Bachelorarbeit, 2018
64 Seiten, Note: 1,3
1.Einleitung, Forschungsbericht und methodische Vorbemerkungen
2. Diversität des Tango und italienische Masseneinwanderung nach Argentinien
3. Die italienischen Einwanderer und das Umfeld des frühen Tangos (1880-1917)
3.1 Periphere Vorstadt (Arrabal) und Mietshäuser (Conventillos)
3.2 Prostitution und Frauenmangel
3.3 Tango in den Vergnügungsstätten von Buenos Aires
3.3.1 Die Cafés von La Boca
3.3.2 Academias und andere Tanzlokale
3.3.3 Sainete Criollo und Zirkus
3.4 Die italienischen Einwanderer in ihrer Rivalität mit den Kreolen
3.5 Intuitive Straßenmusiker
4. Italienische Einwanderer als Teil der Entwicklung des Tangos der Alten Garde
4.1 Problematisierung der italienischen Präsenz unter den Musikern der Alten Garde
4.2 Die Italiener und die Instrumente der Alten Garde
4.3 Die Verbreitung des Tangos während der Alten Garde
4.4 Zwei beispielhafte Musiker der Alten Garde? Vicente Greco (1888-1924) und Ernesto Ponzio (1885-1934)
5. Fazit und Ausblick zur besonderen Relevanz des Themas
Diese Arbeit untersucht aus einer sozialgeschichtlichen und kontextorientierten Perspektive die Rolle italienischer Einwanderer bei der Entstehung und frühen Entwicklung des Tango Argentino in Buenos Aires zwischen 1880 und 1917, um deren Beitrag zu diesem immateriellen Weltkulturerbe systematisch aufzuarbeiten.
3.1 Periphere Vorstadt (Arrabal) und Mietshäuser (Conventillos)
In der in Kapitel 2 geschilderten Situation, in der es vielen Einwanderern nicht gelungen war, im Hinterland Fuß zu fassen, und die deshalb in die Hafenstadt Buenos Aires zurückkehrten, oder sowieso nach Ankunft geblieben waren, kamen noch Tausende von arbeitlosen Landarbeitern und Gauchos aus der Pampa, die in die schnell wachsenden Großstädte zurückkehrten, hinzu, wodurch dort nun ein großer Platzmangel, hohe Arbeitslosigkeit und Elend herrschte. Aus diesen politisch-wirtschaftlichen Verhältnissen und der demographischen Bevölkerungsexplosion resultierte die Entwicklung der ärmlichen Vororte von Buenos Aires, der sogenannten Arrabales mit ihren Mietshäusern (Conventillos) die zu einem der sozio-kulturellen Nährböden des Tangos wurde, und den von den Tangoforschern sogenannten „Tango orillero" produzieren sollte.
Diese Arrabales oder auch „zona orilla“ bezeichneten den Stadtrand von Buenos Aires, also den Übergang zur argentinischen Pampa, und waren nicht nur ein geographischer Begriff, sondern auch ein metaphorischer Ausdruck für die dortige soziale Realität und die Umbrüche der Stadt Buenos Aires die erst durch die Migration um die Jahrhunderwende mit geschaffen wurden. Die migratorische Welle, deren Teil die Italiener in massenhafter Weise waren, definierte also erst die Grenzen der Stadt.
1.Einleitung, Forschungsbericht und methodische Vorbemerkungen: Einführung in das Thema, den zeitlichen Rahmen und die sozialgeschichtliche Zielsetzung der Arbeit.
2. Diversität des Tango und italienische Masseneinwanderung nach Argentinien: Analyse der kulturellen Wurzeln des Tango und der demografischen Auswirkungen der italienischen Masseneinwanderung.
3. Die italienischen Einwanderer und das Umfeld des frühen Tangos (1880-1917): Systematische Untersuchung der Lebensmilieus wie Conventillos, Bordelle und Vergnügungsstätten im Kontext italienischer Präsenz.
4. Italienische Einwanderer als Teil der Entwicklung des Tangos der Alten Garde: Detaillierte Betrachtung der italienischen Rolle bei der Instrumentierung, Verbreitung und Formierung der Guardia Vieja.
5. Fazit und Ausblick zur besonderen Relevanz des Themas: Zusammenfassende Bewertung der italienischen Beteiligung am Tango und Aufzeigen von Potenzialen für weitere Forschung.
Tango Argentino, Italienische Einwanderung, Buenos Aires, Guardia Vieja, Conventillos, Arrabal, Musikgeschichte, Sozialgeschichte, Migration, Instrumentierung, Bandoneon, Orgelspieler, Identität, Volkskultur, Integration.
Die Arbeit analysiert die Einflüsse und die Bedeutung italienischer Einwanderer für die Entstehung und Entwicklung des Tango Argentino in der Zeit von 1880 bis 1917.
Zentral sind der sozio-ökonomische Kontext der Migration, das urbane Umfeld (Conventillos, Bordelle), musikalische Anpassungsprozesse und die Rolle italienischstämmiger Musiker der Alten Garde.
Ziel ist es, die oft verstreuten Hinweise auf den italienischen Anteil am Tango systematisch zusammenzufassen und als essenziellen, aber bisher unterbelichteten Faktor in der Forschung zu etablieren.
Die Arbeit verfolgt einen sozialgeschichtlichen und kontextorientierten Ansatz, der Literaturanalyse, statistische Daten und die Auswertung zeitgenössischer Quellen (Texte, Theaterstücke) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des urbanen Umfelds, der Rolle der Italiener in Vergnügungsstätten, der Rivalität zwischen Einwanderern und Kreolen sowie deren Beitrag zur musikalischen Instrumentierung und Verbreitung des Tangos.
Wichtige Begriffe sind Tango Argentino, italienische Migration, Guardia Vieja, Conventillos, Arrabal, soziale Integration und kulturelle Identität.
Die Conventillos fungierten als sozio-kulturelle Nährböden, in denen durch die enge Nachbarschaft verschiedener Kulturen und das Zusammentreffen von Immigranten mit der kreolischen Unterschicht ein wichtiger Austausch und eine erste musikalische Formierung des Tangos stattfanden.
Greco gilt als Pionier der Alten Garde, der mit der Gründung der „Orchestra Tipica Criolla“ und der Integration neuer Instrumente wie des Bandoneons maßgeblich die musikalische Struktur des Tango prägte.
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