland
2.2.3 Problemfall „Nachfolge in Familienunternehmen“
2.3 Konflikte in Unternehmen
2.3.1 Begriffsdefinition und -systematisierung
2.3.2 Konflikte in Familienunternehmen
2.3.3 Die Eskalationsstufen nach Glasl
2.3.4 Interventionsstrategien nach Glasl
2.4 Zusammenfassung und Ableitung der Forschungsfragen
3 Methodischer Teil
3.1 Beschreibung und Begründung der Methodik
3.2 Entwicklung des Interviewleitfadens
3.3 Darstellung des Feldzugangs und der Interviewten
3.4 Durchführungsbeschreibung
3.5 Vorgehen bei der Inhaltsanalyse der Interviews
3.5.1 Kategorienschema „Familieninterne Nachfolge“
3.5.2 Hauptkategorie „Person“
3.5.3 Hauptkategorie „Familie“
3.5.4 Hauptkategorie „Konflikte“
3.5.5 Hauptkategorie „Entscheidungen“
3.5.6 Hauptkategorie „Unternehmen“
3.5.7 Hauptkategorie „Nachfolgeprozess“
4 Ergebnisse
4.1 Zusammenfassung der Interviews
4.1.1 Interview 1
4.1.2 Interview 2
4.1.3 Interview 3
4.1.4 Interview 4
4.1.5 Interview 5
4.1.6 Interview 6
4.1.7 Interview 7
4.1.8 Interview 8
4.1.9 Interview 9
4.1.10 Interview 10
4.1.11 Zusammenfassung
4.2 Ergebnisse der Codierungen
4.2.1 Person
4.2.2 Familie
4.2.3 Konflikte
4.2.4 Entscheidungen
4.2.5 Unternehmen
4.2.6 Nachfolgeprozess
4.3 Beantwortung der Forschungsfragen
4.3.1 „Welche Konflikte treten im Zusammenhang mit dem Generationswechsel in Familienunternehmen auf?“
4.3.2 „Wie äußern sich die Konflikte im Unternehmen bzw. in der Familie?“
4.3.3 „Wie können die Konflikte verhindert oder entschärft werden?“
4.3.4 „Sind soziale Konfliktlösungsansätze auch auf die Unternehmensnachfolge zu übertragen?“
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse und Empfehlungen zur Übergabe von Familienunternehmen
5.2 Reflexion des eigenen Vorgehens
5.3 Fazit und Ausblick
Ziel dieser Masterthesis ist es, die Konfliktpotentiale im Nachfolgeprozess von Kleinst- und Kleinunternehmen innerhalb von Familien aufzudecken und daraus konkrete Empfehlungen für eine harmonische Unternehmensübergabe abzuleiten. Die Forschungsarbeit setzt sich dabei kritisch mit der gängigen, meist prozessorientierten Beratungsliteratur auseinander und ergänzt diese um die essentiellen psychologischen Dimensionen der Nachfolge.
2.3.3 Die Eskalationsstufen nach Glasl
Konflikte – auch jene, die im vorangegangenen Kapitel erläutert wurden – sind dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Verlauf nehmen und sich ggf. bis zur Eskalation entwickeln. Zur Beschreibung dieses Prozesses wird im Rahmen dieser Arbeit auf die neun Eskalationsstufen nach Glasl zurückgegriffen.
