Bachelorarbeit, 2016
36 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Der prähistorische Glaube an das Verhältnis von Mensch und Tier
3. Der moralische Status des Tieres in der abendländischen Geistesgeschichte
3.1 Die Ausgangsituation zu Beginn der Antike
3.2 Die Stellung des Tieres in der Tugendethik des Aristoteles
3.3 Der christliche Ansatz des Tierschutzes
3.3.1 Das Tier im Alten Testament
3.3.2 Das Tier im Neuen Testament
3.3.3 Neue Ansätze für einer christlichen Mitleidsethik
4. Die moralische Status des Tieres in der Neuzeit
4.1 Der anthropozentrische Tierethik in Kants deontologischer Ethik
4.1.1 Die Ausgangssituation zu Beginn der Neuzeit
4.1.2 Kants Pflichtenethik
4.1.3 Die Stellung des Tieres in Kants Ethik
4.1.4 Anthropozentrische Tierethik heute
4.2 Die pathozentrische Tierethik in Peter Singers Präferenz Utilitarismus
4.2.1 Der moralische Statuts des Tieres in der Mitte des 20. Jahrhundert
4.2.2 Peter Singers neuer tierethischer Ansatz
4.2.3 Die Grenzen der Akzeptanz von Singers pathozentrischer Tierethik
5. Fazit und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Wandel des moralischen Status von Tieren in der westlichen Philosophiegeschichte. Ziel ist es, die Entwicklung von den antiken und christlichen Grundlagen des Anthropozentrismus hin zu modernen tierethischen Konzepten, insbesondere der pathozentrischen Theorie von Peter Singer, kritisch darzustellen und zu analysieren.
3.2 Die Stellung des Tieres in der Tugendethik des Aristoteles
Im antiken Griechenland kam es zu grundsätzlichen Überlegungen zur Stellung des Menschen in der Welt, und in philosophischen Schulen wurden komplexe ethische Theorien entwickelt. Diese Theorien wirkten fort in der abendländischen Geschichte und beeinflussten die Entwicklung unserer modernen Ethik und unserer gesamten Philosophie entscheidend. Einer der wichtigsten Philosophen der griechischen Antike war Aristoteles (*384 v.Ch. † 322 v.Ch.). In seiner Nikomachischen Ethik entwarf er ein umfassendes Bild über die Ziele, die dem menschlichen Handeln zu Grunde liegen und über die menschlichen Tugenden. Seine Tugendethik wurde in großen Teilen von der christlichen Kirche übernommen und bestimmte bis ins Mittelalter die Moralvorstellungen im christlichen Abendland. Darüber hinaus, gehen auf Aristoteles Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften, der Logik, der Staatsphilosophie und der Poetik zurück.
Während in der Urzeit der Unterschied zwischen Tier und Mensch nicht klar gefasst war, entwickelte Aristoteles in seiner Seelenlehre eine Theorie, wie sich Pflanzen, Tiere und Menschen unterscheiden. Die Seele ist für Aristoteles kein Ding mit Teilen, sondern sie stellt das einheitliche Prinzip von allem Lebendigen dar. Im einfachsten Fall der Pflanze sind das der Stoffwechsel und das daraus resultierende Wachstum. (Wolf, 2002, p 45) Begrifflich unterscheidet Aristoteles jedoch Seelenteile, und teilt die Seele gemäß ihren Funktionen in einen vernunftlosen und einen vernünftigen Teil. Er findet hier eine Metapher, die das Verhältnis der beiden Teile der Seele anschaulich macht: „Ob diese so getrennt sind wie die Teile des Körpers oder wie alles Teilbare, oder ob sie der Definition nach zwei sind, aber von Natur aus untrennbar - wie das Konvexe und das Konkave im Fall einer gewölbten Oberfläche -, spielt für unsere gegenwärtige Untersuchung keine Rolle“. (NE I, 1102a, 29-33)
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz historischer Betrachtungen für die heutige Tierschutzethik und definiert das Verständnis von Tierethik als moralische Haltung des Menschen gegenüber Tieren.
2. Der prähistorische Glaube an das Verhältnis von Mensch und Tier: Dieses Kapitel beschreibt das Mensch-Tier-Verhältnis in der Urzeit, welches primär durch Abhängigkeit, Jagdrituale und ein fehlendes Konzept der moralischen Überlegenheit geprägt war.
3. Der moralische Status des Tieres in der abendländischen Geistesgeschichte: Dieses Kapitel analysiert die Etablierung des anthropozentrischen Weltbildes durch die Antike und das Christentum, welches Tiere primär als Mittel zum Zweck des Menschen definiert.
4. Die moralische Status des Tieres in der Neuzeit: Dieses Kapitel untersucht den Übergang von Kants Pflichtenethik hin zu Singers pathozentrischem Ansatz, der das Leid von Tieren in den Mittelpunkt der moralischen Bewertung rückt.
5. Fazit und Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass derzeit keine umfassende Tierethik existiert, die sowohl rational als auch emotional gesellschaftlich breiten Konsens findet.
Tierethik, Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Speziesismus, Immanuel Kant, Peter Singer, Tierschutz, Moral, Vernunft, Leidensfähigkeit, Präferenz-Utilitarismus, Mensch-Tier-Beziehung, Tugendethik, Ehrfurcht vor dem Leben, Moraltheologie.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung, welchen moralischen Status Tiere in der abendländischen Geschichte innehaben und wie sich die Bewertung ihres Werts von der Antike bis in die moderne Ethik gewandelt hat.
Die zentralen Themen sind der anthropozentrische Blick, der Tiere als bloße Sachen oder Ressourcen sieht, im Vergleich zum pathozentrischen Ansatz, der das Leidempfinden von Lebewesen als moralisch relevant erachtet.
Das Ziel ist eine kritische Analyse der einflussreichsten ethischen Theorien zur Tierethik, um zu verstehen, warum ein breiter gesellschaftlicher Konsens über den Schutz von Tieren bis heute schwierig zu erreichen ist.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, philosophische Arbeit, die durch Literaturanalyse ethische Konzepte von Philosophen wie Aristoteles, Kant und Singer gegenüberstellt und diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der aristotelischen Tugendethik, der christlich geprägten Anthropozentrik, Kants Pflichtenethik und abschließend Peter Singers pathozentrischen Präferenz-Utilitarismus.
Besonders prägend sind die Begriffe Tierethik, Speziesismus, Leidensfähigkeit, Anthropozentrismus sowie die ethischen Grundpositionen von Kant und Singer.
Laut der Arbeit hat das Christentum durch das biblische Herrschaftsgebot ein anthropozentrisches Weltbild gefestigt, in dem Tiere keinen intrinsischen, sondern lediglich einen instrumentellen Wert für den Menschen besitzen.
Die Kritik fokussiert darauf, dass sein pathozentrischer Ansatz, der nur auf Leidensfähigkeit beruht, das intuitive Moralverständnis der Menschen bezüglich des Werts menschlichen Lebens (insbesondere bei Neugeborenen oder Dementen) verletzt und gesellschaftlich auf großen Widerstand stößt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

