Diplomarbeit, 1987
253 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
2. BEWEGUNGSREGULATION UND AM GLEICHGEWICHTSPROZESS BETEILIGTE STRUKTUREN
2.1 ALLGEMEINES BEWEGUNGSKOORDINATIONSMODELL UND DER EINFLUSS DER ANALYSATOREN AUF DAS GLEICHGEWICHT
2.2 GEHIRNANATOMISCHE GRUNDLAGEN
2.3 ZUM KINÄSTHETISCHEN ANALYSATOR
2.4 ZUM TAKTILEN ANALYSATOR
2.5 ZUM OPTISCHEN ANALYSATOR
2.6 ZUM AKUSTISCHEN ANALYSATOR
2.7 ZUM VESTIBULARANALYSATOR ( GLEICHGEWICHTSORGAN )
2.7.1 ASPEKTE DER ENTWICKLUNG
2.7.2 BAU UND FUNKTION DES VESTIBULARANALYSATORS
2.7.2.1 ANATOMISCHE GRUNDLAGEN
2.7.2.2 OPTISCH-VESTIBULÄRE REGULATION UND AKTIVE BLICKMOTORIK
2.7.2.3 STATISCHE UND STATOKINETISCHE REFLEXE
2.7.3 VESTIBULÄRE AUSFALLERSCHEINUNGEN
2.7.4 ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK ÜBER AUFNAHME UND VERARBEITUNG VON INFORMATIONEN DES VESTIBULARANALYSATORS
3. THEORETISCHE ASPEKTE ZU GLEICHGEWICHT UND GLEICHGEWICHTSFÄHIGKEIT
3.1 ZUR DEFINITION GLEICHGEWICHT
3.2 ARTEN DES GLEICHGEWICHTS
3.2.1 STATISCHES GLEICHGEWICHT
3.2.2 DYNAMISCHES GLEICHGEWICHT
3.2.3 OBJEKTBEZOGENES GLEICHGEWICHT
3.2.4 ZUSAMMENFASSUNG
3.3 GLEICHGEWICHTSFÄHIGKEIT
4. ZUR MESSUNG DER GLEICHGEWICHTSLEISTUNG
4.1 VERFAHREN
4.2 MESSPROBLEMATIK
4.3 UNTERSUCHUNGEN ZUM STATISCHEN GLEICHGEWICHT
4.3.1 UNTERSUCHUNGEN ZUM STATISCHEN OBJEKTGLEICHGEWICHT
4.3.2 ZUSAMMENFASSUNG
4.4 UNTERSUCHUNGEN ZUM DYNAMISCHEN GLEICHGEWICHT
4.4.1 UNTERSUCHUNGEN ZUM DYNAMISCHEN OBJEKTGLEICHGEWICHT
4.4.2 ZUSAMMENFASSUNG
5. ZUM TRAINING DER GLEICHGEWICHTSFÄHIGKEIT
6. ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK
7. LITERATUR
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich der systematischen Analyse des menschlichen Gleichgewichts sowie dessen Regulation im Kontext sportmotorischer Bewegungsabläufe. Ziel der Arbeit ist es, auf Basis grundlagenorientierter Bewegungsmodelle ein tiefgreifendes Verständnis für die beteiligten gehirnanatomischen und sensorischen Strukturen zu entwickeln und die messmethodische Erfassung des statischen und dynamischen Gleichgewichts kritisch zu hinterfragen.
2.1 ALLGEMEINES BEWEGUNGSKOORDINATIONSMODELL UND DER EINFLUSS DER ANALYSATOREN AUF DAS GLEICHGEWICHT
Die für die Bewegungsregulation verantwortlichen Systeme, die Analysatoren, ermöglichen Realisation und Regulation jeder Bewegung durch sensorische Information und Rückinformation, die Orientierung im Raum und die Korrektur.
Auch PAWLOW sieht in diesen Analysatoren "... jene Teilsysteme der Sensorik ..., die Informationen auf der Grundlage von Signalen jeweils ganz bestimmter Modalität ... empfangen, umkodieren, weiterleiten und aufbereitend verarbeiten" (vgl.: MEINEL & SCHNABEL, 1976).
Die Einordnung der Analysatoren in den bewegungsregulierenden Prozeß wurde in vielerlei Hinsicht unternommen.
Sie sind u.a. bei TSCHAIDSE (1965) in einen Steuerungsprozeß eingeordnet, wobei die innere Rückführung der Information über die Stellglieder der Bewegung (kinästhetische und vestibuläre Rezeptoren) erfolgt.