Das Eskalationsmodell nach Glasl unterteilt sich in neun Stufen und übertritt im Verlauf mehrere Schwellen hinsichtlich der „Gewinnsituation“. Dies veranschaulicht die nachstehende Abbildung: [Abbildung 9]
Die Abbildung verdeutlicht, dass während der Eskalationsstufen 1 bis 3 noch beide Konfliktparteien als „Gewinner“ aus der Situation treten können („win-win“). Wird die vierte Stufe erreicht, ist bereits eine der Konfliktparteien „Verlierer“, während die andere immer noch als „Gewinner“ dasteht („win-lose“). Ab der siebten Stufe gehen beide Konfliktparteien als „Verlierer“ aus dem Konflikt hervor („lose-lose“). Wie die einzelnen Stufen der Eskalation gekennzeichnet sind, wird nachstehend erläutert:
Stufe 1: Verhärtung: Die erste Stufe der Eskalation tritt sehr häufig – beinah täglich in jeder Freundschaft, Ehe und jedem Team auf. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass zwar verschiedene Meinungen aufeinanderprallen und dies zu „zeitweilige[n] Ausrutscher[n] und Verkrampfung“ (Glasl, 2013, S. 238) führt. Dennoch trennen sich hier noch keine Lager oder Parteien auf und Spannungen bzw. Verkrampfungen können meist problemlos durch Gespräche gelöst werden. Der kooperative Aspekt überwiegt gegenüber dem kompetitiven Aspekt des Konflikts (vgl. Glasl, 2013, S. 236 ff.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Unternehmensnachfolge ein und definiert das Ziel, durch qualitative Interviews psychologische Aspekte in die Beratungsliteratur einzubringen.
2 Theoretischer Teil: Der theoretische Teil fundiert die Arbeit durch die Analyse von Nachfolgeprozessen, den Strukturen von Familienunternehmen und theoretischen Konfliktmodellen, insbesondere nach Glasl.
3 Methodischer Teil: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, welches auf zehn halbstrukturierten Interviews basiert, um Erkenntnisse für Kleinst- und Kleinunternehmen zu gewinnen.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Deskription und Analyse der geführten Experteninterviews und beantwortet die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
5 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die erhobenen Daten, prüft sie gegen das Wittener Nachfolgemodell und leitet daraus konkrete Empfehlungen für eine harmonische Unternehmensübergabe ab.
Unternehmensnachfolge, Nachfolgeregelung, Konfliktpotential, Familienunternehmen, Konfliktlösungsstrategien, Generationswechsel, Psychologie, Familieninterne Nachfolge, Unternehmensübergabe, Konfliktmanagement, Eskalationsstufen, Kommunikation, Nachfolgeplanung, Unternehmertum, Qualitative Forschung
Die Arbeit untersucht das Konfliktpotential, das während des Generationswechsels in inhabergeführten Familienunternehmen auftritt, um daraus Ansätze für eine harmonische Unternehmensübergabe zu entwickeln.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Schnittmenge von unternehmerischen Anforderungen und familiären Dynamiken sowie der Eskalation und Lösung von Konflikten in diesen sozialen Systemen.
Das Ziel ist es, die gängige, oft stark prozessorientierte Beratungsliteratur um wichtige psychologische Aspekte zu ergänzen und konkrete Empfehlungen für Kleinst- und Kleinunternehmen auszusprechen.
Die Autorin wählt einen qualitativ-explorativen Forschungsansatz und führt zehn halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit betroffenen Akteuren durch, die anschließend mittels Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Konfliktmodellen (wie das von Glasl) sowie die deskriptive und analysierende Auswertung der durchgeführten Experteninterviews.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Unternehmensnachfolge, Familieninterne Nachfolge, Konfliktlösungsstrategien und die psychologische Dimension der Nachfolgeregelung definiert.
Die Analyse zeigt, dass eine offene Kommunikation zwischen der abgebenden und der nachfolgenden Generation das wichtigste Schlüsselwerkzeug ist, um Missverständnisse zu klären und den Nachfolgeprozess erfolgreich zu gestalten.
Emotionen sind ein zentrales Konfliktthema, da die "familiäre" und "unternehmerische" Identität der Akteure oft untrennbar miteinander verbunden ist, was die Distanznahme und Loslösung für den Senior erschwert.
Die Untersuchung verdeutlicht, dass das Modell hilfreich ist, um Eskalationsstufen einzuschätzen, wobei Familienunternehmen aufgrund ihres hohen sozialen Zusammenhalts oft über ein besonderes, konstruktives Lösungspotential verfügen.
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