Bachelorarbeit, 2017
26 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Figurenrezeption
2.1 Identifikation
2.2 Auswirkungen
3. Die Darstellung sexuellen Traumas im Film
3.1 Filmauswahl
3.2 Figurenanalyse
3.2.1 Brian Lackey
3.2.2 Neil McCormick
3.2.3 Brian und Neil: Eine unklare Zukunft
3.2.4 Grace Howard
4. Fazit
Die Arbeit untersucht die realistische Darstellung von sexuellem Trauma in den Filmen "Mysterious Skin" und "Short Term 12" anhand ausgewählter Figurenanalysen. Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, inwieweit fiktive Inszenierungen dieser traumatischen Erfahrungen für Betroffene Identifikationspotenziale bieten und welche Rolle diese Identifikation für den Prozess der Krankheitsverarbeitung und die emotionale Gesundheit spielen kann.
3.2.1 Brian Lackey
Brian ist einer der beiden Protagonisten in Mysterious Skin. Er ist die erste Figur, die vorgestellt wird. Man hört seine Stimme aus der Gegenwart während er über seine Kindheit erzählt: Im Sommer 1981 verliert der damals Achtjährige fünf Stunden seines Lebens. Er sitzt völlig still im Keller seiner Familie, bis er von seiner Schwester gefunden wird. Wie oder wann er dahin gekommen ist weiß er nicht. Seine letzte Erinnerung besteht daraus, bei einem Baseballspiel auf der Bank zu sitzen. Als er im Keller gefunden wird hat er Nasenbluten, welches von seiner Mutter und seiner Schwester versorgt wird.
Daraufhin gibt es ein Flashback eines weiteren für ihn prägenden Events: Die Sichtung eines großen fliegenden Gefährts, welches direkt über dem Haus der Familie fliegt und von allen als UFO erkannt wird. Der Rest der Familie vergisst dieses Erlebnis schnell, der Gedanke, dass es wirklich ein UFO war, wird bei ihnen bald verworfen. Für Brian ist dieser Moment aber etwas, das ihn den Rest seines Lebens begleitet und eng mit seinem Trauma in Verbindung steht.
Zu diesem Zeitpunkt weiß Brian nicht, was ihm eigentlich passiert ist und auch als Zuschauer_in ohne Vorwissen über den Film weiß man noch nicht von seinem Trauma. Es werden aber bereits Symptome sexuellen Traumas gezeigt.
Sein fünfstündiges Blackout und der darauffolgende Erinnerungsverlust können mit dem Begriff der Dissoziation beschrieben werden. Diese ist eine häufig vorkommende Folge und dient als unbewusster Selbstschutz. Bei Ereignissen, die zu schmerzhaft für ein Individuum wären, wird dieser Moment komplett von der Person abgespalten. Sie bekommen also nicht mit, was gerade mit ihnen geschieht. Demnach können Erinnerungen jahrelang fehlen, oder wie in Brians Fall, immer wieder verfälscht und unklar auftauchen.
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie das Forschungsinteresse dar, wie filmische Darstellungen von traumatischen Erfahrungen eine Identifikation bei Betroffenen fördern können.
2. Figurenrezeption: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Identifikation, insbesondere Projektion und Introjektion, sowie die therapeutischen Chancen und Risiken der Filmrezeption für traumatisierte Menschen.
3. Die Darstellung sexuellen Traumas im Film: Hier werden die Filme "Mysterious Skin" und "Short Term 12" ausgewählt und eine tiefgehende Figurenanalyse der Protagonisten Brian, Neil und Grace vorgenommen, um die Realitätsnähe der Inszenierung traumatischer Symptome zu prüfen.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Filme das Trauma ungeschönt darstellen, dabei jedoch eine kathartische und potenziell heilende Wirkung für das Publikum entfalten können.
Trauma, Filmtherapie, Identifikation, Dissoziation, Mysterious Skin, Short Term 12, Figurenanalyse, sexueller Missbrauch, Katharsis, psychische Gesundheit, Traumaforschung, Projektion, Introjektion, Traumaverarbeitung.
Die Arbeit untersucht, wie Filme, die das Thema sexuellen Missbrauch in der Kindheit behandeln, die damit verbundenen Traumata inszenieren und welche Auswirkungen diese Darstellungen auf das Publikum haben.
Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten der Identifikation in der Filmtheorie, der klinischen Traumaforschung sowie der Analyse spezifischer filmischer Charakterentwicklungen.
Es soll analysiert werden, ob die filmischen Inszenierungen von Trauma realistisch sind und ob sie für traumatisierte Zuschauer einen Beitrag zur therapeutischen Bewältigung leisten können.
Die Autorin kombiniert literaturgestützte theoretische Grundlagen mit der filmwissenschaftlichen Methode der Figurenanalyse, ergänzt durch Ansätze der Traumaforschung.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der drei Figuren Brian, Neil und Grace, wobei insbesondere ihre körperlichen und psychischen Symptome untersucht werden.
Wichtige Fachbegriffe sind Dissoziation, Projektion, Introjektion, Katharsis und psychosomatische Symptome im Kontext traumatischer Erfahrungen.
Während Brian dissoziative Zustände und eine Aversion gegen Sexualität entwickelt, internalisiert Neil das Trauma so stark, dass er seine eigene Identität darüber definiert und später selbst beginnt, andere zu missbrauchen.
Die Schwangerschaft wirkt als zentraler Trigger, der bei Grace die verdrängten Erinnerungen an den Missbrauch durch den Vater reaktiviert und eine plötzliche sexuelle Aversion auslöst.
Die Autorin argumentiert, dass offene Enden, die kein klassisches "Happy End" erzwingen, dem Zuschauer Raum zur eigenen Interpretation lassen und somit kathartisch wirken, ohne unrealistische Heilungsversprechen zu geben.
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