In Zusammenhang mit dem Reafferenzprinzip (HOLST & MITTELSTAEDT, 1950) und der Rückafferentation (ANOCHIN, 1967), liegen ebenfalls kybernetisch-psychologische Regelkreismodelle zu diesem Thema vor.
Sehr differenziert und gut verständlich ist das allgemeine Bewegungsmodell von MEINEL & SCHNABEL (1976, 66). Dieses Modell bildet die Grundlage der Struktur- und Prozeßmodells von TEIPEL (1979, 46); es basiert ebenfalls auf dem Regelkreisprinzip. Die Person-Umweltbeziehung ist Grundlage der bewegungsregulierenden Information und Rückinformation. Den jeweiligen Analysatoren, dem optischen, akustischen, taktilen, kinästhetischen und statico-dynamischen( Vestibularanalysator ) werden jeweils spezifische Rezeptoren, afferente Nervenbahnen und sensorische Zentren zugeordnet. Das Projektionsfeld aller ankommenden Bahnen befindet sich in der Hirnrinde (vgl. GABEL, 1984). Die Informationsaufnahme über die jeweiligen Analysatoren wird in diesem fundamentalen Modell in einen inneren und äußeren Regelkreis eingeteilt.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, indem sie die Bedeutung der Gleichgewichtsforschung innerhalb der experimentellen Bewegungsforschung hervorhebt und den Aufbau der Arbeit erläutert.
2. BEWEGUNGSREGULATION UND AM GLEICHGEWICHTSPROZESS BETEILIGTE STRUKTUREN: Dieses Kapitel behandelt die neurophysiologischen Grundlagen und beschreibt die Funktionsweise der fünf zentralen Analysatoren sowie deren Rolle bei der motorischen Steuerung.
3. THEORETISCHE ASPEKTE ZU GLEICHGEWICHT UND GLEICHGEWICHTSFÄHIGKEIT: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung und Systematisierung des Gleichgewichtsbegriffs sowie der Differenzierung in statische, dynamische und objektbezogene Komponenten.
4. ZUR MESSUNG DER GLEICHGEWICHTSLEISTUNG: In diesem umfangreichen Hauptteil werden verschiedene wissenschaftliche Messverfahren und deren methodische Problematiken bei der Erfassung von Gleichgewichtsleistungen analysiert.
5. ZUM TRAINING DER GLEICHGEWICHTSFÄHIGKEIT: Das Kapitel widmet sich den methodischen Ansätzen zur gezielten Ausbildung und Optimierung der Gleichgewichtsfähigkeit im medizinischen und sportlichen Bereich.
6. ZUSAMMENFASSENDER ÜBERBLICK: Der Abschluss fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Bedeutung der Gleichgewichtsregulation für die motorische Entwicklung.
7. LITERATUR: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Studien.
Gleichgewicht, Bewegungsregulation, Vestibularanalysator, Kinästhetik, Taktiler Analysator, Optischer Analysator, Gleichgewichtsfähigkeit, Posturographie, Motorisches Lernen, Biomechanische Analyse, Sensomotorik, Kraftmessplatte, Stabilometer, Statik, Dynamik.
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Analyse des menschlichen Gleichgewichts sowie der regulatorischen Prozesse innerhalb der Sportmotorik.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der neuroanatomischen Basis der Bewegungsregulation, der spezifischen Funktion einzelner Sinnessysteme (Analysatoren) und der methodischen Erfassung von Gleichgewichtsleistungen.
Das primäre Ziel ist die systematische Aufbereitung des Wissens über das Zusammenspiel sensorischer Informationen für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sowie die kritische Würdigung der Testverfahren in der Sportforschung.
Es handelt sich um eine strukturierte Übersichtsarbeit, die bestehende wissenschaftliche Literatur, experimentelle Befunde und Modelle aus der Sportpsychologie, Physiologie und Biomechanik synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die detaillierte Darstellung der Messmethodik von statischen und dynamischen Gleichgewichtsleistungen und deren Anwendung in verschiedenen Untersuchungsszenarien.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Gleichgewicht, Vestibularanalysator, Sensomotorik, Posturographie und motorisches Lernen aus.
Der Arbeit zufolge spielt der optische Analysator eine dominante Rolle bei der räumlichen Orientierung, wobei die visuelle Kontrolle bei reduzierten oder unzureichenden kinästhetischen Informationen eine entscheidende Kompensationsfunktion übernimmt.
Die Auswertungen zeigen, dass psychische Belastungen wie Stress oder Prüfungsangst zu messbaren Veränderungen der Schwankungsparameter führen, da diese Belastungen die muskuläre Anspannung und die energetische Ökonomie des Gleichgewichtsprozesses negativ beeinflussen.
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